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Peter Carey
Erhielt zweimal den renommierten Booker-Prize: PETER CAREY
PETER CAREY ist erst der zweite Autor, dem der renommierte Booker- Prize, dem wichtigsten Literaturpreis des Commonwealth, zweimal verliehen wurde: 1988 für sein Buch Oscar und Lucinda und 2001 für Die wahre Geschichte von Ned Kelly.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Werbetexter zunächst in Melbourne, später in London. 1970 kehrte er nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Europa nach Australien zurück. Dort lebte er abwechselnd in einer alternativen Gemeinschaft im Regenwald von Queensland und in Sydney, wo er eine eigene Werbeagentur gründete. Seit 1990 lebt und arbeitet er in New York.
Er veröffentlichte bisher sieben mehrfach preisgekrönte Romane, drei Erzählbände, ein Kinderbuch, Reisebeschreibungen und auch mehrere Drehbücher.
Charakteristisch für PETER CAREYs Erzählkunst sind Verdichtung realer und surrealer Elemente zu einer alptraumhaften Atmosphäre, makaber-ironische Komik und skurile Figuren, die er selbst als Opfer einer bestimmten Lebensweise sieht.
Seine Vorliebe für Lügengeschichten, die die Grenze zwischen Fakten und Fiktion verwischen, zeigt sich besonders deutlich in Illywhacker (1985; dt.1994). Kaleidoskopartig schildert der Illywhacker, wie man im australischen Englisch einen Aufschneider nennt, Ereignisse, die sich angeblich oder tatsächlich in Australien zwischen 1880 und heute zugetragen haben. Der Held des Romans, Herbert Badgery ist 139 Jahre alt und ein hinreißender Lügner. Während seines abenteuerlichen Lebens trifft er auf die verrücktesten Menschen: einen Chinesen, der ihn lehrt, wie man sich unsichtbar macht; einen epileptischen Dichter, der ihm seine Frau ausspannt; eine betörende Schlangentänzerin mit puritanischen Moralvorstellungen; einen liebestollen Wurm. Es ist eine traurig-komische Fahrt durch unser Jahrhundert, von der wilden Zeit des Aufbruchs Australiens bis zur Invasion der Touristen, die den fünften Kontinent mit einem Freilandzoo verwechseln.

PETER CAREY setzt sich in drei weiteren Romanen mit der Kolonialgeschichte Australiens auseinander. Er thematisiert das Schicksal der Ureinwohner und der Häftlinge in den Strafkolonien sowie die Beziehung zwischen Großbritannien und Australien. Beide Romane, die 1988 bzw. 2001 den Booker-Prize erhielten, spielen im 19. Jahrhundert.
In Oskar und Lucinda (1988; dt. 1994) greift CAREY den Entdeckermythos auf. Oskar und Lucinda lernen sich 1866 an Bord eines Dampfers kennen, der sich auf dem Weg von England nach Australien befindet. Oskar ist Geistlicher und möchte die wilden Eingeborenen bekehren und sie zu Christen machen. Lucinda ist eine erfolgreiche Unternehmerin die auf dem fünften Kontinent die Chance ergreift, sich als Frau zu emanzipieren.
Der Roman wurde von Gillian Armstrong mit RALPH FIENNES und CATE BLANCHETT in den Hauptrollen verfilmt.

In True History of the Kelly Gang (2000; dt. Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang, 2002) lässt er dem australischen Nationalhelden NED KELLY, einen berühmt-berüchtigten Pferdedieb und Polizistenmörder, in einem Brief zu Wort kommen, er erfindet eine Sprache, die auf Grammatik weitgehend verzichtet. Es gelingt CAREY hier, dem Leser das Bild eines Mörders und Diebes zu präsentieren, der doch eigentlich immer nur gute Absichten hatte, der mit seiner Leichtgläubigkeit und Naivität eigentlich ein Opfer und kein Täter ist.
Zuletzt erschien der Roman My Life as a Fake (2003; dt. Mein Leben als Fälschung, 2004). PETER CAREY lehrt in New York kreatives Schreiben.

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