In einer Satzverbindung
sind beide Teilsätze Hauptsätze.
Sie können auch selbstständig stehen, denn sie sind nicht voneinander
abhängig. Verbunden werden können die beiden Hauptsätze durch
eine Konjunktion (z. B. und,
aber, denn, sowohl - als auch, entweder - oder) oder ein Konjunktionaladverb
(z. B. trotzdem, deshalb). Dann spricht man von einer syndetischen
Verknüpfung.
Die finite Verbform steht
in beiden Teilsätzen - wie im einfachen Satz - an zweiter
Stelle, wenn beide Teilsätze Aussagesätze sind. Handelt es sich
bei einem Teilsatz um einen Frage- oder Aufforderungssatz, kann dort die
finite Verbform die Spitzenposition einnehmen.
Uwe spielt Fußball, aber Jens geht
zum Tischtennis.
Anne fühlt sich nicht wohl, trotzdem geht sie zum Klavierunterricht.
Sei bitte pünktlich, wir dürfen uns nicht verspäten!
Kommst du mit in den neuen Film, ich habe noch eine Karte
übrig?
Werden beide Teilsätze der Satzverbindung durch die Konjunktionen und/oder verbunden (Satzreihe), muss kein Komma stehen. Man kann es setzen, um den Ganzsatz übersichtlicher zu gestalten.
Katja wollte zur Klassenfahrt ins Riesengebirge fahren, und die meisten Schüler stimmten ihrem Vorschlag zu.
In Satzverbindungen ohne Verbindungswort (asyndetische Konstruktion) werden die Teilsätze nur durch ein Komma voneinander getrennt.
Die Lesefähigkeit muss verbessert werden, auch die mathematischen Leistungen sind zu schwach.
Ob die beiden Teilsätze
der Satzverbindung tatsächlich gleichberechtigt und unabhängig
voneinander sind, kann man ausprobieren, indem man nach dem ersten Teilsatz
einfach einen Punkt setzt. Mit Sicherheit
erhält man die Bestätigung, dass die Teilsätze auch als
selbstständige einfache Sätze
einen Sinn ergeben. In der Satzverbindung wird ihr enger
inhaltlicher Zusammenhang stärker zum Ausdruck gebracht.