Voraussetzungen und Bedingungen chemischer Reaktionen
Treffen folgende
vier
Merkmale zu, handelt es sich um
eine
chemische Reaktion.
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Im makroskopischen Bereich ist eine Stoffumwandlung
zu beobachten. Es werden neue Stoffe mit charakteristischen Eigenschaftskombinationen
gebildet. |
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Damit verbunden ist eine Energieumwandlung.
Die Energie der Reaktionsprodukte ist durch Aufnahmen von Energie
größer als die Energie der Ausgangsstoffe (endotherme Reaktion)
oder durch Energieabgabe geringer als die der Ausgangsstoffe (exotherme
Reaktion). |
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Die Ursachen für Stoff- und Energieumwandlungen
sind nicht mit unseren Sinnerorganen erkennbar. Im submikroskopischen
Bereich vollziehen sich Änderungen
der Teilchen |
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und ein Umbau chemischer
Bindungen. |
Damit chemische Reaktionen stattfinden, müssen bestimmte
Voraussetzungen
gegeben sein. Zuerst einmal ist es selbstverständlich, dass alle Ausgangsstoffe
vorhanden sein müssen. Außerdem muss sowohl bei endothermen als
auch bei exothermen Reaktionen zum Auslösen der chemischen Reaktion
Energie zugeführt werden. Das kann Lichtenergie, kinetische Energie,
elektrische Energie oder auch thermische Energie sein. Manchmal reicht schon
die Temperatur der Umgebung aus. Trotzdem kann man einen Holzklotz sehr
viel schwerer zum Brennen bringen als einen Holzspan. Warum erst immer Energie
zugeführt werden muss und warum sich der Holzklotz trotz Energiezufuhr
schlechter entzünden lässt als der Span, kann mithilfe der Stoßtheorie
erklärt werden. Dieses Modell hilft, sich Prozesse im submikroskopischen
Bereich vorzustellen.
Stoßtheorie
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1.
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Teilchen werden als starre Körper angenommen,
die sich ungeordnet bewegen. Bei steigender Temperatur nimmt die Bewegung
zu. |
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2.
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Teilchen stoßen durch die Bewegung zusammen. |
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3.
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Damit eine Reaktion erfolgt, müssen die Teilchen
wirksam zusammenstoßen. Dazu benötigen sie eine Mindestenergie
und müssen in bestimmter Weise zueinander ausgerichtet sein. |
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4.
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Je häufiger wirksame Zusammenstöße
in einer bestimmten Zeiteinheit erfolgen, desto schneller reagieren
Ausgangsstoffe miteinander. |
Bei explosiven Gemischen wie z B. beim Knallgas
genügt ein Funke, um das Gemisch zu zünden. Dieser Zündfunke
muss jedoch vorhanden sein. Bei tiefen
Temperaturen
kann ein Knallgasgemisch gefahrlos aufbewahrt werden. Wird es aber über
einen bestimmten Punkt hinaus erwärmt, erfolgt die Reaktion sehr heftig.
Die Teilchen der Ausgangsstoffe müssen erst durch Zufuhr von Energie
aktiviert werden. Erst in dem aktivierten Zustand stoßen sie wirksam
zusammen und reagieren miteinander. Die dazu notwendige Energie bezeichnet
man als
Aktivierungsenergie
(Bild 3).
Im Falle explosiver Gemische kann die Aktivierungsenergie durch einen Funken,
aber auch durch einen Lichtblitz oder einen Schlag zugeführt werden.
Beim Rosten von Eisen reicht die thermische Energie der Umgebung aus, um
die Teilchen zu aktivieren. Für endotherme Reaktionen ist eine ständige
Energiezufuhr nötig, da bei der Reaktion selbst nicht genug Energie
frei wird, um weitere Teilchen der Ausgangsstoffe in den aktivierten Zustand
zu versetzen. Dabei muss es sich ebenfalls nicht immer um thermische Energie
handelt. Bei der Fotosynthese wird die Energie des Lichts genutzt. Zudem
bewegen sich die Teilchen bei höherer Temperatur schneller und stoßen
somit öfter zusammen.
Wesentlich ist auch die
Durchmischung der Ausgangsstoffe
und im Zusammenhang damit ihr Zerteilungsgrad
(Bild 4). Damit Teilchen miteinander reagieren können, müssen
sie miteinander in Kontakt kommen. Je feiner verteilt die Stoffe sind, desto
größer ist die Oberfläche und desto eher erfolgt eine Reaktion.
Beim Entzünden eines Feuers lässt sich der Effekt beobachten.
Einen Holzklotz bekommt man nicht mit einem Streichholz angezündet.
Eine Anzahl kleinerer Holzspäne zum Brennen zu bringen ist einfach.
Bei Metallen lässt sich Ähnliches beobachten. Ein Eisenstück
brennt nicht. Bläst man Eisenpulver in eine Flamme oder hält Eisenwolle
in die Brennerflamme, brennt auch Eisen.
Der Verlauf der chemischen Reaktion hängt
jedoch nicht nur von der Art der Ausgangstoffe ab, sondern auch von den
herrschenden
Reaktionsbedingungen, unter
denen die Ausgangsstoffe miteinander in Kontakt gebracht werden.
Ist bei einem Laborexperiment einer der Ausgangsstoffe aufgebraucht, läuft
die Reaktion nicht weiter ab. Im Zusammenhang damit spielt auch die
Konzentration
der Stoffe als eine Reaktionsbedingung
eine wichtige Rolle. Stülpt man beispielsweise ein Behältnis über
eine brennende Kerze, geht sie aus (Bild 5). Das heißt nicht, dass
der Sauerstoff schon vollständig verbraucht ist, sondern dass die Konzentration
des Sauerstoffs zu gering und die des entstandenen Kohlenstoffdioxids zu
hoch ist und deshalb keine Reaktion mehr erfolgen kann. Bei der Verbrennung
von Wasserstoff ist der Anteil der Gase Sauerstoff und Wasserstoff im Gemisch
für die Heftigkeit der Reaktion entscheidend. Auch bei der Reaktion
von Metallen mit Sauerstoff kann man dieses Phänomen beobachten. Die
Reaktion in reinem Sauerstoff verläuft heftiger als die Reaktion in
Luft.Neben der Konzentration spielen noch andere Reaktionsbedingungen
eine Rolle. Die
Temperatur
ist nicht nur für die Aktivierung der Teilchen wesentlich. Bei hoher
Temperatur bewegen sich die Teilchen schneller. Daher können sie öfter
zusammenstoßen und es kommt auch öfter zu wirksamen Zusammenstößen.
Außer der Temperatur und Konzentration zählt bei chemischen Reaktionen,
an denen Gase beteiligt sind, auch der
Druck
zu den Reaktionsbedingungen.
Verändert man die Reaktionsbedingungen (Konzentration, Temperatur,
gegebenenfalls Druck) kann der Verlauf einer chemischen Reaktion gezielt
beeinflusst werden.
Mithilfe von
Katalysatoren
wird auf den Verlauf chemischer Reaktionen ebenfalls Einfluss genommen.
Durch Katalysatoren kann die Aktivierungsenergie herabgesetzt werden. Dadurch
können manche Stoffe überhaupt erst oder bei relativ niedrigen
Temperaturen zur Reaktion gebracht werden. Beispielsweise lässt sich
Zucker verbrennen, wenn man als Katalysator etwas Asche hinzugibt.