Alle Stoffe sind
aus sehr kleinen
Teilchen, den
Atomen,
Ionen und
Molekülen
aufgebaut. Den
Aufbau von Stoffen kann
man mit dem
Teilchenmodell beschreiben. Seine
Grundaussagen lauten:
- Alle Stoffe bestehen aus kleinsten
Teilchen. Die Teilchen unterschiedlicher Stoffe sind in Masse
und Größe verschieden. Die Teilchen eines Stoffes sind in
Masse und Größe gleich. Die Teilchen sind immer sehr klein.
- Zwischen den Teilchen ist leerer Raum. Je nach Aggregatzustand sind
die Abstände zwischen den Teilchen verschieden groß.
- Die Teilchen der Stoffe befinden sich in ständiger Bewegung.
Die Geschwindigkeit der Teilchen ist von der Temperatur abhängig.
- Zwischen den kleinsten Teilchen der Stoffe wirken anziehende Kräfte.
Diese Anziehungskräfte besitzen nur eine geringe Reichweite.
Für diese Aussagen gibt es eine Reihe von experimentellen Beweisen
und auch von Belegen aus dem täglichen Leben:
- Löst man z.B. Zucker in Wasser, so kann man nach kurzer Zeit
den Zucker nicht mehr sehen, ihn aber immer noch schmecken.
Auch nach dem Filtrieren ist die Lösung noch süß. Offensichtlich
hat sich der Zucker im Wasser in sehr kleinen, mit bloßem Auge
nicht sichtbaren Teilchen verteilt. Die Zuckerteilchen sind so klein,
dass sie auch durch den Filter gelangen.
- Luft mit den Hauptbestandteilen Stickstoff und Sauerstoff ist überall
um uns vorhanden. Bei Wind oder Sturm spüren wir sie auch. Die
Gase in der Luft sind für uns nicht sichtbar, aber vorhanden. Fängt
Wasser an zu kochen, dann kann man den Wasserdampf (das gasförmige
Wasser) sehen.
- Gibt man einige Tropfen Tinte in ein Glas mit warmem Wasser, ohne
zu rühren, so verteilt sich die Tinte von selbst nach einiger Zeit
im gesamten Wasser.
Zigarettenrauch kann man in einem Raum an verschiedenen Stellen wahrnehmen.
Dieses Durchmischen von Stoffen kommt zustande, weil sich die Teilchen
aller Stoffe bewegen. Ursachen dafür sind die brownsche
Bewegung und daraus resultierend die Diffusion
von Stoffen.
- Eine Spiralefeder, z. B. aus Metall oder Kunststoff, kann man auseinanderziehen.
Lässt man ein Ende los, so nimmt sie wieder ihre ursprüngliche
Form an. Die Luft in einer Luftpumpe lässt sich zusammendrücken
(aber nicht beliebig weit). Zwischen den Teilchen von Körpern wirken
anziehende Kräfte.
Die anziehenden Kräfte werden als Kohäsionskräfte oder
als Adhäsionskräfte bezeichnet. Die Kohäsionskräfte
wirken zwischen Teilchen eines Stoffes, die Adhäsionskräfte
zwischen Teilchen verschiedener Stoffe.
Teilchenmodell und Aggregatzustände
Feste Körper, Flüssigkeiten und Gase bestehen zwar alle
aus Teilchen, unterscheiden sich jedoch in ihrem Aufbau, ihrer Form und
ihrem Volumen. Die Unterschiede sind in der Übersicht in Bild 2 zusammengestellt.
Das Teilchenmodell und seine Bedeutung
Wie jedes andere Modell ist auch das Teilchenmodell eine Vereinfachung
der Wirklichkeit. Mit seiner Hilfe kann man das Form- und Volumenverhalten
von Körpern deuten. Es gibt auch eine Reihe weiterer Erscheinungen,
die man mit dem Teilchenmodell deuten kann. Dazu gehören:
- die Diffusion,
- die abnehmende Leitfähigkeit von Metallen beim Erhitzen,
- die Kohäsion, die Adhäsion und die Kapillarität,
- das Schmelzen und Erstarren, das Sieden und Kondensieren sowie das
Verdunsten,
- die Volumenänderung von Körpern bei Temperaturänderung