
Die ersten Auseinandersetzungen zwischen Ureinwohnern und Siedlern gab
es in Nordamerika schon bei der ersten Begegnung. Gerne wird spekuliert,
dass das erste Siedlerdorf Raleigh, das aus ungeklärten Gründen
verlassen wurde (Lost Colony), von befeindeten
Indianerstämmen ausgerottet wurde.
Verbrieft ist, dass die ersten Siedler in Virginia,
nachdem sie von den Ureinwohnern zunächst noch überlebenswichtige
Unterstützung erfahren hatten, sehr bald in bewaffnete Konflikte
mit Indianerstämmen gerieten. Eines der frühsten schriftlichen
Zeugnisse darüber ist der Bericht des ersten Gouverneurs von Virginia,
CAPTAIN JOHN SMITH,
über seine Gefangennahme durch den Indianerhäuptling POWHATAN.
Historiker vermuten heute, dass SMITH, der das Leben und die Gebräuche
der Indianer als wild und blutrünstig beschreibt, viele der Rituale
missverstanden hat. So auch die angebliche Opfer-Zeremonie, im Rahmen
derer er nach eigener Interpretation getötet werden sollte und in
letzter Sekunde durch den Zuspruch der Häuptlingstochter POCAHONTAS
gerettet wurde. Man geht heute davon aus, dass SMITH in den Stammesverbund
aufgenommen werden sollte und die Zeichen dafür nicht verstand.
Da SMITH seine Erlebnisse zu Papier brachte und die Geschichten von "den
Wilden" in Amerika die Engländer in der alten Heimat sehr faszinierten,
prägten SMITHS Charakterisierungen der Indianer das europäische
Verständnis der amerikanischen Ureinwohner maßgeblich und bekräftigten
das ablehnende Misstrauen, mit dem
die allermeisten Neuankömmlinge den Indianern begegneten.
Indian Wars vor der amerikanischen
Unabhängigkeit
Als Anfang der 1620er-Jahre die weißen Siedler begannen, sich entlang
der amerikanischen Ostküste auszubreiten, kam es zu ersten blutigen Zusammenstößen zwischen
Ureinwohnern und Neuankömmlingen.
1622 ereigneten sich in Virginia mehrere Kämpfe zwischen vom bereits
erwähnten Indianerhäuptling POWHATAN angeführten Stämmen
und europäischen Neuankömmlingen. Die Indianer fühlten
sich in ihrem Lebensraum bedroht und suchten diesen zu verteidigen. 1644
organisierten die POWHATAN-Stämme nochmals einen Aufstand gegen Land
nehmende Siedler.
1636/1637 brach in Neuengland aus ähnlichen Gründen der Pequot War aus, der ein trauriges Ende nahm. 500 Indianer wurden getötet, die
Überlebenden versklavt. Ein erster blutiger Höhepunkt mit hohen
Verlusten auf beiden Seiten war der King Philip's
War 1675/76, in Neuengland. Die Auseinandersetzungen zogen sich
über drei Jahre hin. Wiederholt griffen Indianer verschiedener Stämme
unter dem Häuptling METACOMET, den die Siedler unter dem Namen KING
PHILIP kannten, Siedlungen in Massachusetts an. Über 1 000 Siedler
starben. Die weißen Befehlshaber engagierten schließlich Spione und Helfer von den KING-PHILIP-Leuten befeindeten Stämmen, darunter
den Mohawks. Diese töteten METACOMET,
nahmen der Allianz kämpfender Indianer dadurch das Bindeglied und
beendeten den "Krieg".
Problematisch war auch die Zusammenarbeit von Franzosen und Indianern im Kampf gegen englische Siedler. Frankreich, das mit England einen regelrechten Wettbewerb in der Erschließung Amerikas verfolgte, nahm sich Indianer-Stämme zu Verbündeten. Zwischen 1754 und 1763 artete das in den French and Indian Wars aus. Die französischen Siedler pflegten gemeinhin bessere Beziehungen zu den Indianern als die Engländer, was daran liegen mag, dass sie die Ureinwohner besser zu tolerieren wussten und nicht so sehr als fremde "Wilde" empfanden und behandelten. Deshalb war es für die Franzosen auch nicht schwer, Indianer-Stämme als Mitstreiter zu rekrutieren. Als die Auseinandersetzungen begannen, hatte Frankreich die meisten Indianerstämme aus der bis dahin besiedelten Gegend als Alliierte gewonnen. Lediglich die Iroquois Confederacy, bestehend aus den Mohawk, Seneca, Cayuga, Onondaga und Oneida, zog es vor, neutral zu bleiben.
Hatte der Krieg zwischen Franzosen, Engländern und Indianern zunächst
wegen Landstreitigkeiten im Gebiet des Ohio-Rivers
begonnen, so artete er bald zum nationalen
Konflikt aus, in dem sich England und Frankreich auch an anderen
Schauplätzen bekriegten, bevor 1756 der siebenjährige Krieg
zwischen den beiden Ländern ausbrach.
In Amerika selbst gelang es den englischen Siedlern schließlich,
sich gegen Franzosen und Indianer durchzusetzen. Leidtragende waren am
Ende die Ureinwohner, die sich nun der offenen Feindschaft der Engländer
sicher waren. Selbst der Irokesen-Verbund wurde von den englischen Siedlern
für seine als Gleichgültigkeit ausgelegte Neutralität während
des Krieges verurteilt.
In ihrem Bestreben, neues Land einzunehmen, drangen englische Siedler
unmittelbar nach Kriegsende 1763 weiter in bis dahin indianisches Gebiet
im oberen Ohio-Tal vor. Die hier lebenden Ureinwohner wehrten sich unter
Leitung des Häuptlings PONTIAC. Zwar verbot die englische Regierung,
um weitere blutige Auseinandersetzungen zu vermeiden den Siedlern vorerst,
weiter vorzudringen. Diese hielten sich aber nicht an die Vorgaben.
Und so blieb der Aufstand der Indianer nur für kurze Zeit wirksam.
An den in immer mehr Kolonien ausgeschriebenen Skalp-Prämien
lässt sich besser denn an viele Schlacht-Rekonstruktionen ablesen,
wie die Einstellung der weißen Siedler gegenüber den amerikanischen
Ureinwohnern war. "Indianerjagen" wurde zur lukrativen Nebenverdienstmöglichkeit.
In Virginia etwa wurden 1770 100 Pfund Sterling je Skalp eines getöteten
Indianers ausbezahlt.
1775 brach die Amerikanische Revolution
aus. Die dreizehn Gründungskolonien (Founding
Colonies) waren im Zorn gegen England vereint und richteten ihre
gebündelte Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen das Mutterland, Auseinandersetzungen
mit den Indianern traten in dieser Zeit in den Hintergrund. Kaum war Amerika
jedoch offiziell unabhängig geworden und hatte sich als eigene Nation
einigermaßen organisiert, erwachte auch die Gier nach mehr Land
zu neuem Leben. Und mit ihr weitere, immer schlimmere Auseinandersetzungen.
Indian Wars im jungen Amerika
Der Drang der Siedler, in den Westen
des Landes vorzudringen, nahm nachdem die Unabhängigkeit von England
erreicht war, noch zu. Um Probleme mit den Indianern zu vermeiden, handelte
die Regierung zahlreiche Verträge unter anderem mit den Iroquois,
Choctaw, Chickasaw und Cherokee aus.
Die Stämme erklärten sich darin einverstanden, ihr Land den
Siedlern zu überlassen. Doch schon 1786 wiesen die die Häuptlinge
diese Verträge zurück und drohten mit Angriffen im Falle weißer
Besiedlung. An der sich ständig westwärts vorschiebenden Frontier
kam es zu immer blutigeren Begegnungen zwischen Siedlern und Ureinwohnern,
amerikanische Truppen schalteten sich ein.
1790 gelang Kriegern der Shawnee
und anderen Stämmen unter der Führung des Häuptlings LITTLE
TURTLE einige erfolgreiche Angriffe gegen die Siedler. 1791 fielen in
einer blutigen Schlacht an der westlichen Grenze Ohios 630 amerikanische
Soldaten. Die Siedler zeigten Verhandlungsbereitschaft, doch die Indianer
beharrten auf ihren Rechten auf Land. 1794 kam es schließlich zum
Battle of Fallen Timbers, in dem die Siedler
die Indianer besiegten.
Die Westbewegung der Frontier ging weiter.
Zwar setzten sich die Stämme weiter zur Wehr, 1811 etwa unter der
Leitung des charismatischen Häuptlings TECUMSEH,
der sich darum bemühte, die zahlreichen Indianerstämme zwecks
größerer Wirksamkeit zu einer Indian Nation
zu vereinen und seine hoch motivierten Krieger in ein riesiges Blutbad
an der Frontier führte.
TECUMSEH (1768 bis 1813)
TECUMSEH wurde
1768 in Old Piqua, einem kleinen Dorf am Mad River in Ohio geboren. Der Name TECUMSEH bedeutet Berglöwe,
der zum Sprung (in den Süden) ansetzt.
Schon sehr früh bewies er sich als geschickter Jäger und wusste
eher durch Worte als durch Kämpfe
auf sich aufmerksam zu machen. Die quälerische Brutalität seines
Stammes lehnte er ab.
Nachdem weiße Soldaten unter GENERAL ARTHUR ST. CLAIR in das Ohio-Gebiet
eingedrungen waren und unzählige Shawnee getötet wurden, reifte
in TECUMSEH der Gedanke, den Eindringlingen mit vereinten Kräften
entgegen zu treten. Ein Indianerstaat war seine Vision, ein Bündnis aller Stämme, um einen erfolgreichen Widerstand gegen die Weißen
leisten zu können.
TECUMSEH zog quer durch das Land, von der kanadischen Grenze bis zum Golf
von Mexiko, um seinen Plan vorzustellen. Als brillanter Rhetoriker betonte
er die Freiheit, die der Versklavung durch die Weißen gewichen war und führte dazu auch den Vergleich
zu den Schwarzen an. Er unterstrich
die Größe und Stärke der Indianerstämme und appellierte
nicht zuletzt am seine indianischen Brüder, die Ehre der Ahnen aufrecht zu erhalten.
Schießlich gelang ihm Shawnee, Miami, Delawaren, Chippewas und
Potawatomis zu vereinigen. Die Stämme des Südostens (Cherokee,
Chickaswas, Choctaws, Creek und Seminolen) hingegen stellten sich gegen
ein solches Bündnis.
Während seiner Abwesenheit ereignete sich allerdings eine entscheidende Schlacht in seiner Heimat. TECUMSEHs
Bruder TENSKWATAWA, der zwischenzeitlich TECUMSEHs Rolle übernommen hatte, war der einfallenden
amerikanischen Armee nicht gewachsen. Entgegen der Anweisungen seines
Bruders führte TENSKWATAWA den Kampf unüberlegt und unstrategisch.
Als Seher und Prophet war er davon
überzeugt, dass eine höhere Macht den Sieg der Indianer herbeibrächte. Am 7. November 1811 wurden die
Shawnee von GENERAL JUSIAH HARRISON geschlagen, deren gesamtes Waffenarsenal
vernichtet und das Territorium dem Erdboden gleichgemacht. Folge dieser Niederlage war, dass sich das Indianerbündnis
auflöste.
TECUMSEH schloss sich den Engländern im englisch-amerikanischen Krieg
an und fiel am 5. Oktober 1813 auf dem Schlachtfeld.
Die letzten Indianerkriege
Die Auseinandersetzungen
zwischen Siedlern und Indianern bekamen eine neue Dynamik, als Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien Gold gefunden wurde. Nun gab es für die Siedler kein Halten mehr, der Drang nach Westen
wurde aggressiver denn je zuvor. In den Great Plains im pazifischen Nordwesten wurden die Sioux und die Cheyenne bekämpft, nach dem Bürgerkrieg
formierten sich Truppen aus Freiwilligen, die in den 1860ern die Navajos im Südwesten unterwarfen. 1862
wehrten sich die Sioux in einem Gegenangriff
in Minnesota. 800 Siedler wurden getötet. Aus Rache griffen die weißen
Truppen 1864 am Sand Creek im Colorado
Territory an.
In den späten 1860ern lenkten einige Häuptlinge der im Westen
angesiedelten Stämme ein und erklärten sich bereit, ihre Völker
in für sie bestimmte Reservate zu führen. Diese von der amerikanischen
Regierung als Peace Policy bezeichnete Lösung erwies sich jedoch als für die Indianer bittere
Enttäuschung, wurden sie doch mit Waffengewalt aus der Heimat deportiert
und in für die Weißen nicht attraktives Land gebracht. Alleine
4 000 Cherokee starben bei einem solchen
Track, sie nannten ihn den Trail of Tears.
1876 kam es zu einem letzten Aufbäumen der Sioux
und Cheyennes in den Northern
Plains. Die legendär gewordene Schlacht unter den Häuptlingen
CRAZY HORSE und SITTING
BULL gegen den amerikanischen General CUSTER am 25. Juni tötete
über 200 Soldaten. SITTING BULL gelang zunächst die Flucht,
CRAZY HORSE ergab sich und starb in Gefangenschaft. Als auch SITTING BULL
sich 1881 auf ein Amnesie-Versprechen hin ergab, brach der letzte Widerstand
der Indianer zusammen.
Das schreckliche Massaker am Wounded Knee,
das US-Truppen an der Sioux Reservation verübten,
war die letzte.
Amerika war jetzt in seiner ganzen Weite von Weißen besetzt. Es
gab keine Indianergebiete mehr zu erobern. Während die weißen
Siedler alles gewonnen hatten, hatten die Indianer alles verloren: Land,
Lebensraum, Freiheit, Identität. Sie sind bis heute eine Außenseitergruppe
im Melting Pot Amerika.
SITTING BULL (1831 bis 1890)
Tatanka
Yotanka, so der indianische Name der englischen Übersetzung
für SITTING BULL, wurde um 1831 am Grand River in South Dakota geboren. Er wurde nach dem Tod seines Vaters von seinem
Onkel aufgezogen, von dem er auch in die Kampfkunst eingeführt wurde. Es heißt, dass SITTING BULL schon als 14-Jähriger
in der Führungslinie gestanden und gegen die Crow gekämpft hat.
Als 1872 in den Black Hills im Gebiet der Sioux Gold gefunden wurde, fielen unzählige
Goldsucher in South Dakota ein. Nachdem SITTING BULL und CRAZY HORSE sich
zunächst abwartend verhielten, um die Reaktion der amerikanischen Regierung
auf diese Invasion zu sehen, wurde ihnen
eine viel zu geringe Kaufsumme für ihr Land angeboten. Die Indianer
lehnten in den Verhandlungen am 20. und 23. September 1875 jegliche Angebote
ab.
Nun forderte die Regierung sie zur Kapitulation auf; die Indianer sollten
sich bis zum 31. Januar 1876 in Indianer-Agenturen melden, was für sie einer Kriegserklärung gleichkam. SITTING BULL rief die verbündeten Stämme zum Kampf
gegen die Langen Messer auf, wie die Weißen
von den Indianern genannt wurden. Am Rosebud River entstand so eine beachtliche Bastion.
Nachdem CRAZY HORSE eine erfolgreiche Schlacht gegen
die vorrückende Armee von GENERAL CROOK geschlagen hatte, zogen die
Stämme zum Little
Bighorn River in Montana.
Dort sollte es am 25. Juni 1876 zur Entscheidung kommen. Unter der Führung
von GENERAL GEORGE ARMSTRONG CUSTER griff die US-Armee an und wurde von
CRAZY HORSE niedergeschlagen. Nach diesem Sieg beschlossen die Stämme,
sich zu teilen.
SITTING BULL zog an den Yellowstone River, um dort Verhandlungen mit COLONEL MILES zu führen. Sie kamen zu keiner
Einigung, sodass SITTING BULL am 22. April 1877 nach Kanada wanderte.
Die Dakota-Indianer wurden während seiner vier Jahre Abwesenheit
immer wieder um ihr Land betrogen und in neue Reservationen umgesiedelt.
Im Juli 1881 kehrte SITTING
BULL nach Amerika zurück. Er saß zwei Jahre im Gefängnis und kam danach in das Hunkpapa-Reservat. Dort nahm er an Zeremonien zum Ghost Dance (Geistertanz) teil, bei denen zu
den Trommeln so lange getanzt wurde, bis man in eine Trance fiel. Die Amerikaner waren durch diese Tänze verunsichert und befürchteten neue Aufstände. SITTING BULL verdingte
sich während dieser Zeit im Reservat auch in der Wild
West Show von BUFFALO BILL.
Es kam immer wieder zu Unruhen, die darin
gipfelten, dass SITTING BULL gefangen genommen wurde und in einem Kampf
am 15. Dezember 1890 durch einen Schuss in den Rücken zu Tode kam.
CRAZY HORSE (1840 bis 1877)
CRAZY HORSE wurde
um 1840 geboren. Sein indianischer Name war Tashunka
Witko, was sowohl als Wildes Pferd als
auch Geisterpferd übersetzt wird.
Er galt als Visionär, der seinen
Träumen vertraute und als Mystiker. Weniger großer Redner als z. B. SITTING BULL oder TECUMSEH war CRAZY
HORSE ein furchtloser Kämpfer. Dies
bewies er u. a. 1866 im Kampf gegen CAPTAIN W. J. FETTERMANN und dessen
Truppe, die in Fort Phil Kearny in Wyoming saß
und die er besiegte.
Neben dem Sieg über GENERAL CROOK im Rosebud-Tal (1876) war die größte
Schlacht, die CRAZY HORSE führte, die am Little
Bighorn River.
Gemeinsam mit SITTING BULL brachte er am 25. Juni 1876 die Armee von GENERAL
GEORGE ARMSTRONG CUSTER zur Strecke. Da er als besonnener und strategisch
überlegener Krieger galt, konnte er CUSTERS 7. Kavallerie schon nach
kurzer Zeit schlagen.
Danach allerdings begann eine erbitterte Verfolgungsjagd auf CRAZY HORSE. Schließlich ergab er sich im Mai 1877 und wurde in Fort Robinson in Nebraska untergebracht. Am 5. September desselben Jahres wurde er Opfer einer perfiden Intrige. Man sagte, er habe sich gegen eine Kerkerhaft wehren wollen und rechtfertigte damit, dass er hinterrücks von einem weißen Soldaten mit einem Bajonett erstochen wurde.
COCHISE (1810/23 bis 1874)
Über das Geburtsdatum
von COCHISE ist nichts bekannt, jedoch über die Herkunft seines Namens.
Als Kind nannte man ihn zunächst nur Chise (Holz). Da er aber ein besonders zäher und charakterstarker Junge war, wurde
COCHISE, was übersetzt Hickory Holz bezeichnet, aus seinem Namen. Hickory Holz gilt als besonders hart und ist
in den Südstaaten Amerikas zu finden.
Den Titel des Häuptlings hatte er
von seinem Vater geerbt. Die Chiracahuas-Apachen lebten in den Chiraicaha-Mountains im südöstlichen Arizona.
1862 wurden Angehörige des Apachen-Stammes von amerikanischen Soldaten
getötet und daraufhin begann COCHISE einen Rachefeldzug, der mehrere Jahre andauerte. Immer wieder überfiel er die Weißen,
Siedler, die er ebenso unschuldig tötete, wie die Soldaten es mit
seinen Verwandten getan hatten. Postkutschen wurden überfallen und
auch die Goldgräber ereilte das gleiche Schicksal.
Nachdem COCHISE 1871 nach Washington eingeladen wurde, um als Kommissar für
Indianerangelegenheiten zu fungieren, er aber ablehnte, wurde von
GENERAL CROOK befohlen, COCHISE zu verfolgen.
Der ausgesandte LIEUTENANT HOWARD CUSHING wurde jedoch von COCHISE in
einen Hinterhalt gelockt und etliche
seiner Männer und er selbst getötet. Die Regierung besann sich
nun darauf, eine andere Politik zu führen.
Eine besondere Rolle spielte der US-Postinspektor THOMAS JEFFORDS. In
friedlicher Absicht kam er zu Gesprächen mit COCHISE zusammen und
diese führten zu einer Freundschaft zwischen den beiden Männern. COCHISE gab den Kampf auf.
Mit GENERAL OLIVER OTIS HOWARD wurde ein Vertrag geschlossen, der den Apachen ein Reservat im südlichen Arizona garantierte.
Der Vertrag wurde nicht von den Amerikanern eingehalten. COCHISE starb
am 8. Juni 1874, ohne zu wissen, wie und wo sein Stamm weiterleben würde.
GERONIMO (1823 bis 1909)
Seinen Namen erhielt GERONIMO, eigentlich GOKHLAYEH, weil er als
kleiner Junge immer ausgiebig gähnte. Aufgrund der schwierigen Aussprache
für die Mexikaner wurde er später zu GERONIMO.
Nachdem 1858 seine Familie, d. h. seine Mutter, seine Frau und seine drei
Kinder von GENERAL JOSE MARIA CARRASCO getötet wurden, zog er in den
Kampf. Er schloss sich dem Apachen-Häuptling COCHISE an und überfiel
Sonora. Ab dieser Zeit wurden jedes Jahr Angriffe auf mexikanische Städte
gemacht, aus denen die Indianer meist erfolgreich hervorgingen.
Nachdem COCHISE gestorben war, ernannte dessen Sohn NAICHE GERONIMO zum Kriegshäuptling.
Er sollte 1876 in die San-Carlos-Reservation, was er jedoch aufgrund deren Beschaffenheit ablehnte. Es war eine öde
Wüste und GERONIMO verbrachte die nächsten Jahre daher in Mexiko.
Doch er wurde von den Amerikanern gejagt und ein Kopfgeld von 2 000 Dollar auf ihn ausgesetzt. Seine neue Familie wurde nach Fort Pickens in Florida gebracht und damit versuchte man ihn zurück ins Land zu locken. Als
er sich am 4. September 1886 ergab, wurde er für drei Jahre ins Gefängnis gesperrt und sah seine Angehörigen nie wieder.
Fast 20 Jahre verbrachte GERONIMO anschließend in Fort
Sill in Oklahoma und wurde
dort auf unwürdige Art als "Vorzeige-Indianer" missbraucht;
so etwa bei der Parade nach FRANKLIN D. ROOSEVELTs Wahl zum Präsidenten
der Vereinigten Staaten oder bei der Weltausstellung in St. Louis.
Am 17. Februar 1909 starb GERONIMO an einer Lungenentzündung.