Unterschiede
der natürlichen Sprachen
Bei der Unterscheidung von natürlichen
Sprachen und künstlichen Sprachen ist zunächst die natürliche
Sprache näher zu untersuchen. Hier wird zwischen menschlicher Sprache
und Tiersprache differenziert.
| Natürliche Sprachen | |
| Menschliche Sprache | Tiersprache |
| situationsungebunden | situationsgebunden |
| begriffliche Verallgemeinerung durch Symbole (Zeichen) ausdrückbar | keine Symbole |
| metasprachliche Urteile formulieren (Regeln – Orthografie, Grammatik) | instinktgeleitetes Reiz-Reaktions-Verhalten |
| Sprache muss erlernt werden | (unterschiedliche Auffassungen, auch was das Erlernen betrifft) |
| Ausdrücke sind strukturiert (Satzglieder, Wörter ...), daraus folgt: | Ein Ausdruck ist stets mit einem bestimmten Inhalt verbunden und nicht weiter zerlegbar |
| Sprache ist hierarchisch aufgebaut | Sprache ist nicht hierarchisch aufgebaut |
In diesem Sinne sollte besser von tierischen Kommunikationssystemen gesprochen werden. Ein Beispiel dafür ist der Tanz der Bienen:
So können Bienen ihren Stockgenossen durch tanzartige Bewegungen
(Rundtanz, Sicheltanz, Schwänzeltanz) differenzierte Informationen
über die Tracht, Trachtmenge und Trachtquelle (Richtung und Entfernung)
übermitteln.
Bahnbrechende Untersuchungen hierzu machte der bekannte Zoologe KARL RITTER
VON FRISCH (1886 bis 1982). (Video 1)
Unterschiede zwischen natürlichen
(menschlichen) Sprachen und künstlichen Sprachen
Künstliche Sprachen
sind Zeichensysteme, die nur die Verständigung
innerhalb eines begrenzten Fachgebietes regulieren, wie Programmiersprachen,
oder sich nicht natürlich entwickelt haben, wie durch elektronische
Sprachsynthese erzeugte Sprach- und Sprechsignale oder entwickelte Welthilfssprachen
wie Esperanto.
Programmiersprachen
Programmiersprachen
sind so gestaltet, dass ein Computer darin ausgedrückte Anweisungen
direkt ausführen kann. Das heißt, im Gegensatz zu natürlichen
Sprachen, wo ein Wort mehrere Bedeutungen besitzen kann, ist in einer
Programmiersprache eindeutig festgelegt, welche Zeichenfolgen
als Programm zugelassen sind (Syntax) und was diese Zeichenfolgen bewirken
(Semantik).
Je nach Abstraktionsebene unterscheidet man Maschinensprachen
(Alphabet besteht nur aus Nullen und Einsen), Assemblersprachen
(symbolische Namen für Operanden sind erlaubt) und höhere Programmiersprachen,
die der menschlichen Sprache schon sehr nahe kommen (PASCAL, C++, Delphi,
...). Die höheren Programmiersprachen werden schrittweise in Maschinensprache
übersetzt (kompiliert).
Welthilfssprachen
Welthilfssprachen wurden
künstlich geschaffen und sollen als internationales Verständigungsmittel
dienen. Von den mehr als 2 500 gesprochenen Sprachen auf der Erde werden
lediglich 14 Sprachen von ca. 30 Mio. Menschen verstanden. Sie haben aufgrund
ihrer historischen Entwicklung meist eine schwierige Orthografie, Unregelmäßigkeiten
in der Grammatik und verfügen über einen enormen Wortschatz,
wodurch das Erlernen erschwert ist. Die Welthilfssprachen erstreben eine
leichte Erlernbarkeit durch einfache, regelmäßige Schreibung
und Grammatik sowie einen übersichtlichen, den natürlichen Sprachen
angepassten Wortschatz. Welthilfssprachen sind z. B. Esperanto, Ido, Interlingua
und Volapük.
Esperanto wurde von dem Warschauer
Arzt L. ZAMENHOF entwickelt. Die Wörter sind aus romanischen und
germanischen Wurzeln gebildet, wobei lautlich der romanische Sprachcharakter
überwiegt.
Ido entwickelte L. DE BEAUFRONT. Es
ist eine Weiterentwicklung des Esperanto.
Interlingua ist eine Welthilfssprache,
die aus dem Wortgut der englischen, französischen, spanischen, portugiesischen
und italienischen Sprache entwickelt wurde.
Das Volapük wurde von
dem katholischen Geistlichen J. M. SCHLEYER entwickelt.