Zur Geschichte der Grammatik
Die Ursprünge der Grammatik liegen in der griechischen Antike, im
5. Jh. v.Chr. Die Beschäftigung mit grammatischen Fragen erfolgte
zunächst im Zusammenhang mit philosophischen Fragestellungen, so
nach dem Verhältnis von Natur und Konvention. ARISTOTELES und PLATON vor allem gaben wichtige
Anstöße für die Entwicklung der Grammatik als Wissenschaft.
Die erste erhaltene Grammatik überhaupt
entstammt der alexandrinischen Tradition und geht auf DIONYSIOS THRAX
(um 100 v.Chr.) zurück. Seine Wortlehre wirkt bis heute stark nach.
Die erste bedeutende grammatische Abhandlung "De lingua latina"
war im 1. Jh. v.Chr. von MARCUS TERENTIUS VARRO verfasst worden. Für
die Weiterentwicklung der Grammatik war jedoch mehr die der griechischen
Tradition verpflichtete Grammatik des DONATUS (4. Jh. n.Chr.) und von PRISCIANUS (6. Jh. n.Chr.) von Bedeutung. Ihre Grammatiken hatten fast ausschließliche
Geltung im Mittelalter.
Im Mittelalter stand die Vermittlung des Lateinischen als der beherrschenden
Bildungssprache im Mittelpunkt. Das prägte auch die Beschäftigung
mit der Grammatik. Grammatik, Rhetorik und Dialektik bildeten das "Trivium"
innerhalb der "Septem artes liberales". Seit der Renaissance
wurde die ausschließliche Beschäftigung mit der lateinischen
Grammatik abgelöst bzw. erweitert durch Grammatiken anderer europäischer
und teilweise außereuropäischer Sprachen.
Begründung der modernen Linguistik
Wesentliche Veränderungen brachte die Begründung der modernen
Linguistik durch den Genfer Sprachwissenschaftler FERDINAND
DE SAUSSURE (1857-1913). In den "Grundfragen der allgemeinen
Sprachwissenschaft" (1916 von seinen Schülern nach seinen Vorlesungen
herausgegeben/deutsch 1967) entwickelte er eine allgemeine
Theorie der Sprache und damit zugleich eine einfache Methode, Zeichensysteme
zu analysieren. DE SAUSSURE gliederte die Sprache in zwei unterschiedlich
definierte Teilaspekte auf:
Es gibt heute eine Fülle von Grammatik-Konzepten, -Theorien und -Modellen, die auf der modernen Linguistik DE SAUSSUREs aufbauen.