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Boat People
Boat People vor Lampedusa (Italien)
In den Jahren nach dem Vietnamkrieg emigrierten bis 1982 über 1 Million Vietnamesen. Als Folge des kommunistischen Sieges verbannte das neue Regime aus ideologischen Gründen mehr als eine Million Menschen in "Umerziehungslager". Etwa 500 000 Vietnamesen, die sogenannten Boat People, versuchten, in kleinen - teilweise nicht seetüchtigen - Booten über das südchinesische Meer aus Vietnam zu entkommen. Viele starben bei diesem gewagten Unternehmen. Die Überlebenden wurden sogar in Ländern, die zuvor Vietnamesen aufgenommen hatten, mit Einwanderungsverboten oder -beschränkungen konfrontiert. Viele litten oft mehrere Jahre in Flüchtlingslagern. Die vom Schicksal Begünstigten wurden von Ländern wie Kanada aufgenommen.

Die Hilfsorganisation Cap Anamur, benannt nach dem ersten Schiff, das im südchinesischen Meer unterwegs war und viele dieser Flüchtlinge an Bord nahm, ist als Symbol für Humanität und Hilfe bekannt geworden.

1988 wurde entschieden, die Boat People als illegale Einwanderer zu behandeln, sofern sie ihren Flüchtlingsstatus nicht beweisen konnten. Im Jahr 1989 hielten sich noch 50 000 Menschen in engen, schlecht ausgestatteten Flüchtlingslagern auf. Die britische Regierung begann 1989 mit einer Politik der erzwungenen Wiedereinbürgerung (forced repatriation).
1996 stellten die Vereinten Nationen (UN) die Finanzierung der Camps ein, die immerhin noch 40 000 Boat People beherbergten. Hong Kong, Thailand, Indonesien, Malaysia, and die Philippinen schickten die meisten Flüchtlinge zurück nach Vietnam. Hong Kong schloss sein letztes Camp für Boat People im Mai 2000, obwohl drei Monate vorher eine Entscheidung gefallen war, den Flüchtlingen Aufenthalt in Hong Kong zu gewähren.

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