





THOMAS EDWARD LAWRENCE
THOMAS EDWARD LAWRENCE
war an den Ausgrabungen der altorientalischen
Ruinen von Karkemisch am nördlichen Euphrat (heute syrisch-türkisches
Grenzgebiet) beteiligt. Während des ersten Weltkrieges (1914-1918)
war Oberst LAWRENCE einer der britischen Offiziere, die an der Zurückdrängung
des Osmanischen Reiches aus Arabien beteiligt waren. In dieser Zeit wurden
der heutige Irak und Jordanien zum ersten Mal vermessen und kartografiert.
Weil LAWRENCE das Vertrauen und großen Einfluss unter den Arabern
gewonnen hatte, wurde er als Agent
eingesetzt, um mit Hilfe eines Aufstands der Araber die Türken zurückzudrängen.
1918 marschierte er als Anführer der arabischen Streitkräfte
in Damaskus (im heutigen Jordanien) ein. Er hielt seine Erlebnisse in
Arabien in der Erzählung Seven Pillars of Wisdom (1926, dt. Die sieben Säulen der Weisheit) fest. Seine Rolle als legendärer
Anführer der Araber wurde unter dem Titel Lawrence of Arabia verfilmt.
Nach dem Krieg wurde er Mitglied der Royal
Air Force und nahm einen anderen Namen an.
ROBERT FALCON SCOTT
ROBERT FALCON SCOTT, Kapitän der Royal Navy, und seine
Expedition waren die tragischen Verlierer im Wettstreit um die Südpoleroberung.
Bei seinem zweiten Versuch, den Südpol zu erreichen, kamen SCOTT und seine Gefährten während der letzten
Etappe, BOWERS, EVANS, OATES und WILSON, 35 Tage zu spät. Der Norweger
ROALD AMUNDSEN, ein erfahrener Arktisforscher war ihnen zuvorgekommen.
Die Entscheidung, Ponys statt Schlittenhunden für den Transport zu
verwenden, und während der letzten Etappe die Proviantschlitten selbst
zu ziehen, bedeutete eine Überforderung der Kräfte und erwies
sich schließlich als tödlich. Während des Rückmarsches
verloren zwei der Männer ihr Leben; SCOTT und den beiden anderen
schafften es während ihres 93-tägigen Marsches nicht, die rettende
Versorgungsstation zu erreichen, da sie von der Enttäuschung, der
Kälte und den Strapazen geschwächt waren und von einem andauernden
Schneesturm am Weitergehen gehindert wurden. Die Toten und SCOTTs Tagebuchaufzeichnungen
wurden acht Monate später von einer Suchexpedition gefunden. Die
Öffentlichkeit reagierte mit großer Anteilnahme auf SCOTTs Schicksal und das seiner Männer und würdigte seine Leistung
mehr als die AMUNDSENs.
ERNEST SHACKLETON
ERNEST SHACKLETON, britischer Antarktisforscher, ist durch
seinen Mut und seine Opferbereitschaft bei der Errettung seiner Expeditionsmannschaft
in die Geschichte der Arktisforschung eingegangen. Seine Expedition brach
1914 mit dem Schiff Endurance auf, um die Antarktis
zu Lande vom Wedell-Meer auf der Atlantik-Seite bis zum Ross-Meer auf
der Pazifik-Seite zu überqueren. Bevor das Schiff den geplanten Ausgangspunkt
erreichte, wurde es im Wedell-Meer vom Eis eingeschlossen. Zwei Tage lang
versuchte die Mannschaft vergeblich, das Schiff vom Eis zu befreien. Das
Eis trieb das Schiff neun Monate lang von der Antarktis fort, bis es am
27. Oktober 1915 vom Eis erdrückt wurde. Die Mannschaft musste das
Schiff verlassen. Am 21. November 1915 sank das zermalmte Schiff.
Auf Schlitten transportierten die Männer die Rettungsboote bis ans
offene Meer und erreichten im April 1916 per Boot die Elefanten-Insel. In Europa dachte inzwischen niemand mehr an SHACKLETONs Expedition; der Erste Weltkrieg war inzwischen ausgebrochen
und zog alle Aufmerksamkeit auf sich.
SHACKLETON sah keine andere Möglichkeit der Rückkehr, als mit
fünf Männern der Besatzung unter Einsatz des eigenen Lebens
auf einem Boot zu wagen, die 800 Meilen entfernte Insel South Georgia
zu erreichen und von der dortigen Walfangstation Hilfe zu holen. Nach
17 Tagen durch das stürmische eisige Meer hatten sie das Unglaubliche
geschafft. Sie hatten die winzige Insel nicht verfehlt und konnten an
Land gehen. Vom Landungsplatz aus waren die Männer noch 36 Stunden
lang zu Fuß unterwegs, bis sie die Walfangstation fanden. Erst beim
vierten Rettungsversuch gelang es SHACKLETON mit Hilfe eines Schiffes
der chilenischen Regierung, seine übrige Mannschaft von der Elefanten-Insel
zu retten. Nach seinem Tod 1922 wurde SHACKLETON auf Wunsch seiner Ehefrau
auf der Insel South Georgia begraben. SHACKLETON wurde für seine
Opferbereitschaft in den Adelsstand erhoben.
HENRY MORTON STANLEY