Englisch
Ken Loach
KEN LOACH
KEN LOACHs immer wiederkehrendes Thema und Engagement für das Arbeitermilieu entspringt seiner eigenen Herkunft. 1936 wurde er als Sohn eines Arbeiters in einer Maschinenfabrik geboren.
Nachdem er in Oxford Jura studiert und in der Royal Air Force gedient hatte, war er ab 1961 bei der BBC. Dort entwickelte er mit dem Produzenten TONY GARNETT dokumentarische Stoffe und einige Filme für das sogenannte Wednesday Play, wozu auch Cathy come Home zählte. Auch sein erster Kinofilm Poor Cow (1967) war dementsprechend in einem halb dokumentarischen Stil gehalten.

LOACH versteht sich als politischer Mensch, der deutlich auf die gesellschaftliche Entwicklung, die geprägt ist durch Ausgrenzung und Benachteiligung der sozial Schwächeren, aufmerksam macht. Er klagt das System an, das das Gefälle zwischen Arm und Reich unterstützt und ergreift Partei für die Proletarier, die sich trotz der Widrigkeiten nicht geschlagen geben.
Mit sehr viel Witz, besonders dem typisch schwarzen britischen Humor, Einfühlungsvermögen und liebevollem, aber auch sehr realistischen Blick porträtiert LOACH seine Figuren. Er zeigt drastisch und schonungslos den verzweifelten Kampf gegen die Obrigkeit, wie z. B. in Ladybird, Ladybird (1994), in dem eine verzweifelte Mutter um das Sorgerecht für ihre Kinder streitet.
In Bread and Roses (2000) kämpft eine lateinamerikanische Immigrantin gegen die Ausbeutung durch ihre amerikanische Reinigungsfirma und engagiert sich als Gewerkschafterin. Obwohl am Ende der Sache gedient wird, bleibt die Protagonistin auf der Strecke; sie wird in ihr Land abgeschoben.
LOACH bringt daneben auch die oft unerträglichen familiären Strukturen spürbar nahe. In Family Life (1972) zeigt er den Weg einer Tochter, die von ihren Eltern zum Schwangerschaftsabbruch gezwungen und in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird.
In Kes (1970), eine Coming-of-Age-Geschichte, zieht ein Junge liebevoll einen Falken groß, der von seinem Bruder getötet wird.

LOACH bekam einige Filmpreise, wie z. B. den Europäischen Filmpreis für Riff Raff (1991), der die Geschichte einer Bauarbeitergruppe erzählt, die sich mit Tricks gegen das Thatcher-Regime über Wasser hält.
Ebenso bekam er den Europäischen Filmpreis für Land and Freedom (1995), in dem er den Spanischen Bürgerkrieg aufgreift.

Entgegen seiner bisherigen Filme, die meist ohne Happyend auskommen mussten, hat Just a Kiss (2004) einen positiven Verlauf. Die Liebe der irischen (katholischen) Lehrerin zu einem pakistanischen DJ führt zu Konflikten mit den jeweiligen Familien, zeigt verschiedene Lebens- und Religionsauffassungen und lässt das Paar trotz aller Widrigkeiten zum Schluss doch noch zusammenkommen.

Weitere Filme von KEN LOACH sind:

Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de