Ziel der Präsentation
Ziel der Präsentation ist nicht,
den Zuhörern die Ergebnisse vorzusetzen, und keine weiteren Erläuterungen
abzugeben. Vielmehr soll die Präsentation den Zuhörern die Möglichkeit
bieten, anhand der formalen Gliederung
und dem logischen Aufbau des Vortrags
die Kernaussage(n) nachzuvollziehen.
Der Referent gibt hier sein eigenes Wissen zum Besten und kann eventuell
in der anschließenden Diskussion
direkt auf Fragen und Anmerkungen des Publikums eingehen. Damit dies auch
angesprochen wird und die Präsentation aufmerksam und vor allem interessiert
verfolgt, sollten einige Punkte beachtet werden.
Eine Präsentation ist das mündliche Gegenstück zu einer
Facharbeit, und in etwas weiterem Sinne strukturell mit Formen des argumentativen
Sachtextes wie Essay oder Erörterung verwandt. Hier hat generell
der logische Aufbau der Argumentation oberste Priorität, und bei
allen geht es in erster Linie um Klarheit
und Nachvollziehbarkeit der Aussage.
Im Gegensatz zu den schriftlichen Formen der Argumentation und Ergebnisvermittlung
spielt bei der Präsentation ein anderer, nicht zu unterschätzender
Faktor eine Rolle: die Zeit. Eine Präsentation
wird in Echtzeit abgehalten,
während eine schriftliche Abhandlung gebündelt Ergebnisse einer
Recherche- und Forschungsarbeit über einen beliebig langen Zeitraum
darstellt. Wenn man also eine Präsentation zu einem bestimmten Thema
plant, sollte man bezüglich des Umfangs und der inhaltlichen Darstellung
nie vergessen, wie viel Zeit man selber mit der eigenen Erarbeitung der
Erkenntnisse verbracht hat. Man kann von einem Publikum nicht verlangen,
innerhalb einer halben Stunde all jene Informationen aufzunehmen, deren
Erarbeitung vielleicht ein paar Tage oder noch länger gedauert hat.
Dem Publikum soll bei einer Präsentation die Möglichkeit gegeben
werden, die Informationen zu verarbeiten.
Aufbau und Gestaltung
Die mündliche Präsentation ist eine Form der Argumentation.
Daher orientiert sich der Aufbau
eines Vortrags an verschiedenen Ebenen von Sinneinheiten,
deren Struktur sich am Besten mit einer Pyramide vergleichen lässt:
Die Spitze ist das Ergebnis des Vortrags, also die Erkenntnis, die dem
Publikum vermittelt werden soll.
1. Einleitung
Die Einleitung stellt die Basis der Präsentation dar. Hier soll die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuhörer geweckt werden. Am Besten lässt sich dies erreichen, wenn man das Thema der Präsentation mit dem Erfahrungshorizont des Publikums verknüpft. Neben der Themenvorstellung wird hier auch kurz der Argumentationsweg erklärt, sodass die Zuhörer einen Überblick erhalten und wissen, was im Laufe der Präsentation auf sie zukommt.
2. Hauptteil
Hier werden die einzelnen Gliederungspunkte
der Präsentation dargestellt. Sie sind entweder logisch aufeinander
aufgebaut, wie bei einer Pyramide folgt ein Punkt dem anderen. Oder aber
es gibt mehrere Ebenen gleichzeitig zu einem Thema, die nicht unmittelbar
miteinander verbunden sind, aber dennoch zum Ergebnis der Präsentation
beitragen. Hier liegt es nun am Referenten, den Zuhörern Hilfestellung
zu geben, in dem er selber auf die Bedeutung dieses Gliederungspunktes
für den Gesamtzusammenhang aufmerksam macht. Wenn das Publikum Rätselraten
muss, warum der Referent jetzt was erwähnt und wie das zum Thema
passen soll, verliert es ganz schnell das Interesse. Gegebenenfalls sollte
der Referent immer auch Zwischenergebnisse
zusammenfassen, bevor er zum nächsten Punkt übergeht. So bleibt
auch das Publikum zufrieden, wenn es feststellen kann, dass zum bisherigen
Zeitpunkt schon eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen wurden.
Wiederholungen sind ebenfalls hilfreich,
gerade bei komplexeren Zusammenhängen, denn so werden Informationen
nachhaltig vermittelt und gespeichert.
Ein anderer, unverzichtbarer Bestandteil einer Präsentation sind visuelle Hilfen. Ein Vortrag mag sich allein auf die verbale Vermittlung von Informationen stützen können, wenn der Redner anschaulich und vor allem rhetorisch überzeugend vorgeht. Es ist allerdings wissenschaftlich erwiesen, dass das Gedächtnis Informationen besser speichern kann, wenn sie mit einer visuellen Darstellung verbunden werden. Dies ist wichtig für den Aufbau der Präsentation, denn visuelle Hilfsmittel machen die Informationen für das Publikum nicht nur leichter zugänglich, sie bieten außerdem eine nicht zu unterschätzende Variation in der Gestaltung der Präsentation. Es ist einfach auch mal entspannend, sich eine Grafik oder ein Diagramm anzuschauen, das die Informationen des Referenten bildlich veranschaulicht, wenn dieser z. B. Statistiken zitiert. Aber auch allein schon ein thematisch passendes Foto oder eine Illustration können die Atmosphäre der Präsentation erheblich auflockern.
Mittels Overhead Projector oder Powerpoint kann der Argumentationsweg selber auch visuell dargestellt werden, indem
man die einzelnen Gliederungspunkte, also den Aufbau der Präsentation,
für alle ersichtlich an der Wand abbildet. So kann sich der Zuhörer
immer orientieren, an welchen Punkt des Vortrags der Referent angelangt
ist (und, schlimmstenfalls, wie lange er noch durchhalten muss bis der
Vortrag zu Ende ist).
Die klassische Alternative zu den technisierten Hilfsmitteln ist das Handout. Hier werden die wesentlichen Punkte des Vortrags, die sogenannten Thesen aufgeführt. Das Handout ist gleichzeitig auch etwas, dass das Publikum
mit nach Hause nehmen kann und zu dem es sich weitere Gedanken machen
kann.
3. Schluss
Am Ende der Präsentation werden noch einmal alle Erkenntnisse rekapituliert und zusammengefasst. Auf gar keinen Fall sollte hier eine Unstimmigkeit mit dem vorher Gesagten auftreten, ein neuer Aspekt dient lediglich der Überleitung zur Diskussion mit dem Publikum.
Der Vortrag
Das Besondere einer Präsentation ist die direkte Kommunikation mit
dem Publikum. Allein das Wort Publikum verrät
Einiges: eine Präsentation zu halten, bedeutet, sich öffentlich
und vor anderen zu einem bestimmten Thema zu äußern. Insofern
steht die Person des Referenten neben der eigentlichen Präsentation
immer auch im Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Der Referent ist Vermittler zwischen den Thesen und Aussagen seines Vortrags und dem Publikum, daher
ist besonders wichtig, dass er sich richtig verhält. Das bedeutet,
die Informationen sollten verständlich und "störungsfrei"
übermittelt werden. Der Referent sollte nie auf seine Person aufmerksam machen, sondern immer nur die Aufmerksamkeit
auf das Vorgetragene lenken.
Eine klare und deutliche Aussprache ist essenziell, denn wer raten muss, was gerade gesagt wurde, kann schon
nicht mehr die eigentliche Information aufnehmen. Natürlichkeit in der Vortragsweise kommt dann zustande, wenn die verschiedenen Punkte
nicht abgelesen werden, sondern frei vorgetragen werden. Am besten schreibt man sich Stichpunkte auf Karteikarten und orientiert sich im Laufe der Präsentation daran.
Außerdem sollte man nie dem Publikum den Rücken zudrehen. Hektische Gesten und zu viel Bewegung des Referenten lenken vom Gesagten ab. Auch kann eine betont lässige Körpersprache eher nerven als Souveränität ausstrahlen. Eine Präsentation lebt zum Großteil von der Persönlichkeit des Referenten. Affektiertheit oder Schauspielerei können die Zuhörer aber eher verärgern, deshalb sollte man sich während einer Präsentation nicht anders geben, als man in einem privaten Gespräch auch sein würde. Wichtig ist, das Publikum für sich zu gewinnen, und dies kann auch der Fall sein, wenn man sich verzettelt hat: Zu sagen, dass man jetzt gerade den Faden verloren hat, bringt mehr Sympathien ein als minutenlang in den eigenen Unterlagen zu wühlen.