
Sprachliche Veränderungen
Die sprachliche Entwicklung vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen
beinhaltete Veränderungen in phonologischer, morphologischer, syntaktischer,
lexikalischer und semantischer Hinsicht. Die Sprachänderungen
betrafen vor allem folgende Merkmale oder Formen:
| Der Artikel wird zu einem wichtigen syntaktischen Mittel | |
| (ahd. zungun, zunguono, zungom, zungun
wird zu > mhd. die zungen, der zungen, den zungen, die zungen). |
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| Im Plural wird der Umlaut zu einem wichtigen sprachlichen Merkmal | |
| (ahd. bruother > mhd. brüeder). | |
| Unbetonte Nebensilben werden abgeschwächt, Vorsilben zusammengezogen | |
| (ahd. bi > mhd. be; ga, gi > ge; za, zi > ze; ur, ir > er; fur, fir > ver). |
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| Verschiedene Flexionsendungen fallen zusammen | |
| (ahd. zala > diu zal = die Zahl). | |
| Unbetonte Mittelsilben werden weggelassen | |
| (ahd. kiricha > mhd. Kirche, himeles > himels). | |
| Die Diphthongierung breitet sich weiter aus | |
| (ahd. wihrouch > mhd. weirauch). | |
| Neue Wortbildungsmittel entstanden, beispielsweise erfolgte die Substantivierung des Adjektivs mit einer Nachsilbe, wie | |
| -igkeit, -heit, -keit, -ung. (Im Althochdeutschen konnte ein Adjektiv durch î substantiviert werden.) | |
| Im Zuge der Ostexpansion werden alte slawische Ortsnamen übernommen. Darauf verweisen Suffixe wie | |
| -ow, -ig, -itz (Koserow, Sassnitz, Danzig, Leipzig). | |