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Hildebrandslied
HildebrandsliedDas Hildebrantslied

Das Hildebrandslied ist eines der ältesten Denkmäler der deutschen Literatur und das einzige althochdeutsche Beispiel eines germanischen Heldenliedes.
Der Text widerspiegelt, dass das Althochdeutsche keine Einheitssprache war, sondern verschiedene Dialekte beinhaltete. So ist das Hildebrandslied (Audio 1) in einer Mischsprache verschiedener Dialekte geschrieben, langobardische Reste finden sich neben bairischen, fränkischen und altsächsischen Formen. Und es ist im Stabreim (dreimalige Wiederkehr desselben Anlauts bei betonten Silben) verfasst:

Das Heldenlied (PDF 1) wurde etwa um 800 von zwei Mönchen auf die Umschlagseite einer theologischen Handschrift von einer Vorlage abgeschrieben.
Vermutlich ist die Handschrift in Fulda entstanden. Sie befindet sich heute in Kassel.

Textbeispiel aus dem Hildebrandslied:

Ik gihôrta dat seggen,
(Ich hörte das sagen,)

dat sih urhêttun aenôn muotîn
(dass sich Herausforderer einzeln begegneten)

Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuêm
(Hildebrand und Hadubrand zwischen Heeren zweien)

sunufatarungo iro saro rihtun,
(Sohn und Vater ihre Rüstung richteten,)

garutun sê iro gûdhamun, gurtun sih iro suert ana,
(machten zuerst sich ihre Kampfgewänder, gürteten sich ihre Schwerter an,)

heldios ubar hringâ, dô sie tô dero hiltiu ritun.
(die Helden über die Panzerringe, als sie zu diesem Kampfe ritten.


Inhalt und Interpretation
Inhalt und Interpretation: Diese beiden erwähnten Krieger sind Vater und Sohn. Hildebrand, der Ältere, war einst mit Dietrich von Bern aus seiner Heimat vertrieben worden. Nun stehen sich beide als Feinde gegenüber, denn der Vater kämpft im Heer der Hunnen. Der Konflikt zwischen beiden eskaliert, denn wohl vermag der Vater, in dem anderen den Sohn, der Sohn jedoch nicht, in seinem Gegenüber den Vater zu sehen. Mitten im Kampf bricht die Handschrift ab. Spätere Quellen (isländische Sagensammlung „Edda“) legen den Schluss nahe, dass Hildebrand seinen Sohn im Zweikampf tötet. Zwar ist das „Hildebrandslied“ vom alten germanischen Schicksalsglauben bestimmt, jedoch werden nicht germanische Götter angerufen, sondern der „waltant got“ = der waltende Gott. Dies zielt auf ein Umformen des alten Glaubens mithilfe germanischer Überlieferung: Die germanischen Gottheiten werden christianisiert.
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