In Abgrenzung zu
narrativen Texten sind deskriptive Texte nicht
durch eine besondere Erzählhaltung gekennzeichnet. Im Gegenteil: ein
deskriptiver Text zeichnet sich durch die
Neutralität
des Verfassers aus. Bei deskriptiven Texten tritt allein der beschriebene
Gegenstand in den Vordergrund. Das bedeutet wiederum nicht, dass er generell
nicht ästhetisch sein kann. Deskriptive Passagen können durchaus
auch einen
ästhetischen Wert haben,
wenn z. B. eine Landschaft oder eine Person beschrieben wird. Doch sind
diese Passagen dann meist in einen größeren, narrativen Kontext
gebunden, und fallen unter die Rubrik
Erzählung.
Zwei wesentliche Merkmale kennzeichnen den deskriptiven Text:
Zum einen kann die Beschreibung Bestandteil des Textes selber sein und aus
dem Text heraus entstehen. Die Beschreibung eines (nichtmateriellen) Gegenstandes
kann sowohl auf
fiktionaler als auch
auf
nicht-fiktionaler Ebene verfasst
sein. Die fiktionale Ebene bildet meistens die oben erwähnte Erzählung.
Daher ist der deskriptive Text auch häufiger auf nicht-fiktionaler
Ebene anzusiedeln. Besonders im Bereich der
Wissenschaft
ist das Verfassen eines deskriptiven Textes von elementarer Bedeutung. Als
Vorbereitung, bzw. Formulierung eines abstrakten, nicht materiellen Problems
spielt der deskriptive Text z. B. im Bereich der Mathematik eine große
Rolle. Man denke hier an die Textaufgaben im eigenen Mathebuch, wo eine
Dreisatzrechung mit der Beschreibung einer Situation oder Begebenheit veranschaulicht
wird.
Der zweite Unterpunkt der nicht-fiktionalen Beschreibung hat einen konkreten
Bezug zur
materiellen Realität.
Vor einem Versuch im Chemieunterricht z. B. ist eine vorhergehende Versuchsbeschreibung
unabdingbar. Erst wenn sie sorgsam formuliert ist werden Verlauf und Ergebnis
des Versuchs notiert. Ein alltäglicheres Beispiel ist die Angabe der
Zutaten auf einer Tiefkühlpizza: auch wenn sie nur die Inhaltsstoffe
aufzählt liefert die Beschreibung hier dennoch
Informationen
über den Inhalt der Verpackung.