Chemie
Überblick über Trennverfahren und ihre Anwendung in der Chemie
Filtration mit einem einfachen PapierfilterDekantierenSiebenZentrifugierenTrennen von zwei nicht ineinander löslichen Flüssigkeiten unter Nutzung eines ScheidetrichtersExtraktion der Inhaltsstoffe aus Teeblätter durch Überbrühen mit heißem WasserAufbau einer einfachen DestillationsapparaturBeim Eindampfen oder Eindunsten geht das Lösungsmittel verloren.Chromatografische TrennverfahrenMagnetabscheider werden vor allem bei der Erzaufbereitung genutzt

In der Natur liegen die meisten organischen und anorganischen Stoffe als Stoffgemische vor. Auch in der chemischen Industrie handelt es sich bei Ausgangsstoffen und Reaktionsprodukten von Stoffsynthesen fast immer um verunreinigte Substanzen. Deshalb sind Verfahren zur Stofftrennung sowohl im chemischen Labor, in der Technik und im Alltag von außerordentlicher Bedeutung.
Die Trennung der Stoffgemische beruht auf der Ausnutzung der physikalischen und chemischen Eigenschaften der beteiligten Reinstoffe.

Filtrieren
Grundprinzip: Trennung von Stoffgemischen aus Stoffen unterschiedlicher Aggregatzustände aufgrund unterschiedlicher Teilchengröße

Will man eine Flüssigkeit von einem in ihr (meist) unlöslichen Feststoff trennen, wählt man das Filtrieren. Die Flüssigkeit, die aus sehr kleinen Teilchen besteht, fließt ohne Probleme durch das Filterpapier oder Filtertuch (Bild 1). Dabei ist auf die Porengröße des verwendeten Filtermaterials zu achten. Zurück bleibt der aus größeren Teilchen bestehende Filterrückstand.
Die beschriebene einfache Filtration mithilfe eines Papierfilters ist insofern nachteilig, da sie sehr langsam verläuft und stets Flüssigkeit am Filterrückstand haften bleibt. Dies kann man verbessern, wenn man mit Saugflaschen und Büchnertrichtern arbeitet.
Durch die Verwendung einer Wasserstrahlpumpe und den entstehenden Unterdruck verläuft das Filtrieren weitaus schneller und der Filterrückstand wird durch die nachgesogene Luft getrocknet.

Als Sonderfall ist die Filtration mithilfe bestimmter Membranen mit sehr kleiner Porengröße (Molekularfilter) zu betrachten. Durch diese Filter werden beispielsweise Wassermoleküle durchgelassen, jedoch Verunreinigungen (teilweise sogar lösliche Feststoffe) zurückgehalten.
Anwendungsgebiete dieses Verfahrens sind beispielsweise die Meerwasserentsalzung zur Trinkwassergewinnung, aber auch die Reinigung des Blutes von Patienten mit geschädigten Nieren durch Dialyse.

Anwendungsbeispiele der Filtration von Flüssigkeiten:

Beispiele für die Filtration von Feststoffen aus Gasen:

Ebenfalls als Sonderfall der Filtration ist das Rechen zu werten, da hier die Größe der zu trennenden Stoffe bzw. abzutrennenden Materialien sehr unterschiedlich ist. So erfolgt eine Trennung einer groberen, lockereren Komponente von einer Oberfläche anderen Materials, wie beispielsweise

Dekantieren
Grundprinzip: Trennung von einer Flüssigkeit und eines darin unlöslichen Feststoffes aufgrund unterschiedlicher Dichten

Hat sich ein unlöslicher Feststoff unterhalb einer Flüssigkeit abgesetzt, sodass sich zwei Schichten bilden, kann die oben befindliche Flüssigkeit (der Überstand) vorsichtig abgegossen werden (Bild 2). Allerdings kann man durch Dekantieren das Gemisch nicht vollständig trennen, da immer eine Teil der Flüssigkeit mit dem Feststoff vermischt bleibt und oftmals auch einige Feststoffpartikel in der abgegossenen Flüssigkeit nachweisbar sind.

Anwendungsbeispiele:

Sieben
Grundprinzip: Trennung von Feststoffen aufgrund unterschiedlicher Korngröße

Die Trennung erfolgt, indem das Stoffgemisch über eines oder mehrere Siebe mit definierter Größe der Löcher gegeben wird (Bild 3). Das Sieben wird in der Regel dadurch beschleunigt, dass die Siebe geschüttelt werden.

Anwendungsbeispiele:

Zentrifugieren
Prinzip des Verfahrens: Trennen nicht mischbarer Stoffe (meist Feststoff/Flüssigkeit) aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichte und der sich daraus ergebenden Fliehkräfte

Ist ein unlöslicher Feststoff in einer Flüssigkeit sehr fein verteilt, ist eine Trennung durch Filtration oftmals ungeeignet. Der fein verteilte Feststoff würde bei der geringen Filtrationsgeschwindigkeit die Poren eines Filterpapiers verstopfen. In diesem Fall benutzt man eine Zentrifuge. Dieses Gerät erzeugt durch eine hohe Umdrehungszahl Fliehkräfte, durch die die Feststoffteilchen an den Boden der Reagenzgläser gedrückt werden und sich so von der ebenfalls im Reagenzglas befindlichen Flüssigkeit trennen (Bild 4). Nach dem Entnehmen der Reagenzgläser kann man die Flüssigkeit einfach dekantieren.

Anwendungsbeispiele:

Abscheiden
Prinzip des Verfahrens: Trennung von Stoffen (oft Flüssigkeiten), die nicht ineinander löslich sind, aufgrund unterschiedlicher Dichte

Sind zwei Flüssigkeiten ineinander unlöslich, bilden sich beim Entmischen zwei Phasen. Die untere Schicht enthält immer die Flüssigkeit mit der größeren Dichte, die obere Schicht die Flüssigkeit mit der geringeren Dichte. Durch einen Scheidetrichter können solche Stoffgemische im Labor problemlos getrennt werden (Bild 5).

Anwendungsbeispiele:

Extrahieren
Grundprinzip: Trennung von Stoffgemischen aufgrund der unterschiedlichen Löslichkeit der enthaltenen Reinstoffe in einem Lösungsmittel

Bei der Extraktion nutzt man die unterschiedliche Löslichkeit der im Gemisch enthaltenen Komponenten in einem geeigneten Lösungsmittel aus (Bild 6). Das Lösungsmittel (Wasser, Alkohol oder andere organische Lösungsmittel) sollte eine Komponente möglichst gut und die andere möglichst schlecht lösen. Der gewonnene Extrakt kann direkt genutzt werden oder weiterverarbeitet, z. B. indem das Lösungsmittel zurück gewonnen und der im Extrakt enthaltene Reinstoff abgetrennt wird. Das hat den Vorteil, dass das (oft teure) Lösungsmittel erneut zum Einsatz kommen kann.
Man kann beispielsweise lösliche Feststoffe aus anderen Feststoffen bzw. Flüssigkeiten extrahieren.

Anwendungsbeispiele der Fest-Flüssig-Extraktion:

Andererseits kann mithilfe der Extraktion auch ein Gemisch flüssiger Stoffe trennen. Meist wird dieses Verfahren im Labor als "Ausschütteln" bezeichnet. Dazu wird eine Lösungsmittel (Extraktionsmittel), in der sich ein Bestandteil gut löst, zu dem Gemisch gegeben. Durch kräftiges Schütteln wird der gewünschte Bestandteil aus dem ursprünglichen Gemisch abgetrennt, indem es sich in dem Lösungsmittel löst. Nach der Bildung von zwei Phasen, kann die Trennung der Phasen durch im Scheidetrichter erfolgen.

Anwendungsbeispiele der Flüssig-Flüssig-Extraktion:

Destillieren
Grundprinzip: Trennen von flüssigen Stoffgemischen aufgrund unterschiedlicher Dampfdrücke bzw. Siedetemperaturen

Bei der Destillation wird die unterschiedliche Flüchtigkeit der im Stoffgemisch enthaltenen Reinstoffe zur Trennung genutzt. Bei diesen Gemischen handelt es sich um Lösungen (meist Gemische von flüssigen Stoffen bzw. Gemische aus festen und flüssigen Stoffen). Bei der Erwärmung in einer Destillationsapparatur (Bild 7) verdampft zuerst der Stoff mit der niedrigeren Siedetemperatur, kondensiert am Kühler und kann in einer Vorlage aufgefangen werden. Die Siedetemperaturen der Stoffe im Gemisch sollten relativ weit auseinanderliegen, damit das Verfahren zur Anwendung kommen kann.

Anwendung:

Eine spezielle Variante stellt die fraktionierte Destillation dar, durch deren Hilfe mehrere ineinander lösliche Flüssigkeiten getrennt werden können. Man bedient sich einer speziellen Apparatur (Kolonne), die ein langsameres Ansteigen der Temperatur erlaubt. Durch die so feinere Trennung können Flüssigkeiten mit kleinen Siedetemperaturdifferenzen voneinander isoliert werden.
Bei der Destillation erhält man immer die leichter flüchtigen Bestandteile eines Gemisches in reiner Form (Destillat), die schwerer verdampfbaren bleiben meist als verunreinigter Rückstand zurück.

Anwendungsbeispiele:

Eindampfen/ Eindunsten
Grundprinzip: Trennen eines Feststoffs aus einer Lösung durch Ausnutzung der höheren Flüchtigkeit des Lösungsmittels

Beim Eindampfen will man - anders als bei der Destillation - den schwerer flüchtigen Feststoff aus einer Lösung isolieren. Dazu wird die Lösung stark auf Temperaturen deutlich oberhalb des Siedepunkts des Lösungsmittels erwärmt. Nach dem Verdampfen des Lösungsmittels und eventueller Verunreinigungen bleibt der gelöste Feststoff zurück.
Dazu muss der Feststoff jedoch thermisch stabil sein und darf sich nicht zersetzen. Anderenfalls muss man das Lösungsmittel bei Temperaturen unterhalb der Siedetemperatur verdunsten lassen. Dabei bleibt zwar der Feststoff erhalten und es wird wenig Energie verbraucht, aber die Trennung dauert viel länger. In beiden Fällen geht das Lösungsmittel bei der Trennung verloren.

Anwendungsbeispiele:

Chromatografie
Grundprinzip: Die Chromatografie bezeichnet verschiedene physikalische Trennverfahren, bei denen die Stofftrennung auf der unterschiedlichen Verteilung der Reinstoffe zwischen einer stationären und einer mobilen Phase beruht. Die stationäre (fest stehende) und die mobile (bewegliche) Phase sind nicht miteinander mischbar.

Es gibt unterschiedliche chromatografische Verfahren, deren grundlegende Prinzipien in einem anderen Beitrag auf dieser CD erläutert sind. Die Trennung beruht auf physikalischen Prozessen, die sich teilweise überlagern und deshalb kompliziert sind. Die Chromatografie eignet sich besonders zur Analyse sehr kleiner Stoffmengen bzw. komplexer Gemische aus vielen Bestandteilen.
Ein Beispiel ist die Trennung von Farbstoffgemischen, die man in einem Lösungsmittel aufnimmt, welches als mobile Phase wirkt. Dieses wird auf einen festen Stoff (z. B. Chromatografiepapier als stationäre Phase) aufgebracht und transportiert die gelösten Stoffe über den Feststoff. Von diesem werden die gelösten Stoffe unterschiedlich gut "festgehalten" werden die einzelnen Bestandteile des Stoffgemisches und so vom Lösungsmittel unterschiedlich schnell transportiert und auf diese Weise getrennt (Bild 9).

Anwendungsbeispiele:

Magnetscheiden
Grundprinzip: Trennung aufgrund unterschiedlicher magnetischer Eigenschaften der Reinstoffe im Gemisch

Das Magnetscheiden ist sowohl geeignet, Feststoffgemische als auch magnetische Feststoffe von Flüssigkeiten zu trennen. Dazu nutzt man in der Technik häufig einen Elektromagneten. Das hat den Vorteil, dass die magnetischen Stoffe sich nach Abschalten des Stroms wieder von dem Gerät lösen. Verwendet man im Labor einen Dauermagneten, um beispielsweise Sand und Eisenspäne zu trennen, sollte man den Magneten nicht direkt mit den Spänen in Kontakt kommen lassen, sondern Ihn mit einem Stück Papier schützen

Anwendungsbeispiele:

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