Wissenschaftlicher Werdegang
Wie viele Forscher arbeitete CRICK während des Krieges für das
Militär, welches er jedoch 1947 verließ, um Biologie zu studieren.
Unterstützt durch ein Stipendium und finanzielle Hilfe seiner Familie
ging CRICK nach Cambridge, wo er an dem Strangeways
Research Laboraty arbeitete. Die nächsten paar Jahre verbrachte
CRICK damit, sich Grundwissen in Biologie, organischer Chemie und Kristallografie
anzueignen. 1949 wechselte er an die Medical Research
Council Unit, deren Mitglied er auch heute noch ist.
CRICK beschäftigte sich mit der Röntgenstrukturanalyse,
einer speziellen Methode zur Klärung kristalliner Strukturen, die
man mit dem Mikroskop nicht erkennen kann. CRICK fand zusammen mit Kollegen
heraus, wie sich eine Helix (spiralige Struktur) in einem Röntgenbeugungsbild
darstellt. Er konnte darlegen, dass die Hornsubstanz
Keratin
eine Helixstruktur aufweist.
CRICKs Labor war in einem Gebäude untergebracht, in dem der junge
Biologe JAMES DEWEY WATSON die Struktur der Erbsubstanz Desoxyribonucleinsäure
(DNA) untersuchte. Die beiden Forscher bildeten ein ehrgeiziges Team und
entwickelten gemeinsam ein räumliches Modell der DNA in Gestalt einer
Doppelhelix.
Sie stellten ihr WATSON-CRICK-Modell
1953 der Fachwelt vor.
Das Modell bietet als wesentliches Merkmal eine Erklärung dafür,
wie sich die DNA selbst reproduzieren (verdoppeln) kann. Dieses Forschungsergebnis
von CRICK und WATSON gilt als Meilenstein
in der Biologie und wurde 1962 mit dem Nobelpreis
für Medizin/Physiologie gewürdigt.
CRICK hat mit seinem Wissen über die Röntgenstrukturanalyse
wesentlich zum Gelingen der Arbeit beigetragen. Ihm standen Röntgenbeugungsbilder
der Chemikerin ROSALIND FRANKLIN (1920-1958) zur Verfügung, aus denen
er eindeutig auf die Spiralform der DNA schließen konnte.
CRICK setzte seine Forschungen in der Molekularbiologie fort und erhielt 1954 die Doktorwürde für eine Arbeit mit dem Titel: Röntgenbeugung: Polypeptide und Proteine. Später lehrte er als Gastprofessor an der berühmten Harvard University in Cambridge, Mass. (USA) und forschte an verschiedenen Instituten in den USA. Bis zu seinem Tod war er Mitglied des Salk Institute for Biological Studies in San Diego, Kalifornien.
CRICK hatte 1940 RUTH DOREEN DODD geheiratet. Ihr Sohn, MICHAEL CRICK,
ist ebenfalls Wissenschaftler geworden. CRICK trennte sich von seiner
Frau und heiratete 1949 ODILE SPEED. Aus dieser Ehe gingen die beiden
Töchter GABRIELLE CRICK und JACQUELINE CRICK hervor. FRANCIS CRICK
wohnte in einem Haus, das er Die Goldene Helix
nannte.
FRANCIS H. C. CRICK bemerkte einmal rückblickend:
"Ich wusste nichts, abgesehen von einer Grundausbildung
in etwas altmodischer Physik und Mathematik und, dass ich bereit war,
mit meiner Hand neue Dinge anzupacken."