
Weitere Kriege
Doch der Frieden war nicht von langer Dauer. Obwohl den Algonkin das Gebiet
um Kentucky zugesprochen wurde, verkauften
es die Irokesen,
die im Krieg Verbündete der Engländer gewesen waren. Unter CORNSTALK
kam es erneut zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Aber auch diesmal
hatten die Algonkin-Stämme keine reale Chance gegen die englische
Streitmacht, die von LORD DUNMORE geführt wurde. Am Great
Kanawah fiel die endgültige Entscheidung; Kentucky war verloren.
Es kam zu einem weiteren Friedensbeschluss, den DUNMORE von CORNSTALK
annahm. Die Algonkin wurden hinter den Ohio River
und den Kanawah zurückgedrängt.
Ein weiteres Ereignis begann nun aber in die Geschehnisse hineinzuspielen:
der amerikanische Unabhängigkeitskrieg
(1775-1783).
CORNSTALK wurde von amerikanischen Soldaten ermordet und damit wurde das
östliche Mississippi-Gebiet von den Amerikanern
beansprucht. Ein neuer Krieg entfachte. Sowohl CORNSTALKS Nachfolger LITTLE
TURTLE als auch dessen Nachfolger BLUE JACKET konnten den Weißen
keinen unbezwingbaren Widerstand leisten.
In Ohio wurde Waffenstillstand geschlossen,
wobei die Indianer auch dabei wieder um ihre Gebiete gebracht wurden.
Die Shawnee wurden später von GERNERAL WILLIAM HENRY HARRISON, dem Gouverneur des Nordwest-Territoriums und später 9. Präsident der Vereinigten Staaten, vertrieben. Der Algonkin-Bund begann, sich aufzulösen. Zunächst zogen die Shawnee 1831 nach Kansas, übersiedelten dann aber zwischen 1845 und 1867 in das Indianerterritorium Oklahoma und schlossen dort Frieden mit Amerika.
TECUMSEH (1768 bis 1813)
TECUMSEH wurde
1768 in Old Piqua, einem kleinen Dorf am Mad River in Ohio geboren. Der Name TECUMSEH bedeutet Berglöwe,
der zum Sprung (in den Süden) ansetzt.
Schon sehr früh bewies er sich als geschickter Jäger und wusste
eher durch Worte als durch Kämpfe
auf sich aufmerksam zu machen. Die quälerische Brutalität seines
Stammes lehnte er ab.
Nachdem weiße Soldaten unter GENERAL ARTHUR ST. CLAIR in das Ohio-Gebiet
eingedrungen waren und unzählige Shawnee getötet wurden, reifte
in TECUMSEH der Gedanke, den Eindringlingen mit vereinten Kräften
entgegen zu treten. Ein Indianerstaat war seine Vision, ein Bündnis aller Stämme, um einen erfolgreichen Widerstand gegen die Weißen
leisten zu können.
TECUMSEH zog quer durch das Land, von der kanadischen Grenze bis zum Golf
von Mexiko, um seinen Plan vorzustellen. Als brillanter Rhetoriker betonte
er die Freiheit, die der Versklavung durch die Weißen gewichen war und führte dazu auch den Vergleich
zu den Schwarzen an. Er unterstrich
die Größe und Stärke der Indianerstämme und appellierte
nicht zuletzt am seine indianischen Brüder, die Ehre der Ahnen aufrecht zu erhalten.
Schießlich gelang ihm Shawnee, Miami, Delawaren, Chippewas und
Potawatomis zu vereinigen. Die Stämme des Südostens (Cherokee,
Chickaswas, Choctaws, Creek und Seminolen) hingegen stellten sich gegen
ein solches Bündnis.
Während seiner Abwesenheit ereignete sich allerdings eine entscheidende Schlacht in seiner Heimat. TECUMSEHs
Bruder TENSKWATAWA, der zwischenzeitlich TECUMSEHs Rolle übernommen hatte, war der einfallenden
amerikanischen Armee nicht gewachsen. Entgegen der Anweisungen seines
Bruders führte TENSKWATAWA den Kampf unüberlegt und unstrategisch.
Als Seher und Prophet war er davon
überzeugt, dass eine höhere Macht den Sieg der Indianer herbeibrächte. Am 7. November 1811 wurden die
Shawnee von GENERAL JUSIAH HARRISON geschlagen, deren gesamtes Waffenarsenal
vernichtet und das Territorium dem Erdboden gleichgemacht. Folge dieser Niederlage war, dass sich das Indianerbündnis
auflöste.
TECUMSEH schloss sich den Engländern im englisch-amerikanischen Krieg
an und fiel am 5. Oktober 1813 auf dem Schlachtfeld.