


Sulfide sind
die Salze der Schwefelwasserstoffsäure.
Schwefelwasserstoffsäure entsteht, wenn man gasförmiges Schwefelwasserstoff
in Wasser löst. Ein Teil des gelösten Schwefelwasserstoffs protolysiert
in Wasser und bildet eine schwach saure Lösung, die Schwefelwasserstoffsäure.
Das Säurerest-Ion
heißt
Sulfid-Ion.
Die
bezeichnet man als Hydrogensulfid-Ionen. Während die Alkalimetallsulfide
in Wasser leicht löslich sind, ist die Löslichkeit von Schwermetallsulfiden
(PbS, CuS, HgS) in Wasser sehr gering. Darauf beruhen auch viele Nachweisreaktionen
von Sulfid-Ionen.
Nachweis des Sulfid-Ions
Der Nachweis der zweifach negativ geladenen Sulfid-Ionen kann mit Schwermetall-Ionen,
z.B. Blei(II)-Ionen (in Blei(II)-acetat), erfolgen. Der Nachweis wird
häufig mit Bleiacetat-Papier durchgeführt (Bild 2).
Es bildet sich bei dieser Fällungsreaktion
ein schwarz gefärbter Niederschlag von Bleisulfid. Liegen Sulfid-Ionen
nur in geringer Konzentration vor, erscheint die Fällung als braunschwarze
Trübung.
Sulfid-Ionen können auch mit der sogenannten Hepar-Probe nachgewiesen werden. Eine Sulfid-Ionen enthaltende Lösung gibt auf einem Silberblech einen leberfarbenen (griech.: epar = Leber) Fleck des sehr schwer löslichen braunschwarzen Silbersulfids.

Vorkommen und Verwendung
von Sulfiden
Bei den Sulfiden handelt es sich um feste, kristalline Stoffe, die chemisch gesehen Verbindungen von Schwefel mit Metallen darstellen.
Sie kommen in der Natur als sulfidische Erze (Kiese, Blenden, Glanze)
vor. Ein wichtiges dieser Erze ist Eisendisulfid
,
auch Pyrit oder Schwefelkies
genannt (siehe Bild 1). Durch Rösten erhält man daraus Schwefeldioxid und Eisenoxid.

Beim Erhitzen unter Luftzufuhr (Rösten) von Pyrit
entstehen Eisen(III)-oxid und Schwefel(IV)-oxid. Allerdings nimmt die
Bedeutung der Sulfide als Rohstoff für die Herstellung von Schwefeldioxid
und daraus Schwefelsäure immer weiter ab.
Andere Sulfide, z. B. Quecksilbersulfid (Zinnoberrot), Bleisulfid
(Bleiglanz), Cadmiumsulfid (Cadmiumgelb), Zinksulfid (Zinkblende), Antimonsulfid
(Grauspießglanz) oder Arsensulfid (Auripigment), finden teilweise
Verwendung als Künstlerfarben oder Schminken, hauptsächlich
jedoch zur Gewinnung der entsprechenden Metalle.
Bildung von
Sulfiden
Sulfide sind Salze der Schwefelwasserstoffsäure (
)
und bilden sich durch Reaktionen dieser Säure. Sulfide entstehen jedoch
auch durch Reaktionen von Schwefel oder schwefelhaltigen Verbindungen mit
Metallen. Das schwarze Anlaufen von Silberschmuck oder silbernen Gegenständen beruht auf der oberflächlichen Bildung von Silbersulfid durch Spuren von Schwefelwasserstoff in der Luft.
Ag + H2S + 0,5 O2 → Ag2S + H2O
Analog werden silberne Löffel durch Speisen, die schwefelreiches Eiweiß enthalten (z. B. Eier) schwarz verfärbt.
Im Labor lassen sich eine Reihe von Sulfiden durch exotherme Reaktionen zwischen Metallen und Schwefel herstellen:
