
Auf allen Stufen
der Evolution besitzen Lebewesen die
Fähigkeit zur Kommunikation. Die Sprache
ist aber eine Eigenart der Menschen. Sie wird als das eigentliche Medium
von Kommunikation angesehen,
denn das Handeln, Denken und Vorstellungsvermögen der Menschen wird
durch die Sprache geprägt.
Der Begriff Sprache hat eine stete Ausdehnung erfahren, weshalb es auch
keine eindeutige Definition gibt. Immer wird von bestimmten Aspekten ausgegangen.
Zur Begriffserläuterung
Sprache ist ein komplexes Phänomen.
Sie ist Mittel zum Ausdruck von Gedanken und Gefühlen, wichtigstes
und artspezifisches Kommunikationsmittel
des Menschen, strukturiertes System von Zeichen, ein verinnerlichtes System
von Regeln und wird als Menge der Äußerungen in einer Sprachgemeinschaft
oder als Werkzeug des Denkens definiert (nach Brockhaus).
Charakteristisch für Sprache ist in jedem Fall, dass mit symbolischen
Zeichen kommuniziert wird. Die
Bedeutung der Zeichen ist dabei völlig willkürlich (arbiträr).
Natürliche Sprachen
(im Gegensatz zu künstlichen Sprachen) sind hierarchische Sprachen.
Das heißt, es gibt verschiedene Ebenen mit entsprechenden Einheiten,
die nach bestimmten Regeln kombiniert werden.
Die kleinsten Einheiten sind die Laute
bzw. die Phoneme. Die verschiedenen
Sprachen unterscheiden sich hinsichtlich des Gebrauchs der Laute (so gibt
es im Deutschen im Verhältnis zum Französischen keine nasalen
Vokale und im Gegensatz zum Englischen keinen th-Laut). Weitere Unterscheidungsmerkmale
sind die Funktion der Laute, die Art und Weise der Zusammensetzung der
Phoneme zu Silben und letztendlich zu Wörtern.
Diesem Lautsystem (Phonologie)
einer Sprache steht das Schriftsystem
(Graphemik) gegenüber. Hier sind die kleinsten Einheiten die Buchstaben
(Graphe oder Grapheme). Auch für das jeweilige Schriftsystem gibt
es sprachspezifische Kombinationsregeln.
Sprachfähigkeit und Sprachgebrauch
Die Fähigkeit zu sprechen beruht auf einer genetisch verankerten
Grundlage sowie organischen Ausbildungen. Außerdem zählt zu
den Grundlagen der Sprachbefähigung
die Entwicklung der Funktionen zum Wahrnehmen eines Gegenstandes und zum
Erkennen von Zusammenhängen.
Diese Grundlagen umfassen also die physiologischen (körperbedingten)
Voraussetzungen zum Sprechen und Hören sowie auch die Voraussetzungen
zum Schreiben und Lesen einerseits und die neurologischen, im Gehirn lokalisierten
Ausstattungen andererseits, um das Erlernen, die Produktion und Rezeption
(Aufnahme, Übernahme anderen Gedankenguts) sprachlicher Äußerungen
zu ermöglichen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang
der Prozess der Sozialisation.
Für den Sprachgebrauch sind außer der Sprachkenntnis aber noch folgende Kenntnisse notwendig:
Sprache und Gesellschaft
Im Rahmen der Gesellschaft hat Sprache Kommunikations- und Identitätsfunktion.
Innerhalb einer Sprachgemeinschaft sind meistens unterschiedliche Sprachformen vorhanden. Unterschiedliche Sprachformen werden geprägt durch
Bindungen an soziale Gruppen (Soziolekte, z. B. schicht-, fach-, geschlechts-,
altersspezifische Gruppen oder räumliche Bindungen). Aus den räumlichen
Unterschieden ergeben sich z. B. die verschiedenen Dialekte einer Sprache. Ein gesellschaftlicher Unterschied der Sprache besteht
in der Differenzierung zwischen Standardsprache und Umgangssprache. Während die Umgangssprache den privaten Situationen angepasst ist, fungiert die Standardsprache als
überregionales Verständigungsmittel im öffentlichen Leben.
Die Verbindung von Sprache mit den verschiedenen sozialen wie kulturellen
Zusammenhängen ist ein wesentlicher Grund für ihre ständige
Veränderung. Hier wirken innere wie äußere Faktoren.
Zu den äußeren Faktoren zählen:
Zu den inneren Faktoren zählen:
Sprache und Sprachen
Gegenwärtig werden auf der Erde zwischen 2 500 bis rund 5 500 verschiedene
Sprachen gesprochen. Eine genaue Zahl kann nicht genannt werden, da es
nicht in jedem Falle möglich ist, die jeweilige Sprache als gesonderte
Einheit zu definieren. So verläuft die Grenze zwischen eigener Sprache
und Dialekt nicht immer eindeutig. Auch die Klassifizierung von Sprachen ist nicht ohne Probleme möglich. So gibt es verschiedene Klassifizierungsmodelle. Einige Sprachen
gelten als isolierte Sprachen, da
eine Verwandtschaft mit anderen Sprachen bisher nicht nachgewiesen werden
konnte. Hierzu zählt in Europa z. B. das Baskische.
Sprachen, die auf eine gemeinsame Grundsprache zurückzuführen
sind, werden als Sprachfamilie bezeichnet.
Eine solche Sprachfamilie sind die indogermanischen Sprachen, worunter
die germanischen Sprachen einen Sprachzweig bilden.