Die beigefügte Grafik illustriert das komplexe Wirkungsgefüge
von Produktions-, Film- und Wirkungsrealität und gibt Anhaltspunkte
für ein systematisches Vorgehen bei der Filmanalyse.
Hinweise zur Grafik:
In Anlehnung an KORTE (1993) werden die drei "Realitätsebenen"
der filmischen Kommunikation unterschieden in:
Die "Produktions-Wirklichkeit"
umfasst all die (Einfluss)-faktoren auf die und in der Produktion des
jeweiligen Films(zu den Details s.u.).
Bei der filmischen Kommunikation tritt der "Communicator" C in einen Kommunikationskontakt mit einem Rezipienten (R) und löst bei ihm ein Erleben bzw. eine Wirkung aus ( Emotion, Information, Wissen). Da Filme im Normalfall das Ergebnis der Zusammenarbeit vieler Spezialisten sind, fällt es häufig nicht leicht, C genau zu identifizieren. Ist der Autor, dessen Buch verfilmt wird, auch als ein Teil von C zu sehen? Welche Rolle spielen die Drehbuchautoren, welche die Schauspieler und die Produzenten? Diese Fragen sind i.d.R. nicht im Detail zu beantworten. Unstrittig dürfte jedoch bei den allermeisten Filmen die wichtige Rolle des Regisseurs als C sein. Inwieweit das auch bei an Fließbandproduktion erinnernden Fernsehserien so ist, ist eine weitere schwer zu beantwortende Frage.
Zur "Film-Wirklichkeit"
gehören alle Komponenten des fertigen Films:
Bei der Analyse der "Film-Wirklichkeit" geht es um die möglichst vollständige
Erfassung und Bewertung aller im fertigen Film auffindbaren Informationen.
Dabei sind sowohl die im Filmkapitel wie auch die folgenden gegebenen
Kategorien behilflich, wenn man die Analyse u.a. fokussiert auf:
Zur "Rezeptions-Wirklichkeit" gehören die Wirkungen des Films auf den Rezipienten R. "Produktions-Wirklichkeit" und "Film-Wirklichkeit" bleiben folgenlos, wenn keine "Rezeptions-Wirklichkeit", d.h. eine Wahrnehmung und Verarbeitung des Films durch R, dazukommt. Bei der Analyse dieser Realitätsebene sind folgende Aspekte zu berücksichtigen.
Für die Erklärung des Erfolgs oder Misserfolgs eines Films kann eine,
wiederum häufig spekulative, nähere Betrachtung des Bildes, das der Rezipient
vom Kommunikator hat, beitragen. Dieses Bild ist in der Regel von Vorerfahrungen
mit dessen anderen Filmen geprägt und beeinflusst nicht unwesentlich die
Auswahl bestimmter Filme durch den Rezipienten.