
Chinesische Abreibungen von Steininschriften, die eine gezielte Verbreitung
von Texten befähigten, gelten als erste Druckverfahren.
Im 2. Jahrhundert n. Chr. schrieb der römische Kaiser MARC AUREL
seine Philosophien und Gedanken auf Papyrusrollen nieder und benötigte
zur Vervielfältigung dessen Schreiber. In China dagegen fertigte
man seit dem Jahr 175 nach Christus Steinplatten mit den klassischen,
literarischen Werken Chinas an, um davon tausende von Abzügen
zu produzieren. Dafür drückte man feuchtes Papier auf die Innenseite
der Steine, sodass man durch Bürsten des Papiers mit Tusche die eingeschnittenen
Schriftzeichen weiß hervorheben konnte auf geschwärztem Papier.
Die ersten gedruckten Bücher wurden
in einem Blockdruckverfahren
fabriziert. Dabei wurde jede Seite komplett in einen Holzdruckstock geschnitzt,
dass man einen Abzug davon machen konnte und dann abgezogen wurde.
Nach den Blockbüchern gelang einem Mann der große Durchbruch
in Sachen Buchdruck in Europa. JOHANNES
GUTENBERG führte um 1450 den Druck mit den beweglichen Lettern
im Abendland ein. Damit schuf er die Basis für die Massenproduktion
von Büchern und damit zur Bekanntmachung zahlreicher Information.
Die im 15. Jahrhundert entstandenen Bücher werden als Inkunabeln
oder Wiegendrucke bezeichnet.
Bis etwa in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts bediente man sich zwar
neuer Schriften, allerdings blieb GUTENBERGS Technik in nahezu unveränderter
Form bestehen.
Im 20. Jahrhundert wurde die Arbeit des Setzers mechanisiert und die Monotype,
eine automatische Schriftgießmaschine, goss einzelne Lettern nach
einem Gießzettel. Bei der Linotype,
die ganze Zeilen gießen konnte, veränderte man den Ablauf,
allerdings nicht das Prinzip der Bleilettern. Erst um 1960 gab es fotomechanische
Verfahren der Technik, den sogenannten Fotosatz.
Heutzutage werden Bücher hauptsächlich im Offsetdruckverfahren hergestellt. Aber die Zeit ist auch schon wieder bereit für die nächste Generation des Drucks: dem Digitaldruck. Während beim Offsetdruck noch Druckplatten oder Druckvorlagen produziert werden, verzichtet man beim digitalen Druck völlig darauf. Diese neuartige Technik ermöglicht es genau so viele Drucke wie nötig herzustellen und kann die Nachfrage präzise bedienen.
Die Bedeutung des Buchdrucks
Die Erfindung sowie die Etablierung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern
stellen einen bedeutenden Einschnitt der Kulturgeschichte dar, welcher grundlegende Veränderungen mit sich brachte.
Der Buchdruck ermöglichte die exakte Reproduktion von Wissen wie nie zuvor. Wissen wurde allgemein zugänglicher, da gedruckte
Bücher preiswerter waren als die,
die per Hand kopiert wurden. Der Buchdruck ermöglichte ein schnelleres
und fehlerfreies Kopieren im Vergleich zur manuellen Reproduktion.
Zuvor hatten Schriftsteller nur eine geringe Bedeutung. Nun war es plötzlich wichtig, wer etwas
gesagt und vor allem geschrieben hatte, was und wie er es formuliert hatte.
Auch das Lesen veränderte sich
in Folge des Buchdrucks. Während Bücher zuvor laut vorgelesen
wurden, entwickelte sich jetzt der Vorgang des heutigen Stilllesens.
Außerdem leitete die Erfindung des Buchdrucks eine allgemeine Alphabetisierung und eine Bildungsrevolution ein, was
auch das Denken veränderte.
Weiterhin erfolgte eine Differenzierung der Wissenschaften und die wissenschaftliche Methodik setzte sich gegen mittelalterliche,
bildhafte und metaphorische Denkweisen durch.
Latein, die damalige Universal- und Wissenschaftssprache, wurde nun von
den eigenen Nationalsprachen verdrängt.
Die Verfügbarkeit von Wissen förderte den generellen Meinungsstreit
und die Willensbildung der Gesellschaft.
Auswirkungen des Buchdrucks auf die
Schrift
Der Buchdruck ist eine Erfindung, die zwar nicht direkt mit der Schrift zu tun hat, aber dennoch keine unwesentliche Rolle in der Geschichte spielt.
Mit der Erfindung des Buchdrucks beendete man die große Schriftkultur,
in den einzelnen Kulturnationen behielten die Schriften jedoch charakteristische
Eigenschaften bei. So dominierten die Schrift in Deutschland eher strenge und eckige Buchstaben, während in Frankreich äußerst zierliche und elegante Lettern überwogen, in Italien und Spanien besonders weiche und rundliche
Lettern die Schrift prägten.
Durch den Buchdruck wurde die Ära bis zum 20. Jahrhundert geprägt.
Heute steht die Schrift in Konkurrenz zu den modernen Medien wie Funk, Fernsehen oder Internet.