


Die Salze der Schwefelsäure sind die Sulfate.
Verdünnte Schwefelsäure reagiert mit unedlen Metallen, Metalloxiden
und Metallhydroxiden unter Bildung von Sulfaten und Wasserstoff bzw. Wasser.

Die Sulfate setzen sich aus Metall-Ionen und Sulfat-Ionen
zusammen.
Sulfat-Ionen besitzen folgende Valenzstrukturformel (LEWIS-Formel) bzw.
räumliche Struktur:

Eigenschaften der Sulfate
Viele Sulfate sind in Wasser löslich (Sulfate der Alkalimetalle und
Nebengruppenmetalle, Ammoniumsulfat). In wässriger Lösung liegen
elektrisch positiv geladene Metall-Ionen und zweifach elektrisch negativ
geladene Sulfat-Ionen vor.
Schwer löslich in Wasser sind dagegen Erdalkalimetallsuflate wie
Calciumsulfat
und
Schwermetallsulfate wie Bleisulfat
oder
Bariumsulfat
.
In Wasser gelöste Sulfate rufen die bleibende (permanente) Wasserhärte
hervor, da diese Salze auch nach dem Kochen des Wassers in gelöster
Form vorliegen.
Nachweis von Sulfat-Ionen
Der Nachweis der Sulfat-Ionen
erfolgt durch Versetzen einer schwach sauren Probelösung mit Bariumchloridlösung
. Durch
Fällung entsteht ein weißer Niederschlag aus Bariumsulfat.
Die Barium-Ionen verbinden sich mit den Sulfat-Ionen zu dem fast unlöslichen, weißen Bariumsulfat. Durch Ansäuern der Lösung mit verdünnter Salzsäure wird die Fällung des ebenfalls schwer löslichen Bariumcarbonats verhindert.
Wichtige Sulfate
Natriumsulfat
,
kommt in der Natur in den GUS-Staaten und in Kanada vor. Es wird bei der
Herstellung von Waschmitteln und in der Glas- und Papierindustrie eingesetzt.
Natriumsulfat kann Wasser aufnehmen und deshalb als Trockenmittel verwendet
werden. Das Dekahydrat,
,
wird als Glaubersalz bezeichnet .
Calciumsulfat
kommt Anhydrit in großen natürlichen Lagerstätten vor.
Außerdem entsteht Calciumsulfat in großen Mengen bei der Rauchgasentschwefelung
in Kraftwerken und als Abprodukt in Chemieanlagen.
In der Bauindustrie und beim Heimwerker wird
,
das sogenannte Hemihydrat, als Stuck- oder Putzgips eingesetzt. Beim Abbinden
erfolgt Wasseraufnahme, wobei Gips,
,
entsteht. Das Abbinden erfolgt unter geringer Volumenzunahme, so dass
feinste Reliefe wiedergegeben werden können (Bild 3).
Große Mengen Gips
werden in der Bauindustrie (z. B. Gipskarton) und als Abbindeverzögerer
in der Zementindustrie eingesetzt. Mit Gips wurde schon vor über
2500 Jahren gemauert.
Das Mineral Schwerspat besteht aus Bariumsulfat.
Bariumsulfat
ist
in Wasser kaum löslich. Hauptverbraucher ist die Erdölindustrie,
wo Bohrschlämme aus einer Bariumsulfat-Suspension bestehen. Außerdem
erfolgt der Einsatz als Füllstoff in der Bau- und Papierindustrie,
sowie als farbgebende Komponente in weißer Malerfarbe.
Kupfersulfat
ist farblos und reagiert mit Wasser zum Pentahydrat,
,
das blau gefärbt ist (Bild 4). Es kann deshalb zum Nachweis von Wasser,
z. B. in organischen Lösemitteln, genutzt werden.
Kupfersulfat wird zur Herstellung von Farbpigmenten und Saatgutbeizen
eingesetzt. Da Spuren von Kupfer niedere Organismen abtöten, hilft
zum Frischhalten von Wasser in der Blumenvase die Zugabe einer Kupfermünze.
Das weiße Bleisulfat ist ebenfalls schwer löslich und bildet sich beim Entladevorgang im Bleiakkumulator:

Wird dem System von außen elektrische Energie zugeführt und der Akkumulator wieder aufgeladen, so kehrt sich der chemische Vorgang um, und es bilden sich Blei und Blei(IV)-oxid (Bild 5).
Ammoniumsulfat ist ein wichtiger Stickstoffdünger
und wird zur Herstellung von Flammschutzmitteln eingesetzt. Kaliumsulfat
dient zur Herstellung von Misc
hdüngern und Feuerlöschmitteln.
Als Mineral Kieserit, ,
kommt Magnesiumsulfat in der Natur
vor. Das Heptahydrat,
,
wird als Bittersalz bezeichnet und diente früher als Abführmittel.
Der Einsatz von Magnesiumsulfat erfolgt bei der Produktion von Mischdüngern
und bei der Wasseraufbereitung.
Eine besonder Gruppe der Sulfate sind die Alaune,
die verschiedene Kationen enthalten. Es handelt sich dabei um sogenannte
Doppelsalze, die aus einem Sulfat eines einwertigen und eines dreiwertigen
Metalls gebildet werden, z. B. Kalium-Aluminium-Alaun,
.
Wegen der blutstillenden und fäulnishemmenden Wirkung wurden Alaune
früher zur Mumifizierung genutzt. Auch zur Lederverarbeitung nutzten
unsere Vorfahren Alaune.