Diese drei Typen erfordern unterschiedliche Herangehensweisen, diese werden nun der Reihe nach vorgestellt.
1. Grammatische Aufgabenstellungen
In den Klassen 5-10 gibt es in der Regel bei jeder Leistungsüberprüfung
einen Grammatikteil. Hier wird von
euch erwartet, dass ihr z. B. durch das Ausfüllen von Lückentexten
oder durch das Bilden einzelner Sätze zeigt, dass ihr die durchgenommene
Grammatik sicher beherrscht und anwenden könnt.
Die Grundlage für das Verständnis einer grammatischen Aufgabenstellung
ist, dass die Fachwörter verstanden
werden. Zentral sind hier erstens die Wortarten:
Substantiv (noun), Verb (verb),
Adjektiv (adjective), Adverb (adverb)
und Artikel (article). Da die Aufgabenstellung
meist auf Englisch formuliert ist, sollte man diese Begriffe vor jeder
Arbeit gut wiederholen.
Zweitens gilt es neben den Bezeichnungen für die Wortarten auch
die Fachausdrücke für die verschiedenen Zeiten
des Verbs (tenses) auf Englisch zu beherrschen.
Ansonsten kann es passieren, dass man, weil man die gewünschte grammatische
Form zwar bilden kann, aus der Aufgabenstellung aber nicht entnehmen kann
welche gemeint ist, immer die falsche Form einsetzt. Die Benennung der
Zeiten unterscheidet sich von Lehrwerk zu Lehrwerk, meist werden aber
folgende Bezeichnungen verwendet: simple present,
present progressive, present perfect, simple past, will future, going-to
future, past perfect, past perfect progressive,...etc.
Insbesondere diejenigen grammatischen Fachbegriffe, die im Unterricht
vor der Klassenarbeit gefallen sind, muss man sicher beherrschen. Das
ausführliche Studium des Grammatikteils des Buches ist also unbedingt
zu empfehlen.
Erst wenn man jedes Wort der Aufgabenstellung ganz sicher verstanden hat,
kann man sich eine Strategie für die Lösung
der Aufgabe überlegen. Manchen Schülern hilft es, sich kurz
noch einmal einen Merksatz zu
notieren, den man zu Hause auswendig gelernt hat. Dann kann man sich immer
wieder selbst überprüfen.
Beispiel für eine Aufgabenstellung
und einen Lösungsansatz
Fill in the simple past or the present perfect with
since or for where needed.
Dies ist eine typische Aufgabenstellung, um grammatisches Wissen zu überprüfen.
Voraussetzung für die richtige Lösung der Aufgabe ist, dass
man weiß, was die grammatischen Fachausdrücke simple
past und present perfect bedeuten und
wann welche Zeit verwendet wird. Als Kurznotiz neben der Aufgabenstellung
würde sich zu simple past empfehlen:
2. Vergangenheitsform des Verbs und als Merksatz Mit yesterday, ago und last, benutze immer simple past.
Zum present perfect könnte man notieren have + 3. Form und nicht abgeschlossene Ereignisse. Sich einen solchen kurzen Merksatz zum grammatischen Stoff der Unit zu merken mag etwas Zeit erfordern, ist in einer Klassenarbeit aber Gold wert. Er bietet einem in der Stresssituation große Sicherheit und man kann nun in aller Ruhe über die richtige Lösung nachdenken und die Aufgabe schließlich wunderbar lösen.
2. Aufgabenstellungen, die zur Überprüfung
des Leseverständnisses dienen
In den meisten schriftlichen Klassenarbeiten wird neben der Grammatik
auch das Leseverständnis
überprüft. Es besteht kein Zweifel, dass, wer die Vokabeln nicht
gelernt hat, den Text auch nicht versteht. Vokabelkenntnisse
sind also das absolute A und O zum Bestehen dieses Teils. Oft haben jedoch
sogar Schüler, welche die Vokabeln sicher beherrschen, hier ihre
Schwierigkeiten. Diesen soll nun mit einer Lösungsstrategie ein Weg
für das erfolgreiche Bearbeiten der Aufgabe aufgezeigt werden.
Zunächst sollte man den gesamten Text einmal durchlesen und im Anschluss
die Fragestellungen durchgehen. Es ist wichtig, dass man alle Fragen liest,
bevor man mit der Beantwortung der ersten Frage beginnt, da sonst die
Gefahr besteht, dass man sich bei den Lösungen wiederholt.
In der Regel gilt: Die Reihenfolge
der Fragen entspricht dem Fluss des Textes.
So könnt ihr nun beginnen, am Textanfang
nach der Lösung für die erste Frage zu suchen. Bevor ihr die
Antwort aufschreibt, solltet ihr die Textstelle
unterstreichen und die Nummer der Frage an den Rand des Textes schreiben.
Nun sucht ihr die Antwort zur zweiten Frage, unterstreicht wieder die
betreffenden Zeilen ... usw. So seid ihr sicher, dass ihr euch bei der
Beantwortung wirklich auf den Text bezieht.
Bei der Formulierung der
Antworten ist es sehr wichtig, dass ihr nicht einfach die betreffenden
Textstellen abschreibt, sondern versucht, den Zusammenhang mit eigenen
Worten zu formulieren. Das Lesen der Fragestellung kann hierzu
sehr hilfreich sein, denn auch dort finden sich Ausdrücke, die nicht
genau so im Text vorkommen. Außerdem kommt es euch zu Gute, wenn
ihr das Vokabular der Unit gelernt habt und zeigt, dass ihr es anwenden
könnt. Meist soll man bei Fragen, die das Textverständnis überprüfen,
nicht ausschweifen, sondern die Fakten aus dem Text in ein bis zwei Sätzen
auf den Punkt bringen.
3. Aufgabenstellungen für das
freie Schreiben
Eine Aufgabe, die das freie Schreiben betrifft, ist oft an die Überprüfung
des Textverständnisses angeschlossen,
sollte damit aber auf keinen Fall verwechselt werden. Beim freien Schreiben
soll der Schüler zeigen, dass er ausgehend von der Aufgabenstellung
frei einen eigenen Text entwerfen kann.
Es geht darum, neue Bezüge herzustellen
und das im Unterricht Gelernte mit Neuem und eigenen Gedanken zu verknüpfen.
Bei diesem Aufgabentyp ist die Gefahr des sogenannten an-der-Aufgabenstellung-Vorbeischreibens
größer als bei den anderen beiden Aufgabentypen. Denn die Aufgabenstellung
bietet viel Freiraum zur eigenen Entfaltung.
Diesen Freiraum gilt es nun gewinnbringend zu nutzen.
Hierzu muss man sich die Aufgabenstellung sehr genau durchlesen und sich
im Klaren darüber sein, was von einem erwartet wird. Es ist sinnvoll,
die wichtigsten Wörter der Fragestellung zu unterstreichen und sich
diese auch während der Bearbeitung immer wieder durchzulesen. Man
sollte beständig prüfen, ob man wirklich genau auf das eingeht,
wonach in der Aufgabe gefragt wird.
Ist man sich einmal sicher, genau zu wissen was verlangt wird, sollte
man als erstes einen dreigliedrigen Entwurf
anfertigen. Beim freien Schreiben sollten immer mindestens drei Textteile
klar erkennbar sein:
Oft reicht es, einen einleitenden Satz und einen Schlusssatz zu schreiben. Es ist jedoch sehr wichtig, dass man, bereits wenn man den ersten Satz in sein Heft schreibt, genau weiß zu welchem Schluss der Text führen soll. Aus diesem Grund ist die Planung der Struktur des Texts der wichtigste Teil des Schreibprozesses. Es nimmt in der Regel nicht viel Zeit in Anspruch, kurz ein paar Stichpunkte (auf Englisch!) zu den verschiedenen Teilen des Texts zu notieren. Das Anfertigen eines solchen Schreibgerüsts verhindert aber in der Regel das Vorbeischreiben an der Fragestellung. So besteht nicht mehr die Gefahr, dass man kurz vor Abgabe ganze Absätze streichen muss, weil sie nicht zur Fragestellung passen.
In Aufgabenstellungen für das freie Schreiben werden oft Angaben
gemacht wie viele Wörter man schreiben soll, z. B. What
would you do if you lived in Australia? (write 150-200 words).
Solche Angaben können einen ungeübten Schreiber schnell unsicher
machen. Es ist deshalb sinnvoll, vor der Arbeit zu überprüfen,
wie viele Worte man mit der eigenen Schrift ungefähr auf eine Heftseite
schreibt. Dies bietet eine gute Orientierung und Sicherheit in der Arbeit.
Kann man die Wortzahl des Geschriebenen
nicht abschätzen, geht für häufige Zählaktionen wertvolle
Zeit verloren.
Bevor man mit dem tatsächlichen Schreibprozess beginnt, sollte man
also ein dreigliedriges Stichwortgerüst angefertigt haben und wissen,
wie viele Seiten man ungefähr schreiben möchte. Nun gilt es,
das in der Lektion gelernte Vokabular zum Einsatz zu bringen und die verschiedenen
Textteile durch Absätze klar voneinander zu trennen. Bei der Strukturierung
helfen folgende Konjuktionen (transitional
phrases):
| introduction | to begin with, firstly, |
| main part | on the one hand, on the other hand, because, furthermore, this is why, consequently, in addition, next, for that reason, for example, to show, however, of course, surely |
| conclusion | as a result, finally, in short |
Eine gute Vorbereitung ist auch hier ein absolutes Muss. Wie bei allen Aufgaben gilt auch beim freien Schreiben, wer die Aufgabenstellung intensiv liest, richtig versteht und eine gute Herangehensweise hat, kann mit der größten Ruhe, Sicherheit und Verstand die Lösung erarbeiten.