
Voraussagen ist eine Tätigkeit, die eng mit der Anwendung von Gesetzen
und Modellen verbunden ist.
Beim Voraussagen wird eine Folgerung,
die wahrscheinlich auftreten wird, vorhergesagt.
Die Voraussage muss auf der Grundlage von Gesetzen oder Modellen unter
Berücksichtigung der gegebenen Bedingungen
erfolgen.
Dann kann eine Folgerung in Bezug auf
eine Erscheinung abgeleitet werden.
Eine wissenschaftliche Voraussage
oder Prognose stützt sich immer
auf Gesetze oder Modelle und hat nichts mit Spekulationen
zu tun.
Der Wahrheitswert einer Voraussage kann
trotzdem unterschiedlich sein. Wird die Voraussage auf der Grundlage eines
vielfach bestätigten Gesetzes getroffen und sind alle Wirkungsbedingungen
bekannt, so wird die Voraussage mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten.
Sind dagegen die zugrunde liegenden Gesetze komplex und nicht alle Wirkungsbedingungen
oder Einflussfaktoren bekannt, so kann die Voraussage auch unsicher sein.
Das kann man z. B. bei Wettervorhersagen festzustellen. Voraussagen müssen
deshalb in der Praxis, oft mit Experimenten überprüft werden.
Voraussagen sind bei chemischen Experimenten von besonderer Bedeutung.
Mithilfe der Kenntnisse vom Aufbau der Stoffe und dem Verlauf einer chemischen
Reaktion ist man in der Lage, eintretende Erscheinungen im Voraus zu formulieren.
Im Experiment wird anschließend die Voraussage überprüft
und eventuell korrigiert.
Beim Voraussagen sollte man folgendermaßen vorgehen:
Beispiel:
Formuliere eine Voraussage über den Verlauf und das Ergebnis der
Reaktion von Natrium mit Chlor!
Chlor ist ein gelbgrünes, stechend riechendes, giftiges Gas.
Es gehört zu den molekular vorkommenden Elementsubstanzen der VII.
Hauptgruppe.
Wie das verwandte Fluor ist es ein äußerst reaktionsfreudiges
Element. Das Chloratom besitzt sieben Außenelektronen und muss,
um ein Elektronenoktett und damit Stabilität zu erreichen, noch ein
Elektron aufnehmen.
Natrium gehört zu den Metallen der I. Hauptgruppe, den Alkalimetallen.
Ihre Atome besitzen ein Außenelektron und können durch Abgabe
dieses Außenelektrons stabil werden. Natriumatome geben demnach
ein Elektron ab, Chloratome nehmen ein Elektron auf.
Wenn Natrium mit Chlor in Verbindung gebracht wird, findet eine heftige
Reaktion statt. Natriumchlorid entsteht.