Von 1927 bis 1933 schrieb und zeichnete er für die kurz zuvor von HAROLD ROSS gegründete Zeitschrift The New Yorker. Mit seinen Geschichten und Zeichnungen prägte er den Stil der Zeitschrift. Gemeinsam mit seinem Kollegen E. B. WHITE veröffentlichte THURBER 1929 das Buch Is Sex Necessary? (1921, dt. Warum denn Liebe?), in dem sein komisches Talent zum Durchbruch kam.
Ab 1933 arbeitete THURBER als freier Mitarbeiter für den New Yorker. Außerdem verfasste er mit seinem Jugendfreund ELLIOTT NUGENT Theaterstücke wie The Male Animal (1940). In seinem Stück A Thurber Carnival (1945, dt. Rette sich wer kann!) trat er selbst auf. THURBER veröffentlichte auch Märchen. Seine letzten Lebensjahre verbrachten er und seine zweite Frau in Connecticut. Dank ihrer Unterstützung konnte er trotz Alkoholsucht und Depressionen weiterhin literarisch tätig sein. Er starb 1961 in New York.
Literarisches Schaffen
Bekannt wurde THURBER durch seine witzigen Erzählungen, Skizzen und
die Comicstrips, die er regelmäßig in der Zeitschrift The
New Yorker veröffentlichte. THURBERs Humor prägte den
Stil der Zeitschrift entscheidend mit. Seine Cartoons wurden zum Vorbild
der anspruchsvollen Comic-Serien
in Zeitungen. Humorvoll greift THURBER die Alltagserfahrungen der amerikanischen
Mittelklasse auf (Sex, Angst, Psychologie), wobei er stets eine moralische
Absicht verfolgte. Tiere und Menschen geraten aufgrund ihres Schicksals
in absurde Situationen.
In seinem ersten Buch Is Sex Necessary? mokiert sich THURBER mit seinen Zeichnungen über den Versuch, Sex auf eine rein naturwissenschaftliche Theorie zu vereinfachen. Damit spielt er auf den großen Einfluss der Psychoanalyse in Europa an, die damals in Mode kam.
Als beispielhaft für seine Erzählungen gilt die Kurzgeschichte The Secret Life of Walter Mitty (1939, dt. Das geheime Leben des Walter Mitty). Mit der Figur des Walter Mitty zeigt THURBER den Typ des "kleinen Mannes", der sich frustriert in eine Fantasiewelt flüchtet. Hier verwirklicht er als Held seine Träume. Die Fantasien sind inspiriert von Idolen (Bomberpiloten oder erfolgreiche Chirurgen), die durch die Massenmedien geformt wurden. Doch bricht die Alltagswelt in Gestalt seiner ständig nörgelnden Ehefrau oder des herrischen Vorgesetzten immerfort in Walters Traumwelt ein. Mit Hilfe von Leitmotiven und Assoziationen glättet THURBER die Übergänge von Realität und Traum.
Neben THURBERs zahlreichen Erzählungen waren auch seine Kindermärchen The 13 Clocks (1950, dt. Die 13 Uhren), The Wonderful O (1957, dt. Das geheimnisvolle O) und Komödien erfolgreich.
Werke (Auszug)
Erzählungen
Fables for Our Time (1940, dt.
75 Fabeln für Zeitgenossen)
Thurber's Dogs (1955, dt. So spricht der Hund)
Further Fables for Our Time (1956, dt. Das kleine
Fabelbuch)
Autobiografisches
My Life and Hard Times (1933,
Man hat's nicht leicht)
The Years with Ross (1959)
Zeichnungen
Thurber's Men, Women and Dogs. A Book of Drawings
(1943)