Literarisches Schaffen
DEFOEs bekanntester Roman The Life and Strange Surprising
Adventures of Robinson Crusoe wurde durch Berichte über den
schottischen Seefahrer ALEXANDER SELKIRK (1676-1721), der auf einer einsamen
Insel 400 Meilen entfernt von der Chilenischen Küste ausgesetzt wurde,
angeregt. Als imaginärer Reiseroman
erzählt er in Ich-Form das Leben eines auf sich selbst gestellten
Menschen auf einer einsamen Insel, das dieser mit Tatkraft meistert und
im Sinne puritanischer Selbstkontrolle in Form eines Tagebuchs reflektiert.
Das Buch kann als Allegorie auf die
Menschheit gelesen werden. Es spiegelt die Entwicklung der Zivilisation
in einem verdichteten Zeitraum von 28 Jahren wider.
Der Roman machte DEFOE weltberühmt. Er löste eine bis heute
andauernde Welle von Nachahmungen, Jugendbuchadaptionen und Werken ähnlichen
Motivs, die als Robinsonade bezeichnet wird, aus. Dazu gehören auch zahlreiche Verfilmungen,
die bis hin zu Cast Away
(dt. Verschollen) aus dem Jahr 2000 mit TOM HANKS als Hauptdarsteller reichen. Die wichtigsten
literarischen Robinsonaden, bei denen es um den Kampf ums Überleben
geht sind:
DEFOE schrieb weitere spannende Abenteuerromane, teils nach dem fingierten Muster des Reiseberichts, teils in Form der
Autobiografie. Seine Helden und Heldinnen
zeichnete er mit großem Einfühlungsvermögen. Fast alle
sind zwielichtige Charaktere wie Captain Singleton (1720, dt. Zu Fuß durch Afrika), Moll
Flanders (1720), Colonel Jack (1722), Lady Roxana (1724), Memoirs
of Captain George Carlton (1728). Die Romane haben alle einen erbaulichen
Zweck: Sie wollen zeigen, wohin der Mensch gerät, wenn er vom Pfad
der Tugend abweicht. Da DEFOE mithilfe
faktischer Detailangaben das Leben hautnah darstellt, wird er häufig
als "Vater des Romans" bezeichnet. Tatsächlich übten
seine Romane einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Romans
aus und markieren den Beginn der neueren englischen Romankunst.
In jüngerer Zeit erkennt man auch die Bedeutung seiner politischen, sozialen und volkswirtschaftlichen Schriften. Von seinen vielen Schriften seien vor allem noch folgende genannt:
Werke (Auszug)
wirtschaftspolitische und sozialkritische Abhandlungen
An Essay Upon Projects (1697, dt. Soziale
Fragen vor 200 Jahren)
eine Schilderung der Pest in London von 1665
A Journal of the Plague Year (1722, dt. Die
Pest zu London)
eine Reisebeschreibung von Großbritannien
A Tour Through the Whole Island of Great Britain (1724)
puritanische Hausbücher
The Family Instructor (1715)