JEAN BATTEN wuchs
in
Auckland auf. Ihre Mutter Ellen war
eine exzentrische Persönlichkeit, die zeitlebens bestimmenden Einfluss
auf ihre Tochter ausübte. Seit jeher hatte es in der Familie eine Kluft
zwischen den Männern, bestehend aus Jeans Vater Fred und den Brüdern
und den Frauen, Mutter Ellen und Tochter Jean, gegeben. 1920 wurde diese
Kluft auch nach außen hin sichtbar: die Familie trennte sich. Die
Mutter war eine leidenschaftliche Anhängerin der
Suffragetten
(Frauenrechtlerinnen) und ermutigte ihre Tochter von früh auf zum Wettbewerb
mit Männern.
1929 unternahm Jean ihren ersten Flug. Der australische Pilot CHARLES KINGSFORD-SMITH
nahm sie in seiner berühmten
Kings Cross
mit. KINGSFORD-SMITH war für seinen weltweit ersten transpazifischen
Flug von Amerika nach Australien berühmt geworden. Das Erlebnis weckte
in JEAN BATTEN den Entschluss, selbst
Pilotin
zu werden.
1930 siedelte sie mit ihrer Mutter nach
London
um, wo sie eine Flugschule besuchte und 1931 ihren Flugschein machte. Schon
während ihrer Ausbildung zur Pilotin soll es JEAN BATTENs erklärtes
Ziel gewesen sein, als erster Mensch überhaupt von England nach Neuseeland
zu fliegen. 1932 stellte ihr ihr Verehrer VICTOR DOREE, Sohn reicher Eltern,
einen gebrauchten Doppeldecker der Marke
Gipsy-Moth
zur Verfügung. Zwei Anläufe, ihren geplanten
Rekordflug
umzusetzen scheiterten bevor JEAN BATTEN am 8. Mai 1934 erneut aufbrach.
14 Tage und 22 Stunden später kam sie in Australien an. Damit hatte
sie den von der Engländerin AMY JOHNSON aufgestellten Rekord um fünf
Tage unterboten. Jean reiste per Schiff nach Neuseeland, wo sie von 6 000
jubelnden Landsleuten empfangen wurde. Sechs Wochen tourte sie durch das
Land bevor sie nach Australien zurückkehrte, um als erste Frau der
Welt die Strecke Australien-England zu fliegen.
Eine Frau als Pilotin war in JEAN BATTENs Tagen keine Ungewöhnlichkeit.
JEAN BATTENs außerordentliche
Schönheit
und ihr grenzenlos scheinender
Ehrgeiz
machten sie jedoch zu einer herausragenden und international gefeierten
Figur ihrer Zeit. Sie sollte noch einige Rekorde aufstellen: Als Erste flog
sie von West-Afrika nach Brasilien und auch als Erste überquerte sie
im Flugzeug die stürmische Tasman-See zwischen Australien und Neuseeland.
Mit dem zweiten Weltkrieg endete BATTENs Fliegerkarriere. In England engagierte
sie sich als Referentin zur Mobilisierung von Waffen und Flugzeugen. Nach
dem Krieg lebte sie mit ihrer Mutter in verschiedenen Ländern. Nach
Neuseeland kehrte sie nur noch als Besucherin zurück. Sie starb zurückgezogen
und unbekannt auf Mallorca, wo sie in einem Armengrab beigesetzt wurde.