











FRANCIS HARRY COMPTON CRICK
FRANCIS HARRY COMPTON
CRICK (1916-2004) war britischer Biologe. Er entdeckte 1953 zusammen
mit JAMES DEWEY WATSON und MAURICE WILKINS die Struktur der DNA,
die der chemische Träger der Gene, der Erbinformationen, ist.
Die Struktur der DNA lässt sich an dem Modell einer doppelsträngigen
Helix veranschaulichen; dieser Aufbau ermöglicht es den Teilsubstanzen,
unzählige verschiedene Kombinationen miteinander zu bilden. Hierin
steckt die Erklärung für die Andersartigkeit jedes einzelnen
Lebewesens.
Diese Entdeckung in der Molekular-Genetik
war grundlegend für die moderne Genforschung.
Sie ermöglichte in den folgenden Jahrzehnten die Entschlüsslung
des genetischen Codes, die Erforschung der chemischen Abläufe bei
der Zellverdoppelung sowie die Lokalisierung bestimmter Erbanlagen. Der
genetische Fingerabdruck, das Klonen sowie die Gentherapie bei bisher
unheilbaren Krankheiten wären ohne diese Entdeckung nicht denkbar.
CHARLES ROBERT DARWIN
CHARLES ROBERT DARWIN
(1809-1882) war englischer Naturforscher und Begründer der Evolutionstheorie.
DARWIN stammte aus einer Familie von Ärzten. Schon sein Großvater
war durch sein Interesse für die Botanik bekannt geworden.
DARWIN begleitete zwischen 1831 und 1836 als junger Naturforscher das
Vermessungsschiff Beagle nach Südamerika
und in den Pazifik. Bald nach seiner Rückkehr veröffentlichte
er sein Tagebuch (1839) mit den Aufzeichnungen über die Zoologie
der Länder, die er mit der Beagle bereist
hatte. Seine Beobachtungen unter der Tierarten der Galapagos-Inseln (vor
der Küste Ecuadors) hatten jedoch einen Gedanken in ihm geweckt,
der ihn veranlasste, den bis dahin gültigen Abstammungsgedanken anzuzweifeln:
dass nämlich die Beschaffenheit aller Lebensformen seit der Schöpfung
nicht unveränderlich sei.
Er zögerte lange, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, bis
er 1859 in seinem Hauptwerk seine Abstammungstheorie
lückenlos belegen konnte. In On the Origin of
Species by means of Natural Selection beschreibt er die Entwicklung
der Artenvielfalt als langsamen, über Jahrtausende ablaufenden Vorgang
(Evolution).
Durch die drei Vorgänge:
überleben nur die Arten, deren Lebensweise sich im Laufe der Zeit
am besten in die Umgebung eingefügt hat; so erklärt DARWIN auch
das Aussterben anderer Arten. Auch der aufrechte Gang des Menschen ist
ein Ergebnis der Evolution.
DARWINS Theorie löste heftigen Widerstand aus, da sie den Schöpfungsmythos der Bibel erschütterte und
auch den Menschen als eine Fortentwicklung einfacherer Lebensformen sah.
THOMAS ALVA EDISON
THOMAS ALVA EDISON (1847-1931)
war amerikanischer Erfinder zahlreicher elektrischer Geräte. EDISON
begann als Zeitungsverkäufer und Telegrafist und arbeitete sich zum
Industriellen hoch, der in einer eigenen Fabrik elektrische Geräte
baute herstellte und entwickelte.
Viele seiner über tausend Erfindungen prägen noch heute unseren
Alltag. So konstruierte er z. B. die erste technisch einsetzbare elektrische Glühlampe.
Durch seine Erfindung des Kohlemikrofons verbesserte er das von ALEXANDER GRAHAM BELL entwickelte Telefon. 1877
baute er ein erstes Grammophon, den
Vorläufer des Schallplattengerätes. 1883 entdeckte er bei Experimenten
mit Glühlampen die Glühemission im Vakuum. Sie wird heute z. B. in Fernsehbildröhren und Röntgenröhren
genutzt.
MICHAEL FARADAY
MICHAEL FARADAY (1791-1867)
englischer Chemiker und Physiker, der vor allem in der Untersuchung elektromagnetischer
Felder grundlegende Entdeckungen machte. 1821 wies er nach, dass Elektrizität
magnetisch erzeugt werden kann. Diese Erkenntnis ist Voraussetzung für
die Stromerzeugung durch Generatoren.
Er baute den ersten Transformator, mit dem die Stromspannung angehoben
oder gesenkt werden konnte. Hierdurch wurde der Gebrauch der Elektrizität
erst ermöglicht.
Nach ihm ist der faradaysche Käfig benannt. Er fand 1836 heraus,
dass bereits Metallgitter die Fähigkeit besitzen, elektrische Felder
abzuschirmen. Diese Erkenntnis wird heute zum Blitzschutz (z. B. in Fahrzeugen)
oder zum Schutz elektronischer Geräte vor störenden elektrischen
Feldern eingesetzt.
SIR ALEXANDER FLEMING
SIR ALEXANDER FLEMING (1881-1955) war britischer Arzt und Bakteriologe. Nach seinem Studium
spezialisierte er sich auf die Antikörperforschung und Behandlung von Infektionen. Während des Ersten Weltkrieges errichtete
er in Boulogne, Frankreich, ein Forschungszentrum zur Behandlung bakteriell
infizierter Wunden. Sein Ziel war es, Bakterien hemmende oder tötende
Stoffe zu finden, um Infektionen verhindern zu können.
Bei seiner Tätigkeit an einem englischen Krankenhaus entdeckte er
1928 zufällig einen Schimmelpilz auf einem seiner Laborgefäße, der das Bakterienwachstum bremste.
FLEMING hatte offensichtlich den Stoff gefunden, nach dem er gesucht hatte.
Die Chemiker FLOREY und CHAIN in Oxford isolierten schließlich aus
dem Schimmelpilz das Antibiotikum Penizillin und ebneten den Weg für seine pharmazeutische Herstellung.
Penicillin wird in der Medizin zur Bekämpfung bakterieller Erkrankungen
eingesetzt wird. Aufgrund der Bedeutung seiner Entdeckung für die
Medizin wurde FLEMING 1944 geadelt. 1945 erhielten er sowie FLOREY und
CHAIN den Nobelpreis für Medizin.
BENJAMIN FRANKLIN
BENJAMIN FRANKLIN (1706-1790)
war amerikanischer Staatsmann und Naturforscher. Franklin war Autodidakt und kam aus einfachen Verhältnissen. In der Druckerei seines Bruders
machte er eine Lehre als Schriftsetzer. In Philadelphia eröffnete
er seine eigene Druckerei und betätigte sich als Zeitungsverleger. Er veröffentlichte zahlreiche eigene Texte, zuletzt seine eigene
Lebensgeschichte.
Durch sein Interesse an der Elektrizität wurde er zum ersten bedeutenden Wissenschaftler Nordamerikas. Berühmt
ist z. B. sein Drachenversuch, mit dem er nachwies, dass der Blitz eine
Erscheinung der Elektrizität darstellt, die sich auflädt und
dann entlädt. Um 1750 erfand er den Blitzableiter.
Mit seinem gesellschaftlichen Einsatz bewährte er sich in den Augen
der Öffentlichkeit. Er half, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zu entwerfen und vertrat die neu gegründeten Vereinigten
Staaten als Botschafter in Frankreich. Er war einer der Unterzeichner
der Verfassung der Vereinigten Staaten.
JANE GOODALL
JANE GOODALL ist britische
Verhaltensforscherin. Sie studierte in Cambridge Verhaltensforschung. Entscheidend ihre weitere Entwicklung wurde ihr Aufenthalt am Tanganjika-See
in Afrika ab 1960. Sie beobachtete im Rahmen ihres Studiums das Verhalten
der dort lebenden Schimpansen und machte wichtige von der bisherigen Auffassung
abweichende Entdeckungen. Sie beobachtete, dass die Schimpansen Gegenstände
als Werkzeuge nutzen. Außerdem erlebte sie die Schimpansen bei der
Jagd und folgerte, dass Schimpansen sich nicht ausschließlich pflanzlich
ernähren. Ihre jahrelangen Beobachtungen und der direkte Kontakt
mit den Menschenaffen ließen
sie zu der Auffassung gelangen, dass Tiere genauso wie Menschen eine Persönlichkeit,
Gefühle und Einstellungen besitzen.
JANE GOODALL errichtete in Gombe, Afrika, ein Forschungszentrum zur Beobachtung und zum Schutz verschiedener Tierarten. 1977 gründete
sie in Tansania das Jane Goodall Institut, das sich heute weltweit für den Schutz der Schimpansen und ihres
Lebensraumes einsetzt. JANE GOODALL hat zahlreiche Bücher veröffentlicht,
u. a. auch Kinderbücher über das Leben der Tiere. Ihre Arbeit
wurde mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. 2003 wurde sie für
ihr Engagement von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben.
EDWARD JENNER
EDWARD JENNER (1749-1823)
war englischer Arzt. JENNER fand das Impfserum gegen die Pockenkrankheit und erkannte das Prinzip der Schutzimpfung, die Grundlage der modernen Antikörperforschung. Die Zahl der Sterblichkeit an Pocken ging aufgrund systematischer Impfungen
im 19. Jahrhundert drastisch zurück. Seit dem 20. Jahrhundert ist
kein Auftreten dieser Krankheit mehr verzeichnet worden.
JENNER beobachtete, dass Melkerinnen auf dem Land, die einmal an Kuhpocken
erkrankt waren, sich nicht mit der gefährlichen Pockenkrankheit,
die oft tödlich verlief, ansteckten. Während einer Pockenepidemie
1796 verabreichte er einem Achtjährigen Kuhpocken-Erreger, um ihn
vor der tödlichen Krankheit zu schützen. JENNERS Überlegung
erwies sich als richtig: Die Verabreichung von Krankheitserregern veranlasst
den Körper, Gegengifte zu bilden
und schützt ihn über die Zeit der Infizierung hinaus vor einer
erneuten Erkrankung.
JOHN LOCKE
JOHN LOCKE (1632-1704) war englischer
Philosoph. LOCKE ist einer der Philosophen der Aufklärung, die die theoretischen Grundlagen für die geistige Befreiung und politische
Mündigkeit der Menschen geschaffen haben. Seine Überlegungen
mündeten in die praktische Forderung der Bürger nach einer Verfassung,
politischer Mitbestimmung sowie in das Widerstandsrecht. Sie bilden heute
Teilprinzipien moderner demokratischer Systeme.
In seinen zwei Treatises of Government (1690,
dt. Abhandlungen über die Regierung) stellte
LOCKE fest, dass die Menschen von Natur aus mit unveräußerlichen
Rechten ausgestattet seien. Regierungen seien dazu eingesetzt, diese Rechte
zu schützen. Bedrohe oder beschneide eine Regierung diese Rechte,
so könne sie durch die Menschen geändert oder abgeschafft werden.
Ein weiteres wichtiges Werk ist seine erkenntnistheoretische Abhandlung Essay concerning Human Understanding (1690),
die sich mit der Wahrnehmung, dem Begreifen und dem Erwerb von Wissen
befasst. LOCKE geht davon aus, dass das Wissen durch Beobachtung erworben
wird.
SAMUEL FINLEY BREESE MORSE
SAMUEL FINLEY BREESE
MORSE (1791-1872) erfand die elektrische Telegrafie, das Morsegerät
und das Morsealphabet . Das Morsegerät diente der Übermittlung
elektromagnetischer Signale und war ein Vorläufer des Fernschreibers.
Im Morsealphabet entspricht eine bestimmte Abfolge von kurzen und langen
Signalen einem bestimmten Buchstaben des Alphabets, z. B. steht die Kombination lang, kurz, kurz für den Buchstaben d.
In der Morsezeichenschrift ist ... _ _ _ ... die Signalfolge für
den Notruf SOS; ein Punkt bedeutet
ein kurzes Signal, ein Strich ein langes Signal. Morsezeichen waren bis
ins 20. Jahrhundert ein wichtiges Verständigungsmittel in der Seefahrt.
SIR ISAAC NEWTON
SIR ISAAC NEWTON (1642-1727)
war englischer Philosoph und Naturwissenschaftler. Er gilt als einer der
bedeutenden Naturwissenschaftler des 17. Jahrhunderts, die zu dem wissenschaftlich
orientierten Weltbild der Aufklärung beigetragen haben.
NEWTON hat die Mathematik und die Physik durch grundlegende Erkenntnisse bereichert.
Sein Beitrag zur Astronomie und zur Optik ist die Entwicklung des Spiegelteleskops
1668. 1671 stellte er ein noch präziseres Gerät her, dessen
Qualität die Königliche Akademie (Royal
Society) veranlasste, NEWTON als Mitglied aufzunehmen.
1672 stellte er der Akademie seine Entdeckung in der Farbenlehre vor, die Zerlegung des weißen Lichtes in seine Spektralfarben sowie
deren Wiedervereinigung zu weißem Licht mit Hilfe von Prismen.
In seinem 1687 veröffentlichten Hauptwerk Philosophiae
Naturalis Principia Mathematica formulierte er seine Theorie der Erdanziehungskraft (Gravitation), die
er in Verbindung brachte mit den von JOHANNES KEPLER aufgestellten Gesetzen
der Planetenbewegung. Mit den drei Grundgesetzen der Bewegung erklärte
er darin außerdem, auf welche Weise Kräfte Bewegungen (z. B.
freier Fall, Beschleunigung) auslösen. NEWTONS Erkenntnisse wurden
grundlegend für die klassische Mechanik als Teilgebiet der Physik. NEWTON (N) heißt auch die Einheit, in
der Kräfte gemessen werden.
ISAAC NEWTON gilt neben LEIBNIZ als der Mitbegründer der Infinitesimalrechnung
in der Mathematik.
JAMES WATT
JAMES WATT (1736-1819) schottischer
Ingenieur. Er revolutionierte die Industrie und das Transportwesen durch
die Entwicklung der Dampfmaschine als Antriebsmaschine.
WATT stammte aus einer Familie von Mathematikern. Er machte zunächst
eine Ausbildung zum Hersteller mathematischer Instrumente.
THOMAS NEWCOMEN hatte bereits 1712 eine Dampfmaschine zur Wasserbeseitigung
aus den Kohleschächten der Bergwerke gebaut. Bei der Reparatur eines
Modells von NEWCOMENS Dampfmaschine 1765 erkannte WATT deren Mängel.
Er baute einen gesonderten Kondensator und eine Luftpumpe ein, um ihren
Energieverbrauch zu halbieren. 1769 wurde sein Modell der Dampfmaschine
patentiert. WATT arbeitete weiter an der Verbesserung ihres Wirkungsgrades
und entwickelte 1782 eine Dampfmaschine mit einer Übersetzung der Kolbenbewegung
in eine Drehbewegung. Diese ließ sich auch zu anderen Zwecken als
zum Antrieb von Wasserpumpen einsetzen. Bereits 1882 fand sie in der Eisenindustrie
Verwendung. Die Textilindustrie und Versuche im Dampfschiffbau folgten bald.
WATTS Erfindung hatte das Zeitalter der Industrialisierung eingeleitet.
WATT ist auch die Maßeinheit für die elektrische Leistung.