

Das Hildebrandslied
ist eines der ältesten Denkmäler der deutschen Literatur und das
einzige althochdeutsche Beispiel eines germanischen
Heldenliedes.
Der Text widerspiegelt, dass das Althochdeutsche
keine Einheitssprache war, sondern verschiedene Dialekte
beinhaltete. So ist das Hildebrandslied (Audio 1) in einer Mischsprache verschiedener
Dialekte geschrieben, langobardische Reste finden sich neben bairischen,
fränkischen und altsächsischen Formen. Und es ist im Stabreim
(dreimalige Wiederkehr desselben Anlauts bei betonten Silben) verfasst:
Das Heldenlied (PDF 1) wurde etwa um 800 von
zwei Mönchen auf die Umschlagseite einer theologischen Handschrift
von einer Vorlage abgeschrieben.
Vermutlich ist die Handschrift in Fulda
entstanden. Sie befindet sich heute in Kassel.
Textbeispiel aus dem Hildebrandslied:
Ik gihôrta dat seggen,
(Ich hörte das sagen,)
dat sih urhêttun aenôn muotîn
(dass sich Herausforderer einzeln begegneten)
Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuêm
(Hildebrand und Hadubrand zwischen Heeren zweien)
sunufatarungo iro saro rihtun,
(Sohn und Vater ihre Rüstung richteten,)
garutun sê iro gûdhamun, gurtun
sih iro suert ana,
(machten zuerst sich ihre Kampfgewänder, gürteten sich ihre
Schwerter an,)
heldios ubar hringâ, dô sie tô
dero hiltiu ritun.
(die Helden über die Panzerringe, als sie zu diesem Kampfe ritten.
