
Ursprung
des Wortes "deutsch"
Zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert kam das Wort "deutsch"
auf. KARL DER GROSSE (Bild 1) nannte
die Sprache des germanischen Frankenstammes und der anderen Germanenstämme
"Lingua theudisca". Das war ein künstlich
gebildetes Wort, abgeleitet aus dem germanischen theuda
= das Volk. Um 1000 tauchte die Bezeichnung "in
diutscun" = "auf Deutsch" auf.
Entwicklung der deutschen Sprache
Auf deutschem Boden begannen gelehrte Schreiber ungefähr um das Jahr
750, Texte in der Sprache des eigenen Volkes zu schreiben. Vorher hatten
sie jahrhundertelang nur lateinisch geschrieben. Bis heute sind es also
bereits zwölf Jahrhunderte, aus denen schriftliche und seit dem 15.
Jahrhundert auch gedruckte Texte überliefert sind.
Wie sich die deutsche Sprache
in einem solch großen Zeitraum verändert hat, zeigen schon
wenige Zeilen aus dem "Vaterunser".
Dieses Beispiel zeigt, dass sich die Sprache in bestimmten Stufen entwickelt hat. Die vollen Endvokale des Textes von 825 (namo, willo, erdu, rihhi) sind um 1200 zu "e" geworden oder verschwunden (name, wille, erde, rich, geheiliget). Das lange "i" der betonten Silbe (din, rihhi) tritt erst bei LUTHER als "ei" (dein, Reich) auf.
Vier Sprachperioden
Durch die zweite Lautverschiebung,
die etwa im 6. Jahrhundert einsetzte, trat eine Spaltung des Hochdeutschen
in Oberdeutsch und Mitteldeutsch
ein. Das Niederdeutsche blieb beim
alten Lautstand der Konsonanten, wie ihn die anderen germanischen
Sprachen aufwiesen. Es wurde erst nach 1500 durch das Hochdeutsche
verdrängt. Bis heute ist es in verschiedene Mundarten gegliedert
als Plattdeutsch erhalten geblieben.
Die Geschichte der deutschen Sprache wird in vier Zeitabschnitte untergliedert: