Literarisches Schaffen
SWIFT traf häufig in London mit Schriftstellerkollegen wie ALEXANDER
POPE und JOHN GAY zusammen. Er strebte nach politischer Macht und verfasste
zahlreiche Schriften mit politischen und auch politisch-religiösen
Inhalten. Sie kritisieren mit beißendem Spott
die Missstände im Zeitalter der aufkommenden industriellen Revolution,
den Streit der Konfessionen und literarische Phänomene. A
Tale of a Tub (1704, dt. Ein Märchen von
einer Tonne) ist seine bekannteste Satire
auf den Streit der Konfessionen. SWIFT setzte sich auch für irische
Interessen ein, unter anderem in der Pamphletserie The
Drapier's Letters (1724, dt. Tuchhändlerbriefe).
Briefliteratur
Während seiner Londoner Zeit verfasste SWIFT das Journal
to Stella (1710-13, dt. Tagebuch in Briefen
an Stella). Es ist sein persönlichstes Werk und schildert
auf lebendige Weise sein Leben in London.
Neben seinen Briefen an VANESSA
(ESTHER VANHOMRIGH), die ebenfalls eine Rolle in SWIFTs Leben spielte,
zählt das Journal to Stella zu den Meisterleistungen
der Briefliteratur.
Gullivers Reisen
SWIFTs bis heute bekanntestes Werk ist der realistisch-fantastische Reisebericht Travels into Several Remote Nations of the World 'By
Lemuel Gulliver'. Wie bei DANIEL DEFOEs Robinson Crusoe handelt es
sich um einen erfundenen Reiseroman in Ich-Form. Er erzählt von den Erlebnissen des Schiffsarztes Gulliver
bei den Liliputanern und bei den Riesen. SWIFT stellt menschliche Eitelkeiten ironisch bloß, da er die Verhältnisse und Werte umkehrt und
grotesk überspitzt. Der Staat der Liliputaner ist genau wie der englische
mit Ministern, einem Parlament und politischen Parteien eingerichtet.
Sie diskutieren und intrigieren ebenso wie die Engländer. Doch angesichts
ihrer Größe wirken sie für Gulliver und die Leser lächerlich.
SWIFT verspottet auf diese Weise unbarmherzig das englische Regierungssystem.
Diese Teile der Abenteuerreise wurden zu einem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Teile drei und vier mit Gullivers
Reisen zu den Wissenschaftlern und zu den weisen Pferden attackieren
mit bitterem Zynismus den Glauben an
die menschliche Rationalität.
SWIFT hinterließ ein ausgesprochen umfangreiches Werk. Neben politischen Fragen beschäftigt es sich vor allem mit den Themen Kirche und den Verhältnissen in Irland. Daneben verfasste SWIFT aber auch Gedichte und Prosastücke.
Werke (Auzug)
Satire
The Battle of the Books (1704)
Gedichte
Baucis und Philemon (1709)
Cadenus and Vanessa (1726)