Sinnkonstruktion im Roman
Wie alles sprachliche Verstehen ist das Lesen von Romanen ein Prozess
der Interaktion zwischen dem im Gedächtnis
gespeicherten Vorwissen und den neuen
Informationen, die man durch den Leseprozess aufnimmt. Dies ist auch der
Grund, warum verschiedene Personen Romane verschieden verstehen oder interpretieren.
Ihr Verständnis baut auf einem anderen Vorwissen auf.
Anzuwendende Lesemodi
Die Entscheidung darüber, welcher Lesemodus angewendet wird, hängt
natürlich zuerst davon ab, was man über den Text erfahren will.
Zusätzlich sind auch Texttyp und Textlänge bestimmende Faktoren.
Für das Lesen von Romanen eignen sich das orientierende
Lesen - skimming - und
das kursorische Lesen - receptive
reading.
Der Leseprozess
Während des Lesens eines Romans sollte man versuchen, die sprachlichen
Probleme, die dieser bereiten könnte, zu vergessen. Man sollte vorgehen
wie ein Detektiv: man kennt das Thema
und versucht nun, die Geschichte mit Hilfe des Textes herauszufinden.
Vor-Lesephase
Es gibt verschiedene Strategien, um sich das Lesen eines Romans zu erleichtern.
Sie basieren darauf, sich Vorwissen zum Thema anzueignen, um so die Sinnkonstruktion
zu ermöglichen. Das Vorwissen liefert Anknüpfungspunkte für
die während des Leseprozesses neu ankommenden Informationen.
Anhand des Titels oder anhand von Illustrationen können Hypothesen
über Thema und Verlauf des Romans aufgestellt werden, die sich dann
während des Lesens bestätigen oder als falsch erweisen.
Sowohl im Internet als auch in Literaturgeschichten
findet man Kurzbeschreibungen und Kurzinterpretationen englischer Romane,
die als Einstieg dienen können.
Außerdem kann man sich vor der Lektüre intensiver mit einer
Hauptfigur des Textes auseinandersetzen
und so einen Zugang zum Text bekommen.
Das Lesetagebuch
Ein Lesetagebuch legt man an,
wenn man sich aktiv mit einem Text auseinandersetzen will. Dieses Vorgehen
bietet sich besonders bei Romanen an. Im Lesetagebuch hält man Informationen
aus dem Text fest, die man sonst vielleicht vergessen würde. Dinge,
die man im Lesetagebuch notieren kann, sind beispielsweise:
Das Festhalten von Informationen im Lesetagebuch hilft weiterhin, das Gelesene für sich selbst besser zu strukturieren. Außerdem kann es eine gute Grundlage für Diskussionen oder Interpretationsgespräche zum Roman sein.
Lesephasen
Es bietet sich an, einen Roman schon vor der Lektüre gedanklich zu
unterteilen. Meist macht man dies einfach anhand der Kapitel. Mit dem
Lesen in Etappen betrachtet man jeweils nur einen überschaubaren
Abschnitt des Textes, der leicht
zu bewältigen ist. Außerdem können so in den verschiedenen
Kapiteln auch bewusst unterschiedliche Lesemodi angewendet werden:
Lektüretipps
Am besten eignen sich natürlich interessante englische und amerikanische
Romane. Für diejenigen, die sich solch eine Lektüre allein jedoch
nicht zutrauen, gibt es von vielen Klassikern vereinfachte Versionen auf
verschiedenen Niveaustufen.