Literarisches Schaffen
Der autobiografische Roman The
Enormous Room ist ein schockierend brutales Buch, in dem CUMMINGS
mit surrealistischen Sprachbildern,
die Traumvisionen und Assoziationen nahestehen, seine Erlebnisse von
der Verhaftung in Frankreich bis zur Ankunft in New York im Jahr 1918
beschreibt. CUMMINGS klagt Krieg, Gewalt und Erniedrigung des Menschen
an. Das Buch gilt als eines der frühesten und einflussreichsten Antikriegsbücher.
Große Bedeutung gewannen CUMMINGS' Gedichte,
die einen großen Einfluss auf spätere Dichter ausübten.
Schon der erste Gedichtband Tulips and Chimneys
(1923, vollständige Fassung 1937) zeigte weitreichende formale
Erneuerungen in zuvor nie da gewesenen Dimensionen: Durch asyntaktische
Fügungen und ungewöhnliche Wortschöpfungen unterläuft
CUMMINGS die traditionelle Sprachlogik. Er lehnt sich dabei an die Spontaneität
des Jazz und an die kubistische Malerei an.
Inhaltlich griff CUMMINGS zwar auf traditionelle
Themen wie Liebe, Wechsel der Jahreszeiten und Natur zurück,
aber er experimentierte dabei mit einer außergewöhnlichen Sprache
und Syntax. Teilweise sorgte seine offene und spitzzüngige Wortwahl
für Skandale.
CUMMINGS, der seine innovative Lyrik auch als Mittel der Satire einsetzte, wurde durch seine typografischen Experimente zum Vorläufer der Pop-Art, die sich in den 1950-er und 1960-er Jahren zur dominierenden Kunstströmung vor allem in den USA und England entwickelte.
Außer seinen Gedichten schrieb CUMMINGS auch Dramen
wie das Liebe und Kunst thematisierende expressionistische Stück
Him (1927, dt. Ihm)
und das die moderne Moralität problematisierende Drama Santa
Claus (1946).
Unter dem Titel Eimi verfasste er 1933 einen
kritischen Reisebericht über seine
in der Sowjetunion gewonnenen Reiseeindrücke. 1931 veröffentlichte
er den Bildband CIOPW mit Zeichnungen
und Gemälden. Die während seiner Gastprofessur in Harvard gehaltenen
Vorträge wurden als Six Nonlectures im
Jahr 1953 publiziert.
Mit seiner Lyrik beeinflusste CUMMINGS eine ganze Generation von englischen Dichtern, zu denen STEPHEN SPENDER (1909-1995) und WYSTAN HUGH AUDEN (1907-1973) zählen.
Werke (Auszug)
Lyrik
XLI Poems (1925)
Is 5 (1926)
ViVa (1931)
No Thanks (1935)
Tom (1935)
1/20 (1936)
Fifty Poems (1941)
1 x 1 (1944)
Ninety-five Poems (1958)
73 Poems (hg. 1963)