

Sekundärrohstoffsystem
Seit 1995 gilt die Verpackungsordnung in Deutschland, nach der Verkaufsverpackungen
zurückgenommen und einer stofflichen Verwertung zugeführt werden.
Die Sammlung von Wertstoffen erfolgt über eine Vielzahl unterschiedlicher
Methoden, die zumeist an bereits bestehende kommunale Sammelsysteme angepasst
wurden.
Glasverpackungen werden zumeist in nach Farben getrennten, öffentlich
zugänglichen Containern gesammelt. Hier spricht man von einem Bringesystem.
Für Papier, Pappe und Karton existieren je nach Region Papiercontainer,
blaue Tonnen oder Bündelsammlungen am Straßenrand, die Sammlung
von Leichtverpackungen (Kunststoffe, Verbundstoffe, Weißblech und
Aluminium) erfolgt in gelben Sammelbehältern (Säcke, Tonnen
oder Container). Außerdem existieren in Teilen Deutschlands Recycling-
bzw. Wertstoffhöfe, bei denen gebrauchte Verpackungen abgegeben werden
können.
Verpackungsmaterialien mit dem "Grünen Punkt" werden in
den Haushalten gesammelt. Die Sammelgefäße werden in regelmäßigen
Abständen von den Entsorgungspartnern abgeholt bzw. entleert und
zu den Sortieranlagen gebracht (Duales
System).
Glas
Durch das Schmelzen (bei 1 500 °C) von Quarzsand, Soda, Kalk und Zusatzstoffen
entsteht Glas.
Es dient als wichtigstes Material für die Lebensmittelverpackung.
So ist es nicht verwunderlich, dass 9,2 % des Hausmülls Glas ist.
Es existiert ein Mehr- und Einwegsystem. Man unterscheidet zwischen Pfandflaschen,
die wiederholt benutzt werden (Mehrwegsystem), und Einweggläsern,
die als Altglas in der Produktion wiederverwendet werden. Die Altglassammlung ergibt nach Angaben
des Umweltbundesamts etwa 2,3 bis 2,4 Mio. t Behälterglas, die zu 88 % (2004) verwertet wurden, bei Flachglas wurden 300 000 t wiederverwertet. Beispielsweise wird durch rohstoff- und energiesparendes Einschmelzen
Altglas zur Neuproduktion genutzt. Durch das Einsetzen einer Tonne Scherben können
75 kg Erdöl gespart werden.
Gemischte Scherben werden nur zur Herstellung von Grün- und Braunglas
verwendet. Der Buntglasmarkt ist durch die Sammelcontainer gedeckt. Doch
wäre dieser Markt noch ausbaubar, wenn die Verbraucher und Hersteller
dem Buntglas eine höhere Akzeptanz entgegen bringen würden.
Milchprodukte sind zum Beispiel in Buntglas länger haltbar als in
Weißglas.
Das Mehrwegsystem ist jedoch effektiver als das Einwegsystem. Allein wenn
alle Mineralwässer und Biere in Pfandflaschen verkauft werden würden,
würde der Müllberg jährlich um 700 000 t verringert.
Papier
Aus Holz wird Papier als vielseitiges
Material für Schreib-, Druck-, Hygiene- und Verpackungszwecke gewonnen.
Da einheimische Hölzer den Bedarf nicht decken können, werden
90 % Rohmaterial aus dem Ausland importiert. Die Papierproduktion ist
sehr umweltbelastend durch die Chlorbleiche und die Entstehung großflächiger
Kahlschläge.
Als Rest bei der Papierproduktion und bei getrennter Sammlung fällt
Altpapier an. Aus 1,8 t Altpapier lässt sich nun wieder 1 t Papier
gewinnen. Mit 44 % Anteil an der Herstellung ist Altpapier der wichtigste
Sekundärrohstoff der Papierherstellung. Bei der Herstellung von Verpackungspapieren
und Verpackungskartons wurde mit dem Einsatz von 92 % Sekundärrohstoffen
eine technische Obergrenze erreicht. Die Verwendung von Altpapier ist
auch in größerem Maße möglich. Denn es gibt mehr
gesammeltes Altpapier als in die Papierproduktion zurückfließt.
Es kommt häufig zu starken Preisschwankungen auf dem Altpapiermarkt
und somit entsteht ein Überangebot! Überschüsse, die eigentlich
wichtige Rohstoffe sind, werden nun verbrannt oder deponiert, da es dem
Verbraucher und dem Hersteller an nötiger Akzeptanz gegenüber
diesem Sekundärrohstoff fehlt.
Aber nur bei größerer Akzeptanz des Einsatzes von Sekundärrohstoffen
gegenüber Primärrohstoffen und einer reduzierten Produktionsmenge
wäre die Altpapierverwertung von dauerhaftem Erfolg.
Kunststoffe
Kunststoffe sind eine große
Gruppe von Substanzen, die in Europa auf Erdölbasis hergestellt werden.
In den USA wird Erdgas als Rohstoff eingesetzt. Weltweit werden jährlich
etwa 260 Millionen Tonnen (im Jahr 2007) Kunststoff hergestellt. Deutschland
produziert 8 % davon und ist somit der größte Kunststoffproduzent
Europas.
Kunststoffe sind aufgrund ihres geringen Gewichtes als Material für
Transportgefäße sehr beliebt. Außerdem ist der Energieaufwand
für die Produktion geringer als zum Beispiel bei Metallen.
Jedoch gibt es auch eine Menge Probleme und Risiken:
Wiederverwertung
Im Gegensatz zur Wiederverwertung von Metallen, Glas und Papier ist das
Recycling von Kunsstoffen problematisch. Sie sind nur sortenrein wertstofflich
wiederverwertbar. Trotz ihrer ungeheuren Vielfalt ist eine Trennung in
modernen Sammelstellen inzwischen maschinell möglich.
Gemischte Kunststoffabfälle lassen sich aber rohstofflich wiederverwerten,
z. B. zur Herstellung von Synthesegas.
Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) lassen sich gut wiederverwerten.
Beide sind ungiftig und finden vielfach Verwendung: Polyethylen wird für
Milchtüten, Folien und Tragetaschen verwendet. Polypropylen dient
hauptsächlichals Material für den Automobilbau, Haushaltsgeräte
und Verpackungen.
Andere Kunsstoffe hingegen können Schadstoff freisetzen. Hierzu gehören
zum Beispiel Polyvinylchlorid (PVC) und Polystyrol (PS). PVC enthält
Chlor, dessen Einsatz aufgrund gesundheits- und umweltschädigender
Wirkungen umstritten ist. Die Vinylchlorid-Monomeren sind krebserregend.
Häufig bestehen Fußbodenbeläge, Verpackungen, Fensterrahmen
und Abwasserrohre aus PVC. Bei Bränden entstehen hochgiftige Dioxine.
Die Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen ist daher sehr umstritten.
Um PVC zu recyceln ist ein erheblicher technischer Aufwand nötig.
Fazit
Die meisten Sekundärrohstoffe sind sehr wichtig um Ressourcen zu
schonen. Es werden dafür Altstoffe der Wiederverwertung zugeführt
und somit auch Abfälle vermieden.