Englisch
Edward Estlin Cummings
EDWARD ESTLIN CUMMINGS (1894 bis 1962)
Lebensgeschichte
EDWARD ESTLIN CUMMINGS wurde in Cambridge (Massachusetts) geboren, wo sich der Sitz der berühmten Harvard University befindet.
Sein künstlerisches Talent wurde schon frühzeitig durch seine Eltern und das kulturelle Umfeld in Cambridge gefördert. Während seines Harvard-Studiums schrieb er erste Gedichte. In seiner Abschlussrede The New Art (1916) formulierte er seine von Kubismus, Futurismus und der neuen Musik IGOR STRAWINSKIs inspirierte Kunstkonzeption.
Er diente im Ersten Weltkrieg als freiwilliger Frontsanitäter. Wegen Spionageverdachts wurde er 1917 in Frankreich inhaftiert. Aus diesem Erlebnis heraus entstand sein autobiografisches Werk The Enormous Room, das seine dreimonatige Haft in einem französischen Lager beschreibt.
Von 1921 bis 1923 studierte CUMMINGS Kunst in Paris. Dort lernte er andere dort lebende amerikanische Autoren wie ERNEST HEMINGWAY, GERTRUDE STEIN und FRANCIS SCOTT FITZGERALD kennen, die auch als lost generation bezeichnet wurden. Sie alle waren von ihren Erfahrungen im Ersten Weltkrieg desillusioniert und hatten sich von den tradierten gesellschaftlichen Wertvorstellungen entfremdet.
1923 veröffentlichte CUMMINGS seinen ersten Gedichtband, dem noch weitere folgten. Ab 1924 lebte er als Maler und Dichter in New York. Reisen führten ihn unter anderem nach Russland und Tunesien. Er starb 1962 zurückgezogen in New Hampshire.

Literarisches Schaffen
Der autobiografische Roman The Enormous Room ist ein schockierend brutales Buch, in dem CUMMINGS mit surrealistischen Sprachbildern, die Traumvisionen und Assoziationen nahestehen, seine Erlebnisse von der Verhaftung in Frankreich bis zur Ankunft in New York im Jahr 1918 beschreibt. CUMMINGS klagt Krieg, Gewalt und Erniedrigung des Menschen an. Das Buch gilt als eines der frühesten und einflussreichsten Antikriegsbücher.

Große Bedeutung gewannen CUMMINGS' Gedichte, die einen großen Einfluss auf spätere Dichter ausübten. Schon der erste Gedichtband Tulips and Chimneys (1923, vollständige Fassung 1937) zeigte weitreichende formale Erneuerungen in zuvor nie da gewesenen Dimensionen: Durch asyntaktische Fügungen und ungewöhnliche Wortschöpfungen unterläuft CUMMINGS die traditionelle Sprachlogik. Er lehnt sich dabei an die Spontaneität des Jazz und an die kubistische Malerei an.
Inhaltlich griff CUMMINGS zwar auf traditionelle Themen wie Liebe, Wechsel der Jahreszeiten und Natur zurück, aber er experimentierte dabei mit einer außergewöhnlichen Sprache und Syntax. Teilweise sorgte seine offene und spitzzüngige Wortwahl für Skandale.

CUMMINGS, der seine innovative Lyrik auch als Mittel der Satire einsetzte, wurde durch seine typografischen Experimente zum Vorläufer der Pop-Art, die sich in den 1950-er und 1960-er Jahren zur dominierenden Kunstströmung vor allem in den USA und England entwickelte.

Außer seinen Gedichten schrieb CUMMINGS auch Dramen wie das Liebe und Kunst thematisierende expressionistische Stück Him (1927, dt. Ihm) und das die moderne Moralität problematisierende Drama Santa Claus (1946).
Unter dem Titel Eimi verfasste er 1933 einen kritischen Reisebericht über seine in der Sowjetunion gewonnenen Reiseeindrücke. 1931 veröffentlichte er den Bildband CIOPW mit Zeichnungen und Gemälden. Die während seiner Gastprofessur in Harvard gehaltenen Vorträge wurden als Six Nonlectures im Jahr 1953 publiziert.

Mit seiner Lyrik beeinflusste CUMMINGS eine ganze Generation von englischen Dichtern, zu denen STEPHEN SPENDER (1909-1995) und WYSTAN HUGH AUDEN (1907-1973) zählen.

Werke (Auszug)

Lyrik
XLI Poems (1925)
Is 5 (1926)
ViVa (1931)
No Thanks (1935)
Tom (1935)
1/20 (1936)
Fifty Poems (1941)
1 x 1 (1944)
Ninety-five Poems (1958)
73 Poems (hg. 1963)

Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de