FITZGERALD wurde rasch zum Erfolgsautor des Jazz-Zeitalters
(auch als Roaring Twenties oder Golden
Twenties bezeichnet). Als in den 1920er-Jahren der Jazz seine Hochblüte
erreichte, machten FITZGERALDs Kurzgeschichten Tales
of the Jazz Age (1922, dt. Geschichten aus der Jazz-Ära) die Bezeichnung Jazz
Age populär. Seine hoch dotierten Erzählungen, die er zum
Teil gemeinsam mit seiner Frau veröffentlichte, ermöglichten
beiden ein aufwändiges Leben in den USA und in Frankreich.
Dort lernte FITZGERALD andere Autoren wie ERNEST HEMINGWAY, GERTRUDE STEIN
und EDWARD ESTLIN CUMMINGS kennen. Sein 1925 veröffentlichter Roman
The Great Gatsby brachte ihm die Anerkennung der Kritiker. Allerdings
begann seine Ehe zu zerbrechen. FITZGERALD verfiel immer mehr dem Alkohol.
Zwischen 1936 und 1937 stieg er - verschuldet und krank - in Hotels ab
und war unfähig zu schreiben. Seine Frau befand sich in psychiatrischer
Behandlung. Um seine Schulden zu begleichen, zog FITZGERALD 1937 nach
Los Angeles und arbeitete als Drehbuchautor
für die Filmindustrie. Dort starb er im Dezember 1940 im Alter von
nur 44 Jahren.
Literarisches Schaffen
In seinen Romanen und Kurzgeschichten zeichnet FITZGERALD in nüchterner
Sprache das Lebensgefühl der 1920er-Jahre nach und spürt die
gesellschaftlichen Veränderungen seiner Zeit auf wie er sie selbst
erlebte. Anders als die vorherige Generation war seine Generation von
den Kriegserfahrungen des Ersten Weltkriegs
desillusioniert worden und stand nun den bisherigen gesellschaftlichen
Wertvorstellungen kritisch gegenüber.
Das alleinige Streben nach Reichtum und Glimmer erweist sich als inhaltsleer.
FITZGERALD traf in seinem Werk den Puls der Zeit und wurde zu den bedeutendsten
Vertretern dieser sogenannten Lost
Generation, zu denen auch ERNEST
HEMINGWAY und EDWARD ESTLIN CUMMINGS gehören.
Mit seinem ersten Roman This Side of Paradise
(1920, dt. Diesseits vom Paradies) wurde FITZGERALD schlagartig berühmt: Geschildert wird, wie die Hauptfigur,
Amory Blaine, auf der Suche nach seinem Lebensglück zunehmend desillusioniert
und orientierungslos wird.
Sein Roman The Great Gatsby (1925, dt. Der große Gatsby) trug FITZGERALD
große Anerkennung ein. In glänzendem Stil entfaltet FITZGERALD
hier sein zentrales Thema: die Widersprüchlichkeit des American
Dream, des Strebens nach Glück,
Erfolg und Reichtum in der Konsumgesellschaft:
Die Widersprüche des amerikanischen Strebens nach Erfolg und Glück werden in Gestalt des Jay Gatsby aufgedeckt. Aus Sicht des Erzählers Nick wird die Geschichte des mysteriösen und im Reichtum schwelgenden Gatsby erzählt, der sich jedoch als hoffnungsloser Romantiker entpuppt und dessen Suche nach einer zweiten Chance (ein für FITZGERALD typisches Thema) letztendlich tragisch endet. Durch die Verfilmung (1974) - mit ROBERT REDFORD als Gatsby und MIA FARROW als Daisy - war dem Roman ein noch größerer Erfolg beschieden als bei der ersten Veröffentlichung.
1934 erschien der Roman Tender is the Night (dt. Zärtlich ist die Nacht; 1962 von HENRY KING verfilmt), der psychologisch subtil die zerstörerischen Auswirkungen von Reichtum und Sinnverlust darstellt.
FITZGERALDs letzter, unvollendeter Roman The Last
Tycoon (1941 herausgegeben, dt. Der letzte
Taikun) setzt sich mit der Traumfabrik
Hollywood auseinander. Bei der Verfilmung wirkten 1976 Hollywood-Stars
wie ROBERT DE NIRO, TONY CURTIS, ROBERT MITCHUM, JEANNE MOREAU und JACK
NICHOLSON mit.
HAROLD PINTER schrieb das Drehbuch, und ELIA KAZAN führte Regie.
Seine Kurzgeschichte The Curious Case of Benjamin Button (1921, dt. Der seltsame Fall des Benjamin Button) wurde 2008 unter der Regie von DAVID FINCHER verfilmt. Der Film mit BRAD PITT und CATE BLANCHETT in den Hauptrollen war für zehn Oscars nominiert und gewann schließlich drei der begehrten Trophäen.
Werke (Auszug)
Roman
The Beautiful and Damned (1922, dt. Die
Schönen und Verdammten)
Kurzgeschichten
Flappers and Philosophers (1920, dt. Backfische und
Philosophen)
All the Sad Young Men (1926)
Essays, Notizen
The Crack-up (hg. 1945, dt. Der
Knacks)