Notizvergleich
Zuerst suchen sich beide Partner den selben
Text. Zu Anfang sollte man darauf achten, dass es sich um kurze
Texte handelt, die überschaubar sind. Nun lesen beide Partner den
Text zum ersten Mal. Jetzt werden noch keine Notizen gemacht, sondern
nur Wörter im Text markiert. Wichtig ist, dass nur so wenige Wörter
wie möglich markiert werden, am besten nur eins pro Satz. Beim anschließenden
zweiten Lesen wird dann überprüft, welches Wort jeweils neben
dem Satz auf dem Haftnotizzettel notiert werden sollte. Es kann auch ein
textfremdes Wort notiert werden, wenn es den Inhalt des Satzes besser
zusammenfasst. Anschließend machen die beiden Partner einen Notizvergleich
und tauschen sich darüber aus, warum sie gerade ein bestimmtes
Wort gewählt haben. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn häufig
verschiedene Wörter notiert wurden.
Informationsweitergabe
Nun lesen die beiden Partner verschiedene Texte.
Wenn möglich, sollte es jedoch in beiden um dasselbe Thema geben,
sodass sich die Informationen gegenseitig ergänzen. Oft bieten Lehrbücher
solche Texte an, oder man kann den Lehrer um Rat fragen.
Die Partner durchlaufen auch dieses Mal die zwei Lesephasen. Im Anschluss
erzählen sie sich gegenseitig mit Hilfe der Notizen den Inhalt des
gelesenen Textes. Am besten ist es, wenn der jeweils andere sich wiederum
das Verstandene notiert. Außerdem kann er sich sprachliche Fehler
notieren, die ihm aufgefallen sind. Jetzt gibt es zwei weitere Möglichkeiten:
Bevor man sich nun an längere, komplexere Texte heranwagt, sollte
man diese Form des Notizen-Machens und der Informationswiedergabe mehrmals
geübt haben.
Falls man vorhat, die Übung allein durchzuführen sollte man
sich selbst kontrollieren. Dies gelingt
am besten, indem man anhand der Notizen neue, kurze Texte verfasst und
diese dann mit den Originalen vergleicht. Stimmen die Informationen in
etwa überein, hat man die richtigen Wörter notiert.
Informationsstrukturierung
Oft bemerkt man während der Wiedergabe eines Textinhaltes, dass viele
Informationen nicht so wichtig sind, oder dass man den Inhalt auch anders
strukturieren kann. Das ist besonders bei längeren Texten der Fall.
Oft geht es hier auch um mehrere Themenkomplexe.
Bei längeren Texten geht man also wie folgt vor: Zuerst wird wieder
gelesen, markiert und ein Wort pro Satz notiert. Dann nimmt man sich ein
Extra-Blatt und notiert dort in großen
Abständen als Überschriften die thematischen Aspekte.
Handelt es sich z. B. um einen Text über London, könnten folgende
Themen vorkommen: history, sightseeing, royal family,
population, crime, etc. Man entscheidet nun, ob man sich auf ein
Thema oder mehrere Themen konzentrieren möchte und schreibt dann
jeweils zu den Überschriften die Notizen. Manchmal geht es in Texten
vielleicht auch um verschiedene Personen und man konzentriert seine Informationswiedergabe
auf eine von ihnen. Oder der Text schildert ein Problem und verschiedene
Lösungsansätze. Dann kann man die verschiedenen Meinungen
gegenüberstellen. Sind die relevanten Informationen aufgeschrieben,
werden sie nummeriert, sodass man weiß, wann welche Information
im Bericht auftauchen soll. Ist die Umstrukturierung abgeschlossen, wird
die Information wiederum an den Partner weitergegeben und die Kontrolle
läuft wie oben beschrieben.
Ausgestaltung der Informationsweitergabe
Wenn man in einer Sprache spricht, die man nicht sehr gut beherrscht,
versucht man oft, die Informationsweitergabe
so kurz wie möglich zu machen. Das scheint zwar auf den ersten Blick
leichter, führt aber auf der anderen Seite auch zu einer gewissen
Verkrampfung: Jede Information, die man gibt, ist wichtig. So ist man
beim Reden zu sehr darum bemüht, dass sie auch gut ankommt. Die Informationsweitergabe
wird zum 60-Meter-Lauf. Bloß so schnell wie möglich ins Ziel!
Besser ist es, wenn man seinem Bericht sprachlich einfache, ausschmückende
Elemente zufügt. Das ist zum einen interessanter für den
Zuhörer und zum anderen kann sich auch der Informant entspannen,
weil nicht jeder Satz, den er sagt, so bedeutungsvoll ist. Hier einige
Tipps, wie man seinen Berichten etwas Würze geben kann:
Die einzelnen ausschmückende Elemente werden ebenfalls an den Stellen auf dem Blatt notiert, an denen sie in den Bericht eingeflochten werden sollen. Auch hierfür ist es wieder wichtig, dass nur einzelne Wörter notiert werden. Besonders die Ausschmückung des Berichtes mag auf den ersten Blick sehr schwierig erscheinen. Deshalb sollte man sich vielleicht zu Beginn auf eine Variante konzentrieren und sein Repertoire von Mal zu Mal langsam erweitern.