Nach dem Tod ihrer Mutter verließ ROWLING 1991 England, um in Portugal
Englisch zu unterrichten. Ihre Ehe mit einem portugiesischen Fernsehjournalisten
hielt nicht lange und ROWLING kehrte mit ihrer kleinen Tochter nach England
zurück. Dort wohnte sie zunächst bei ihrer Schwester in Edinburgh
und versuchte als allein erziehende Mutter zurechtzukommen. Eine Weile
musste sie sogar Sozialhilfe beziehen. Zu dieser Zeit begann sie, an ihrem
ersten Harry-Potter-Roman zu schreiben, "wirklich
für mich selbst", wie sie später sagte.
1997 wurde Harry Potter and the Philosopher's Stone veröffentlicht, 1998 und 1999 folgten die nächsten Bände.
Alle drei Bücher führten bald die Bestseller-Listen an und gewannen bedeutende Buchpreise. ROWLING wurde eine der reichsten Frauen Englands. Auch die weiteren Harry-Potter-Bücher, die in den Jahren 2000 und 2003 erschienen,
verkauften sich in vielen Ländern dermaßen erfolgreich, dass
ROWLING nun sogar zu den reichsten weiblichen Schriftstellerinnen der
Welt gehört.
Inzwischen wohnt sie mit ihrem zweiten Ehemann, einem schottischen Arzt, in Edinburgh. Im Januar 2005 brachte sie ihr drittes Kind zur Welt. Sie unterstützt unter anderem eine Organisation allein erziehender Mütter und setzt sich für Kinder in aller Welt ein. Auch wurden ihre mehrere Ehrungen zuteil, wie die Ehrendoktorwürde der Universität in Exeter und eine Auszeichnung der Queen für ihre besonderen Verdienste um die Kinderliteratur.
Die Harry-Potter-Bücher
Die Reihe der Harry-Potter-Romane von ROWLING
setzt sich aus folgenden Bänden zusammen:
Hauptfigur der spannend und aktionsreich erzählten Abenteuer ist der Waisenjunge Harry Potter, der über Zauberkräfte verfügt. Dabei sind Grundfragen des Lebens wie Gut und Böse zentrale Motive der gleichermaßen in realer und magischer Welt angesiedelten Geschichten.
Das Geheimnis des Erfolgs
Die Bücher wurden inzwischen in etwa 47 Sprachen übersetzt und
gehören weltweit zu den meistgelesenen (und -verkauften) Kinder-
bzw. Jugendbüchern. Interessant ist dieser unglaubliche Erfolg auch
in Hinsicht darauf, dass man lange Zeit über die allgemeine Lese-Unlust
klagte. ROWLING bewies mit ihren Büchern über den Zauberlehrling
Harry Potter nun genau das Gegenteil.
Über den unglaublichen Erfolg der Harry-Potter-Romane auch bei Erwachsenen ist viel gerätselt worden. Wichtig
für den Erfolg ist mit Sicherheit die märchenhafte Anlage des
Kinderabenteuers, das ganz normale Probleme wie Schule und Familie thematisiert,
aber eben mit fantastischen, aus Krimis und Gruselgeschichten vertrauten
Elementen und Motiven versehen ist (Zauberei, böse Mächte, Heldentaten).
Nicht nur der stets zu Streichen aufgelegte Harry, auch die klare Gegenüberstellung
von Gut und Böse sowie von Kinder-
und Erwachsenenwelt bietet ein großes Identifikationspotenzial für junge ebenso wie für ältere Leser.
Sehr geschickt ist auch die Komponente der Zeit eingesetzt. Die Reihe
ist auf sieben Bände hin angelegt: Die Handlung umfasst die sieben
Jahre der Ausbildung, in denen Harry mit dem Leser und umgekehrt wächst
und älter wird. Beigetragen zum Erfolg hat sicher auch die aufwändige Vermarktung, die von der cleveren Einfachheit
von Harrys besonderen und damit imitierbaren Merkmalen profitiert: Brille,
blitzförmige Narbe, Umhang, Zauberstab und Besen.
Zuordnen lässt sich die Reihe der Harry-Potter-Romane zum Bereich der High Fantasy Literatur, in der Motive aus Märchen und Mythen fantasievoll aufgenommen
und die Helden sich meist in Kämpfen zwischen Gut und Böse bewähren
müssen.
Als ihr Wegbereiter gilt LEWIS CARROLLs Roman Alice's
Adventures in Wonderland (1865, dt. Alice im
Wunderland). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte
JOHN RONALD REUEL TOLKIENs Trilogie The Lord of the
Rings (dt. Der Herr der Ringe) die High
Fantasy Literatur populär. Inzwischen gehört sie zum
produktivsten und kommerziell erfolgreichsten Literaturzweig unserer Zeit.
Die Verfilmungen
Als Kinofilme erschienen bisher:
ROWLING arbeitete an den Drehbüchern mit, um sicherzustellen, dass die Buchvorlage auch möglichst getreu
wiedergegeben wurde. Außerdem bestand sie darauf, dass die Rollen
von britischen Schauspielern gespielt werden sollten.
Die Dreharbeiten der nächsten Teile müssen schnell fortgeführt
werden, denn ihre jugendlichen Darsteller dürfen nicht schneller
erwachsen werden als Harry Potter und seine Klassenkameraden.