Die Alkansäuren
sind die einfachsten organischen Säuren, deren funktionelle Gruppe
die Carboxylgruppe -COOH
ist. Sie lassen sich gedanklich von Alkanen herleiten. Ihre Moleküle
weisen eine endständige Carboxylgruppe auf. Weil in ihren Molekülen
nur Einfachbindung zwischen den Kohlenstoffatomen herrscht, handelt es sich
um gesättigte Verbindungen. Da sie nur eine Carboxylgruppe besitzen,
gehören sie zu den Monocarbonsäuren.
Zur Gruppe der Alkansäuren gehören einige sehr bekannte Verbindungen.
Ethansäure
kennt jeder als wesentlichen Inhaltsstoff des Speiseessigs. Mit der Methansäure
hatte sicher
jeder schon Kontakt. Ameisen verspritzen den Stoff bei Gefahr, Brennnesselblätter
setzen die Säure bei Berührung ihrer feinen Haare frei (siehe
Bild 1). Die Propansäure
wird häufig
als Konservierungsstoff genutzt und muss als Nahrungsmittelzusatz gekennzeichnet
werden (E 280).
Bei der Butansäure
handelt
sich um eine im Umgang äußerst unangenehme Substanz, die durch
ihren widerlichen Geruch auffällt. Butansäure entsteht, wenn Fette
(z.B. Butter) ranzig werden, aber auch bei der bakteriellen Zersetzung von
Schweiß und Hautzellen. Zecken nutzen den Geruch zur Orientierung.
Auch Hunde nehmen den Geruch in sehr geringen Konzentrationen wahr.
Octadecansäure
ist
eine langkettige, feste Alkansäure und wird zur Herstellung kosmetischer
Präparate und zur Produktion von Kerzen verwendet. Außerdem ist
sie als Fettsäure wesentliche am Aufbau vieler Fette und Öle beteiligt.

Diese Alkansäure weisen ähnliche Strukturmerkmale auf (kettenförmig,
gesättigt, eine Carbxylgruppe im Molekül). Sie unterscheiden
sich aber von Homologe zu Homologe durch eine
.
Die ähnliche Struktur bedingt ähnliche Eigenschaften. Durch
die Zunahme der Kettenlänge kommt es zu abgestuften Eigenschaften.
Diese Alkansäuren bilden eine homologe
Reihe. Ihre allgemeine Summenformel lautet
.
|
Alkansäuren |
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Name der Alkansäure |
vereinfachte Strukturformel |
Schmelz- tem- peratur in °C |
Siede- tem- peratur in °C |
Löslichkeit g in 100 g Wasser |
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Methansäure (Ameisen- säure) |
![]() |
8,4 |
101,0 |
unbegrenzt |
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Ethansäure (Essigsäure) |
![]() |
16,7 |
117,9 |
unbegrenzt |
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|
Propansäure (Propion- säure) |
![]() |
-22 |
142,4 |
gut löslich |
|
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Butansäure (Butter- säure) |
![]() |
-5,2 |
163,3 |
unbegrenzt |
|
|
Pentansäure (Valerin- säure) |
![]() |
-34,5 |
187,0 |
wenig löslich |
|
Die Eigenschaften der Alkansäuren lassen sich aus ihrem Molekülbau
erklären. Die Moleküle bestehen aus einem unpolaren (und daher
hydrophoben) Alkylrest und der polaren (und daher hydrophilen) Carboxylgruppe.
Aufgrund dieser Polarität bilden zwei Alkansäuremoleküle
über Wasserstoffbrückenbindungen häufig relativ stabile
Doppelmoleküle. Die wirkenden Kräfte beeinflussen die Schmelz-
und Siedetemperaturen. Ist der Alkylrest relativ klein, sind diese zwischenmolekularen
Kräfte gering, die Säuren sind flüssig. Ab der Decansäure
liegen die Stoffe aber im festen Aggregatzustand vor.
Auch die Siedetemperaturen nehmen mit wachsender Kettenlänge zu.
Vergleicht man die Siedetemperaturen der Alkansäuren mit denen anderer
organischer Moleküle ähnlicher Molekülmasse, so sind die
der Alkansäuren jedoch um ein Vielfaches höher. Das liegt daran,
dass noch am Siedepunkt Doppelmoleküle vorliegen. Es muss viel mehr
Energie aufgebracht werden, um die verschiedenen zwischenmolekularen Kräfte
aufzuheben. Es gilt, die Wasserstoffbrückenbindungen
innerhalb der Doppelmoleküle und Kräfte zwischen den Molekülverbänden
zu überwinden.
Die Kettenlänge des Alkylrestes hat auch Einfluss auf die Löslichkeit
der Alkansäuren. Bis zur Butansäure überwiegt der Einfluss
der polaren Carboxylgruppe. Sie sind somit sehr gut in Wasser löslich.
Mit zunehmender Kettenlänge steigt der Einfluss des unpolaren, Wasser
abstoßenden Molekülteils. Die Wasserlöslichkeit sinkt.
In wässriger Lösung dissoziieren Carbonsäuren in einem Protolysegleichgewicht.
z.B. Methansäure
Reaktionsgleichung nach ARRHENIUS
Reaktionsgleichung nach BRÖNSTED

Viele Reaktionen sind aufgrund des sauren Charakters vergleichbar mit anorganischen Säuren. So sind Salzbildungsreaktionen, wie die Neutralisationsreaktion, die Reaktion mit unedlen Metallen oder mit Metalloxiden typisch.
z.B. Ethansäure


Es gibt aber auch Reaktionen, die besonders typisch für Carbonsäuren
und insbesondere auch für die Alkansäuren sind. Eine der wichtigen
Reaktionen ist die Esterbildung.
Alkansäure + Alkohol
Alkansäureester
+ Wasser
Die Säurestärke der Alkansäuren nimmt mit zunehmender Kettenlänge ab. Höhermolekulare Alkansäuren mit mehr als
14 Kohlenstoffatomen im Molekül sind bereits fest, lösen sich
kaum in Wasser und besitzen fast gar keinen sauren Charakter mehr, z. B.
Stearinsäure mit
18 Kohlenstoffatomen.
Die abnehmende Säurestärke lässt sich damit begründen,
dass mit zunehmender Kettenlänge der länger werdende aliphatische
Rest der Säure (Alkylrest) die Wirkung der Carboxylgruppe verringert,
sie verliert also an Einfluss.