Deutsch
Wortbildung beim Substantiv
Zusammensetzung beim Substantiv

Neue Substantive werden vor allem durch Zusammensetzungen und Ableitungen gebildet. Ge-wiss-heit
(Ableitung)
Haus-bau
(Zusammensetzung)
     
Zusammensetzungen:

•  spiegeln die Beziehung zwischen mindestens einem Grund- und einem Beziehungswort wider

 

•  das Bestimmungswort kann verschiedenen
Wortarten angehören, das Grundwort muss
immer ein Substantiv sein
Adjektiv + Substantiv
Schön + Redner
Partikel + Substantiv
Hinter + Wäldler
Verb + Substantiv
Schreib(en) + Maschine
     
•  unterschieden werden determinative, kopulative und possessive Zusammensetzungen  
     
Die häufigsten Zusammensetzungen sind die determinativen Zusammensetzungen (7/8 aller Zusammensetzungen).
Sie bringen vor allem folgende inhaltliche Aspekte zum Ausdruck:

Ortsbeziehungen: Innenraum, Landesgrenze
Zeitbeziehungen: Nachtschwärmer, Tagesgeschäft
Zweckbeziehungen: Sonnenschirm, Sofakissen
Größenbeziehungen: Großmarkt, Weitsprung
Formbeziehungen: Kugelkopf, Vierkantholz
Materialbeziehungen: Plastikeimer, Wasserbett
Zugehörigkeit: Schülercafé, Schneckenhaus
Ursache: Geburtstagsfeier, Lernerfolg


Ableitungen:    
Ableitungen beim Substantiv entstehen durch Hinzufügen von Präfixen und/oder Suffixen an ein Basismorphem. Versuch (Präfix + BM)
Ver - such - ung
(Präfix + BM + Suffix)
       
Zu den Ableitungen gehören auch die Nullableitungen, die ohne Affixe (Vor- und Nachsilben) gebildet werden arbeiten - Arbeit
schwingen - Schwung
geben - Gabe
       
Häufige Präfixe: erz-, ge-, haupt-, miss-, un-, ur-;
(fremdsprachige): a-/an-, anti-, de-/des-, dis-, ex-, hyper-, in-, inter-, ko-/kon-/kol-/kom-, non-, prä-, pro-, re-, sub- super-, trans-,
ultra-.
Häufige Suffixe: -bold, -chen, -de, -e, -er/el, ei, -el, -er, -heit/-keit/ -igkeit, -icht, -ian/-jan, -i, -in, -lein, -ler, -ling, -ner, -nis, -rich, -s, -sal, -schaft, -sel, -t, -tel, -tum, -ung, -werk, -wesen; (fremdsprachige): -ament/-ement, -ant/-ent, -anz/-enz, -age, -ar/-är, -arium, -at, -aille, -ade, -asmus/ -ismus, -ee, -esse, -elle, -ette, -(er)ie, -eur, -ier, -iere, -ier, -ik, -iker, -ine, -(t)ion, -ist, -(i)tät, -(at/ it)or, -ose, -ur.

Die Übung trägt zum besseren Verständnis bei.

Zusammensetzungen und Fugenelement
Die Stelle zwischen den Bestandteilen eines Kompositums nennt man Wortfuge.
Oft werden Grund- und Bestimmungswort einfach aneinandergereiht (Wanderpokal). Bei manchen Komposita werden Grund- und Bestimmungswort durch einen Buchstaben (oder zwei) verbunden.
Diese Fugenelemente (-e-, -(e)s-, -(e)n-, -er-) findet man oft bei Komposita mit einem Substantiv als Bestimmungswort, manchmal auch bei Zusammensetzungen mit einem Verb als Bestimmungswort. Eine Regel für die Verwendung von Fugenelementen gibt es nicht.

Fugenelement -(e)s-: Hilfsmittel, Mittagspause
Fugenelement -(e)n-: Tapetenwechsel, Sonnenschein
Fugenelement -er-: Bilderbuch, Kleiderschrank


Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de