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Mit unseren Sinnesorganen prüfen wir Farbe, Form und Oberflächenbeschaffenheit, Aggregatzustand, den Geruch und den Geschmack (Achtung: Im Chemielabor sind Geschmacksproben verboten!) |
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Mithilfe von Messgeräten und Experimenten kann man die Schmelz- und Siedetemperatur, die Dichte, magnetische Eigenschaften, Verformbarkeit, elektrische und Wärmeleitfähigkeit (Bild 1), Härte, die Brennbarkeit und die Löslichkeit in Wasser oder anderen Lösungsmitteln bestimmen. Charakteristische Stoffkonstanten wie die Schmelz- und Siedtemperatur kann man auch aus entsprechender Tabellen ablesen. |
Glas
Eigenschaften: durchsichtig, spröde
(stoßempfindlich und leicht zerbrechlich, empfindlich gegenüber
plötzlichen Temperaturschwankungen), sehr hart (kann mit Stahl nur
geritzt werden), Dichte ca. 2,6
(Normalglas), schmilzt bei 1 000 bis 1 200 °C, schlechter
Wärmeleiter, nicht elektrisch leitfähig (Isolator), nicht brennbar,
nicht löslich in Wasser, widerstandsfähig gegen Chemikalien,
Besonderheit: Glas ist zwar fest, befindet
sich aber in einem besonderen Zustand. Durch schnelles Abkühlen erreicht
man eine "unterkühlte Flüssigkeit im festen Aggregatzustand".
Dadurch wird Glas erst durchsichtig.
Nutzung: Haushaltsgläser; Baustoff;
Laborgefäße; Spezialglas wie Jenaer Glas (sehr hitzebeständig),
Bleiglas für besondere Gefäße und Glasschmuck, Glas für
Linsen, Glasfaser.
Diamant
Eigenschaften: durchsichtig, stark
Licht brechend, Härte 10 nach der mohsschen Härteskala, Dichte
3,51
,
schmilzt bei Temperaturen >3550 °C, schlechter elektrischer Leiter,
guter Wärmeleiter, nicht löslich in Wasser, verbrennt bei sehr
hohen Temperaturen zu Kohlenstoffdioxid
Besonderheit: Diamant ist chemisch
gesehen reiner Kohlenstoff.
Vorkommen: abbauwürdige Funde in alten Vulkanschloten
Nutzung: Edelstein (Der größte
Diamant, der Cullolinan wog 621,2 g = 3 106 Karat.
Das schwerste Bruchstück mit 530 Karat, der sogenannte Stern von
Afrika, ist in das englische Königszepter eingefasst.), kleine Diamanten
in Bohrköpfen und Gasschneidern, im Motoren- und Getriebebau als
Schutzschicht.
Naturkautschuk
Eigenschaften: meist farblos; leichter
als Wasser, fast geruchlos, elastisch und sehr dehnbar (kann bis auf das
Fünffache seiner Länge gezogen werden); leitet Wärme und
Elektrizität schlecht; wird bei 4° spröde, bei 145°
klebrig und zerfließt bei 170 -180°C; brennt mit stark rußender
Flamme; beständig gegen verdünnte Säuren und Laugen; löslich
in Benzol, Leinöl, Ether, Leichtbenzin
Besonderheit: Ritzt man Wolfsmilchgewächse,
Maulbeerbaumgewächse (z. B. Gummibaum), bestimmte Korbblütler
(Löwenzahn), Lianen, bestimmte Pilze an, geben diese einen weißen
Milchsaft (Latex) ab. 100g Latex enthalten etwa 30-35g Naturkautschuk,
4-5g Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate; ca. 0,5g Mineralien, Wasser.
Nutzung: Schon die Maya (11Jh.) spielten
mit Bällen aus Naturkautschuk. COLUMBUS brachte wahrscheinlich solche
Spielbälle von Haiti nach Europa. Erst 1755 beschrieb man die Herstellung
aus dem Milchsaft durch Eingeborene vom Amazonasstrom,1759 wurden die
ersten Radiergummis in Paris und London verkauft, 1848 gelang dem Amerikaner
GOODYEAR die Vulkanisation und 1876 schmuggelte der Engländer WICKHAM
70 000 Samen des Kautschukbaumes nach England, sodass nach dem Anlegen
von Plantagen das Monopol des brasilianischen Kautschuks gebrochen war.
Naturkautschuk wird heute u. a. zur Herstellung von Klebebändern
und Knetgummi verwendet. Wird der Naturkautschuk chemisch verändert
(z. B. vulkanisiert), begegnet er uns in Form von Autoreifen, Luftballons,
chirurgischen Handschuhen, Gummistiefeln, Schuhsohlen, Kondomen u. s.
w.
Blausäure (Cyanwasserstoff)
Eigenschaften: farblose, äußerst
giftige Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch, schmilzt bei -14°C
und siedet bei 26°C, mit Wasser und Ethanol beliebig mischbar, in
Ether wenig löslich, bildet mit Luft explosive Gemische
Bau: Moleküle aus je einem Wasserstoff-,
Kohlenstoff- und Stickstoffatom: HCN
Besonderheit: 1mg/kg Körpergewicht
wirken bei akuten Vergiftungen tödlich. Es tritt eine rasche Erstickung
ein, da Blausäure Bestandteile des Hämoglobins blockiert, sodass
kein Sauerstoff mehr übertragen werden kann.
Vorkommen: Blausäure kommt u.a.
im Zigarettenrauch und im Abwehrsekret von Tausendfüßlern vor.
Nutzung: Gasförmige Blausäure
wird zum Vorratsschutz als Begasungsmittel in Mühlen, Speichern und
Schiffen verwendet und dient als Ausgangsstoff der Herstellung von Düngemittel
und Ernährungsstoffen in der Tierhaltung.
Schwefelwasserstoff
Eigenschaften: farbloses, brennbares,
sehr giftiges Gas, riecht stark nach faulen Eiern, Schmelztemperatur -86°C
und Siedetemperatur -62°C, bildet mit Luft explosive Gemische, in
1Liter Alkohol lösen sich11-12 l Schwefelwasserstoffgas (20°C),
in 1 Liter Wasser 2,61 l (20°C)
Bau: Moleküle aus je zwei Wasserstoff-
und einem Schwefelatom: 
Besonderheit: Schwefelwasserstoff ist
fast ebenso giftig wie Blausäure. Luft, die nur 0,035% des Gases
enthält, wirkt bei längerem Einatmen lebensgefährlich.
Geringere Mengen führen zu taumelndem Gang, Schwindel, nervösen
Erregungszuständen und Atemnot. Die Geruchsschwelle liegt zum Glück
sehr niedrig. Doch erfolgt sehr schnell eine Gewöhnung.
Vorkommen: Schwefelwasserstoff entsteht
bei der Zersetzung von schwefelhaltigen Eiweißstoffen unter Einfluss
von Bakterien in Sümpfen und Kläranlagen und kommt in Vulkangasen,
Erdgasen (Sauergase / Supersauergase) und Schwefelquellen (Tölz,
Aachen) vor. Das Gas war schon im Altertum als "stinkende Schwefelluft"
bekannt.
