

Chlor wird in der chemischen Industrie überwiegend zur Herstellung organischer Produkte eingesetzt, darunter sind auch viele chlorfreie Endprodukte, die über chlorhaltige Zwischenstufen oder mithilfe chlorhaltiger Verbindungen hergestellt werden. Beispielsweise werden Isocyanate, die für Polyurethane eingesetzt werden, durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen hergestellt:

Damit ist die Chlorchemie in der BRD direkt oder indirekt zu 50 - 60 % am
Chemieumsatz beteiligt.
Aus Chlor werden wichtige anorganische Verbindungen wie Salzsäure,
Chloride, Hypochlorite, Chlorate und Chlorkalk (Bleichkalk) hergestellt.
Weitere Verwendung findet Chlor als Oxidationsmittel, Bleichmittel, zur
Desinfektion von Trinkwasser und Badewasser in Bädern sowie beim Entzinnen
von Weißblech.
Wichtige organische Verbindungen, die Chlor enthalten, sind z. B. Polyvinylchlorid (PVC), Phosgen (Carbonylchlorid - COCl2), Trichlormethan (Chloroform), Tetrachlormethan
und verschiedene Insektizide und Pestizide. Chlorfreie Produkte, zu deren
Herstellung Chlor verwendet wird, sind z. B. ungesättigte Verbindungen,
die sich durch Eliminierung von Chlorwasserstoff herstellen lassen.

Natronlauge ist eine wässrige
Lösung von Natriumhydroxid ("Ätznatron"). Sie wird
in vielen Prozessen als Neutralisationsmittel bzw. basisches Medium eingesetzt.
Weiterhin werden große Mengen beim Bauxit-Aufschluss für die
Aluminiumherstellung
sowie bei der Gewinnung von Zellstoff benötigt, desgleichen in der
Papier- und Textilindustrie. Auch für die Seifen- und Farbstoffindustrie
ist Natronlauge eine unersetzliche Hilfschemikalie, die bei vielen Umwandlungs-,
Verarbeitungs-, und Reinigungsprozessen eine Rolle spielt.
Weitere Anwendungen, die mengenmäßig jedoch von geringer Bedeutung
sind, findet Natronlauge in der Fotografie als Zusatz in Entwicklungs-
und Fixierbädern, außerdem als Brezellauge (4%-ige Natronlauge)
oder zum Abbeizen von Holz.