Deutsch
Modus des Verbs

Modus der Verben
Unter Modus verstehen wir die Aussageweise der Verben.
Verben können in ihrer Form so verändert werden, dass sie ausdrücken, ob es sich um eine reale Tatsache, einen Wunsch oder eine Aufforderung handelt. Um eine tatsächliche Begebenheit auszudrücken, verwendet man den Indikativ (Modus der Wirklichkeit).
Um einen Wunsch, eine Möglichkeit auszudrücken, verwendet man den Konjunktiv (Modus des Wunsches, der Möglichkeit).
Man kann die beiden Formen auch Wirklichkeitsform und Möglichkeitsform nennen.
Der Imperativ ist der Modus des Befehls oder der Aufforderung.

Der Indikativ
Der Indikativ ist der Modus des Verbs, der die Tatsächlichkeit eines Sachverhalts ausdrückt. Das kann eine tatsächliche Begebenheit, aber auch Ausgedachtes, Mögliches oder Allgemeingültiges sein.

Beispiele:

Der Kühlschrank ist bis auf ein paar Reste leer. (wirklicher Zustand)
Die Fee hob ihren Zauberstab. (Ausgedachtes)
Wenn ich gut lerne, bekomme ich eine Eins. (Mögliches)
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. (Allgemeingültiges)

Der Konjunktiv
Es gibt zwei Formen, um den Konjunktiv auszudrücken: den Konjunktiv I und den Konjunktiv II.
Der Konjunktiv I kann den Wunsch, die Möglichkeit oder eine Aufforderung ausdrücken. Er wird häufig in der indirekten Rede verwendet, findet sich aber auch in Anleitungen und Anweisungen (z. B. Kochrezepten).
Der Konjunktiv II wird verwendet, um eine gedankliche Vorstellung auszudrücken. Beide Modi können sich auf die Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft beziehen.
Bei unregelmäßigen (starken) Verben ist die Umlautbildung zwingend. Altertümlich bzw. gestelzt klingende Konjunktiv-II-Formen sollten im alltäglichen Gebrauch gemieden werden, wie hülfe, stürbe. Wenn sich die Form des Konjunktivs II nicht von der Form des Indikativs Präteritum unterscheidet, verwendet man eine Umschreibung mit "würde", um Missverständnisse zu vermeiden.

Beispiele:

Konjunktiv I: Man nehme ein halbes Pfund Mehl und zwei Eier.
Er sagt, dass er wahrscheinlich schon morgen
komme.

Konjunktiv II: Ich dachte, er bekäme das Buch.
Ich dachte, er hätte das Buch gestern bekommen.

Die indirekte Rede dient der Wiedergabe von Aussagen und Meinungen, z. B. in Protokollen, Berichten. Man kann mit der indirekten Rede Äußerungen zusammenfassen, um sich auf das Wesentliche zu beschränken. Für die Umwandlung der direkten Rede in die indirekte Rede gelten folgende Regeln:

  1. Grundsätzlich muss in der indirekten Rede der Konjunktiv I verwendet werden.
  2. Wenn die Formen des Indikativs und des Konjunktivs I übereinstimmen, benutzt man in der indirekten Rede als Ersatzform den Konjunktiv II.

Bildung des Konjunktivs I
Präsens (aktiv)

haben
sein
nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich habe sei nehme e
du habest seiest nehmest st
er, sie, es habe sei nehme Präsensstamm (e)
wir haben seien nehmen n
ihr habet seiet nehmet t
sie haben seien nehmen n

Perfekt (aktiv)

  haben sein nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich habe gehabt sei gewesen habe genommen finite Verbform des Konjunktivs Präsens von haben oder sein + Partizip II
du habest gehabt seiest gewesen habest genommen
er, sie, es habe gehabt sei gewesen habe genommen
wir haben gehabt seien gewesen haben genommen
ihr habet gehabt seiet gewesen habet genommen
sie haben gehabt seien gewesen haben genommen

Futur I

  haben sein nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich werde haben werde sein werde nehmen finite Verbform des Konjunktivs Präsens von werden + Partizip II
du werdest haben werdest sein werdest nehmen
er, sie, es werde haben werde sein werde nehmen
wir werden haben werden sein werden nehmen
ihr werdet haben werdet sein werdet nehmen
sie werden haben werden sein werden nehmen

Futur II

  haben sein nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich werde gehabt haben werde geworden sein werde genommen haben finite Verbform des Konjunktivs Präsens von werden
+ Partizip II
+ Infinitiv von haben oder sein
du werdest gehabt haben werdest geworden sein werdest genommen haben
er, sie, es werde gehabt haben werde geworden sein werde genommen haben
wir werden gehabt haben werden geworden sein werden genommen haben
ihr werdet gehabt haben werdet geworden sein werdet genommen haben
sie werden gehabt haben werden geworden sein werden genommen haben

Bildung des Konjunktivs II
Präteritum (aktiv)

  haben sein nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich hätte wäre nähme e
du hättest wärest nähmest st
er, sie, es hätte wäre nähme Präsensstamm (e)
wir hätten wären nähmen n
ihr hättet wäret nähmet t
sie hätten wären nähmen n

Plusquamperfekt (aktiv)

  haben sein nehmen
(stark)
Bildungsmuster
ich hätte gehabt wäre gewesen hätte genommen finite Verbform des Konjunktivs Präteritum von werden oder haben + Partizip II
du hättest gehabt wärest gewesen hättest genommen
er, sie, es hätte gehabt wäre gewesen hätte genommen
wir hätten gehabt wären gewesen hätten genommen
ihr hättet gehabt wäret gewesen hättet genommen
sie hätten gehabt wären gewesen hätten genommen


Der Imperativ
Der Imperativ kann eine Bitte, eine Aufforderung oder einen Befehl direkt an eine oder mehrere Personen ausdrücken.
Die Formen des Imperativs werden aus dem Präsensstamm gebildet. Der Imperativ ist meist ein Hauptsatz, bei dem das Subjekt in der Verbalform des Prädikats enthalten ist. Der Imperativ kann auch nur aus einer Verbform bestehen: "Kommt!"
Der Imperativ wendet sich mit seiner Aufforderung im Singular und im Plural an die zweite (= angesprochene) Person.
Während in der 2. Person Plural das Personalpronomen üblicherweise weggelassen wird, behält man es in der 3. Person Plural (Aufforderungen an eine oder mehrere Personen, die man mit "Sie" anspricht) bei.



Beispiele:
Geh endlich! Geht endlich!
aber:
Gehen Sie endlich! (Aussage wendet sich an mehrere Personen)

In den Übungen kann das Gelernte gefestigt werden.
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