
Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete THOMAS für den Rundfunk der BBC und zeichnete Dichterlesungen, Radio Essays und Hörspiele auf. Außerdem schrieb er Drehbücher für Dokumentarfilme. 1937 heiratete er und ließ sich schließlich 1949 mit seiner Familie in dem walisischen Fischerdorf Laugharne nieder, wo die Familie bereits die Vorkriegsjahre verbracht hatte.
THOMAS war einerseits als lebensfrohe und unkonventionelle Künstlernatur
bekannt, andererseits zeigen seine immer wieder bis ins letzte Detail
überarbeiteten Schriften einen willensstarken und disziplinierten
Menschen.
Ab 1950 unternahm er erfolgreiche Vortragsreisen
in die USA. Auf seiner vierten Reise starb er mit nur 39 Jahren. Er wurde
in seiner walisischen Geburtsstadt Swansea beerdigt.
Literarisches Schaffen
DYLAN THOMAS' erste Gedichtsammlung Eighteen Poems
steht mit ihrer dunklen und assoziativen Bildsprache
dem Surrealismus nahe, einer
nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen literarischen Bewegung, die Träumen,
Assoziationen und Visionen große Bedeutung zumaß.
Mit seinem 1946 veröffentlichtem Gedichtband Deaths
and Entrances, der zwei der bedeutendsten Gedichte - Fern
Hill und A Refusal to Mourn the Death by Fire
of a Child in London - enthält, wurde THOMAS in der Öffentlichkeit
populär. Der Gedichtband Collected Poems
1934-1952 (1952) steigerte seine Beliebtheit.
THOMAS' Lyrik weicht von der intellektuellen, politisch geprägten Dichtung der 1930-er Jahre ab. Seine Gedichte handeln von kindlicher Unschuld, von Liebe, Sexualität und der Allgegenwart des Todes. In sehr leidenschaftlichen und farbigen Sprachbildern spiegeln sich Kindheitserinnerungen und Naturerleben, Schuldgefühl und Angst, keltische Sagenwelt und die Welt der Bibel wider. Allerdings stieß sein neuromantisches Werk bei der Kritik zum Teil auf Ablehnung. Ihm wurden seine trunkene Syntax, die überbordende Klang- und Bildfülle und die komplizierte Reimtechnik vorgehalten.
Doch nicht nur die Lyrik THOMAS' machte ihn zu einem der bekanntesten zeitgenössischen Dichter. Während einer äußerst erfolgreichen Lesereise durch die Vereinigten Staaten schrieb er das lyrische Hörspiel Under Milk Wood (1954, dt. Unter dem Milchwald), das oft auch als Bühnenstück aufgeführt wird. Aus dem darin geschilderten Tagesablauf in einem walisischen Dorf ergibt sich ein komplexes Bild menschlicher Erfahrungen.
THOMAS verfasste auch eine beträchtliche Anzahl weiterer Schriften,
darunter den Roman Rebecca's
Daughters (hg. 1965, dt. Rebeccas Töchter)
und einige Drehbücher (The Doctor and the Devils,
1953, dt. Der Doktor und der Teufel). Die Sammlung
Portrait of the Artist as a Young Dog (1940,
dt. Porträt des Künstlers als junger Hund)
enthält autobiografische Kurzgeschichten.
Für den Komponisten IGOR STRAWINSKI verfasste THOMAS ein Opernlibretto,
das er allerdings aufgrund seines frühen Todes nicht mehr vollendete.
Werke (Auszug)
Lyrik
The World I Breath (1939)
The Map of Love (1939)
In Country Sleep, And Other Poems (1952)
Kurzgeschichten und Essays
Notebooks (1934)
Quite Early One Morning (1954, dt. Ganz
früh eines Morgens)
A Child's Christmas in Wales (1954, dt. Eines
Kindes Weihnacht in Wales)
A Prospect of the Sea (hg. 1955, dt. Ein
Blick aufs Meer)
Letters to Vernon Watkins (1957)
The Beach of Falesá (1964, dt. Der
Strand von Falesa)
Romanfragment
Adventures in the Skin Trade (hg. 1955, dt.
Abenteuer in Sachen Haut)