PETER CAREY setzt sich in drei weiteren Romanen mit der Kolonialgeschichte
Australiens auseinander. Er thematisiert das Schicksal der Ureinwohner
und der Häftlinge in den Strafkolonien
sowie die Beziehung zwischen Großbritannien und Australien. Beide
Romane, die 1988 bzw. 2001 den Booker-Prize
erhielten, spielen im 19. Jahrhundert.
In Oskar und Lucinda (1988;
dt. 1994) greift CAREY den Entdeckermythos
auf. Oskar und Lucinda lernen sich 1866 an Bord eines Dampfers kennen,
der sich auf dem Weg von England nach Australien befindet. Oskar ist Geistlicher
und möchte die wilden Eingeborenen bekehren und sie zu Christen machen.
Lucinda ist eine erfolgreiche Unternehmerin die auf dem fünften Kontinent
die Chance ergreift, sich als Frau zu emanzipieren.
Der Roman wurde von Gillian Armstrong mit RALPH FIENNES und CATE BLANCHETT
in den Hauptrollen verfilmt.
In True History
of the Kelly Gang (2000; dt. Die wahre Geschichte
von Ned Kelly und seiner Gang, 2002) lässt er dem australischen
Nationalhelden NED KELLY, einen berühmt-berüchtigten Pferdedieb
und Polizistenmörder, in einem Brief zu Wort kommen, er erfindet
eine Sprache, die auf Grammatik weitgehend verzichtet. Es gelingt CAREY
hier, dem Leser das Bild eines Mörders und Diebes zu präsentieren,
der doch eigentlich immer nur gute Absichten hatte, der mit seiner Leichtgläubigkeit
und Naivität eigentlich ein Opfer und kein Täter ist.
Zuletzt erschien der Roman My Life as a Fake
(2003; dt. Mein Leben als Fälschung, 2004).
PETER CAREY lehrt in New York kreatives Schreiben.