

Den Prozess der Verbrennung bezeichnet man in der Chemie als Oxidation. Das Wort ist abgeleitet von dem lateinisch/griechischen Wort Oxygenium (Sauerstoff). Verbrennungen sind oftmals Reaktionen, an denen Sauerstoff beteiligt ist. Die chemischen Reaktionen verlaufen u. a. mit Wärmeabgabe und unter Lichtentwicklung.
Allerdings existieren neben Sauerstoff noch andere Stoffe, die eine Verbrennung fördern, z. B. Chlor und andere Oxidationsmittel. Es muss jedoch betont werden, dass zwar jede Verbrennung ein Oxidationsprozess ist, obwohl umgekehrt nicht jede Oxidation ein Verbrennungsprozess ist.
Die Begriffe Oxidation oder Redoxreaktion sind viel weiter gefasst als der der Verbrennung und in einem anderen Beitrag auf dieser CD erläutert.
Bedingungen für
die Verbrennung
Feuer hatte seit Beginn
der Menschheitsgeschichte eine vielseitige Bedeutung (Bild 1). Ein Feuer
zu entfachen gelingt nicht immer auf Anhieb. Es müssen einige Bedingungen
erfüllt werden.
Wie entsteht Feuer - Erklärung anhand einer Kerze
Schon anhand einer Kerze kann man ermitteln, welche Voraussetzungen gegeben
sein müssen, damit ein Feuer entsteht.
Entzündet man eine bisher nicht benutzte Kerze, dauert es eine kleine
Weile bis der Docht brennt. Durch die Wärme des brennenden Dochtes
wird das Kerzenwachs erhitzt und beginnt sich zu verflüssigen. Das
flüssige Wachs brennt nicht. Durch die herrschende Temperatur, beginnt
es jedoch zu sieden und wird gasförmig. Das Gas (Wachsdampf) entzündet
sich. Dazu muss es eine bestimmte Temperatur, seine Entzündungstemperatur,
erreicht haben.
Stülpt man ein Glas über diese Kerze, geht sie nach einiger
Zeit aus. Die Kerze muss also mit Luft in Berührung kommen, damit
sie brennt. Der Docht der Kerze hat die Aufgabe dafür zu sorgen,
dass das flüssige Wachs nach oben steigt. Der Docht allein würde
sehr schnell verglühen. Um den Docht herum verbrennt also das gasförmige
Kerzenwachs. Dabei sehen wir Licht und spüren Wärme, nehmen
eine Flamme wahr. Die Flamme selbst
ist also nichts anderes als brennendes Gas. Flammen sind brennende Gase.
Brennende Kerzen werden kleiner, weil das Kerzenwachs verbrennt. Kerzenwachs
ist also ein brennbarer Stoff. Solche Stoffe werden als Brennstoffe
bezeichnet. Das Vorhandensein eines Brennstoffs stellt ebenfalls ein
wichtige Voraussetzung für die Entstehung und Erhaltung eines Feuers
dar. Zu den Brennstoffen gehören z.B. Holz, Papier, Kohle und Heizöl.
Auch diese Brennstoffe müssen erst erhitzt werden, um Gase zu bilden.
Beim Erreichen ihrer Entzündungstemperatur beginnen diese zu brennen.
Drei Bedingungen für das Entstehen von Feuer
Für das Entstehen von Feuer müssen 3 Voraussetzungen erfüllt
sein: Die wichtigste Grundvoraussetzung ist, dass brennbare Ausgangsstoffe
vorhanden sind, zum Beispiel Holz oder Papier.
Diese Stoffe reagieren mit dem Sauerstoff, der zu einem großen
Teil in der Luft enthalten ist (21%). Es läuft eine chemische Reaktion
ab.
Ein brennbarer Stoff und Sauerstoff allein genügen
aber noch nicht für die Entstehung eines Feuers - sonst würde
schließlich alles um uns herum ständig brennen.
Für jeden Stoff ist eine unterschiedliche Temperatur,
die sogenannte Entzündungstemperatur notwendig, um das Verbrennen
beginnen zu lassen.

Je besser die Ausgangsstoffe durchmischt sind, desto
schneller und erfolgreicher verläuft die Verbrennung (Oxidation).
So brennen zum Beispiel Holzspäne besser als ein Baumstamm. Die unterschiedliche
Größe der Holzstücke zeigt, dass auch der Zerteilungsgrad
von Stoffen eine wichtige Rolle beim Entzünden eines Feuers spielt.
Ist der brennbare Stoff sehr fein zerteilt, erfolgt die Durchmischung
mit Luft viel leichter. Ein ausreichender Zerteilungsgrad ist eine wesentliche
Bedingung, damit etwas zu brennen beginnt.
Energieänderungen bei Verbrennungen
Bei allen chemischen Reaktionen finden Energieänderungen
statt. Energieformen werden ineinander umgewandelt. Bei einigen chemischen
Reaktionen erfolgt eine Energieabgabe.
Auch beim Verbrennen von Kerzenwachs handelt es sich um eine exotherme
Reaktion, denn es wird ebenfalls Energie in Form von Wärme und Licht
abgegeben. Die bei der Verbrennung von Kohle, Erdgas, Erdöl, Heizöl
frei werdende Wärme wird zur Erzeugung von Elektroenergie, zum Heizen
und zum Kochen eingesetzt.
Die Verbrennung ist eine exotherme Reaktion, da Wärme an die Umwelt
abgegeben wird.
Menschliches Leben und technischer Fortschritt sind auch heute ohne Verbrennungsprozesse nicht denkbar. Da jedoch bekannt ist, welche verheerenden Folgen Brände haben können, ist es notwendig, Brände zu verhindern. Dafür muss mindestens eine der genannten Bedingungen fehlen. Daraus ergeben sich auch die Maßnahmen zum Löschen eines Feuers (Bild 3, 4, 5):
Eine Reihe von Bränden darf niemals mit Wasser
gelöscht werden.
Brände von Flüssigkeiten,
die nicht mit Wasser mischbar und leichter als Wasser sind (Benzin, Petroleum,
Dieselöl)
Diese Flüssigkeiten schwimmen auf dem Wasser und würden nur
weiter verteilt werden. Dadurch kämen sie noch besser mit dem Sauerstoff
der Luft in Kontakt, die Flammen würden sich verstärken. Für
die Brandbekämpfung dieser Brände muss ein Schaumfeuerlöscher
oder Trockenfeuerlöscher zur Unterbindung der Luftzufuhr genutzt
werden. Trockenlöscher enthalten als Löschmittel Natron, die
ein nicht brennbares Gas (Kohlenstoffdioxid) abgeben. Dadurch wird die
Flamme erstickt. Beim Schaumlöscher wird das Löschmittel aufgeschäumt
und der Brandherd eingeschlossen. Ein Beispiel für diese Art von
Bränden stellen einige Küchenbrände dar. Wenn sich z.B.
das Fett oder Öl in der Bratpfanne entzündet hat, darf auf keinen
Fall mit Wasser gelöscht werden.
Brände an
elektrischen Leitungen
Löschwasser enthält gelöste Salze und ist dadurch ein relativ
guter Leiter für den elektrischen Strom. Hier muss zuerst die elektrische
Anlage abgeschaltet werden. Zum Löschen dieser Brände werden
ebenfalls Kohlenstoffdioxidfeuerlöscher und (Trockenlöscher)
verwendet. Ein Beispiel für diese Brände ist ein Kabelbrand.
Brände von
Leichtmetallen wie Aluminium und Magnesium
Bei diesen Metallen handelt es sich um besondere Metalle. Sie brennen
nicht nur an der Luft. So ein Leichtmetallbrand wird nicht einmal von
Wasser gelöscht! Kommen die brennenden Metalle mit Wasser in Berührung,
kann es zu Explosionen kommen.
Nachdem man den Brandherd lokalisiert und die brennbaren Materialien
aus der Nähe entfernt hat, wird der Brandherd mit trockenem(!) Sand
abgedeckt, um die Luftzufuhr zu unterbinden. Diese Art von Bränden
hat besondere Bedeutung im Chemieunterricht, da dort mit Magnesium gearbeitet
wird.
Wenn Gase explodieren
In dem Fall, dass die brennbaren Ausgangsstoffe nicht fest oder flüssig,
sondern gasförmig sind, findet eine besonders heftige Reaktion mit
dem Sauerstoff statt.
In kürzester Zeit wird extrem viel Wärme frei, die gasförmigen
Reaktionsprodukte dehnen sich augenblicklich stark aus und verdrängen
die Luft und es kommt zu einem Knall.
Diesen Vorgang bezeichnet man als Gasexplosion
Typische Beispiele hierfür sind Gasexplosionen nach dem unkontrollierten
Ausströmen von Erd- oder Stadtgas, "schlagende Wetter"
im Bergwerk (Gemische aus dem Grubengas Methan und Luft explodieren beim
Erreichen der Entzündungstemperatur des Methans), Staubexplosionen
in der Kohle verarbeitenden Industrie oder in Mühlenwerken (Explosionen
von Mehlstaub-Luft-Gemischen).