Literarisches Schaffen
WILLIAMS wurde durch seine zahlreichen Theaterstücke
berühmt, in denen er eigene Lebenserfahrungen verarbeitete. Beeinflusst
wurde er - ähnlich wie die amerikanischen Dramatiker EUGENE O'NEILL
und ARTHUR MILLER - vom europäischen
Theater, so vor allem vom Illusionstheater HENRIK IBSENs. Die Vergangenheit
der Figuren, die zum Verständnis nach und nach enthüllt wird,
spielt eine wichtige Rolle - von hier aus wird die Entwicklung der Figuren
analytisch beleuchtet.
In seinen Stücken verbindet WILLIAMS psychologischen
Realismus mit poetischen Symbolen,
was schon in den Titeln der Dramen angedeutet wird. Die Straßenbahn
heißt Desire (Sehnsucht),
die Glasmenagerie bedeutet auch Zerbrechlichkeit.
WILLIAMS beschreibt in seinen Stücken menschliche Extremsituationen. Meistens geht es dabei um psychisch deformierte Menschen, deren Sehnsucht nach Glück, Liebe, menschlichem Kontakt und sinnlicher Erfüllung scheitert: Die Protagonisten versuchen vergeblich in Träume und Illusionen zu fliehen, werden dann aber schockartig mit der Wirklichkeit konfrontiert. Diese Wirklichkeit besteht aus psychischen Problemen, familiären Verstrickungen, Kommunikationsunfähigkeit, unterdrückter oder sich in Gewalt entladender Sexualität, Selbstzerstörung und Lebensuntüchtigkeit. Die Figuren zerbrechen resignativ oder enden tragisch.
WILLIAMS' Personen und Geschichten stammen - wie WILLIAMS selbst - aus den Südstaaten. Schon sein erstes erfolgreiches Stück The Glass Menagerie erzählt von einer Südstaatenfamilie und ihrer in Traumwelten und Lebensängsten gefangenen Mitglieder. Sie spiegelt das Bild einer brüchig gewordenen Gesellschaft wider, die allein gelassen ist mit ihren Wünschen und Hoffnungen.
Das Stück A Streetcar Named Desire erregte Aufsehen, da WILLIAMS auf eine sehr ergreifende Art neurotischen Zerfall und gewaltsame Triebhaftigkeit sehr realistisch darstellt. Im Mittelpunkt der in New Orleans spielenden Handlung stehen sich die psychisch zerbrochene Blanche Dubois, die sich in ihre schöne Welt träumt, und ihr brutaler Schwager Stanley Kowalski als Gegenpole gegenüber.
Anders als in seinen früheren Stücken, in denen das Leben der unteren Schichten milieugetreu porträtiert wurde, ist WILLIAMS Cat on a Hot Tin Roof ein Drama über einer reichen Familie. Der wohlhabende Selfmademan Big Daddy feiert seinen 65. Geburtstag. Eindringlich schildert WILLIAMS den moralischen Verfall dieser Südstaatenfamilie.
Dem Zusammenprall von Illusion und Realität, an dem seine Charaktere meist zerbrechen, vermochte WILLIAMS jedoch auch komische Aspekte abzugewinnen, was die Komödie The Rose Tattoo (1951, dt. Die tätowierte Rose) zeigt.
WILLIAMS wirkte mit seiner Konzeption des plastic theater, einer auf alle Sinne wirkenden Dramatik, innovativ auf das amerikanische Theater. Vor allem in dem Stück Camino Real (1953) wurde dieses Konzept verwirklicht. Seine Dramen der 1960-er und 1970-er Jahre sind, mit Ausnahme von The Night of the Iguana (1962, dt. Die Nacht des Leguan), nicht mehr so stark beachtet worden. Er verfasste auch Gedichte, Erzählungen, Romane und Essays.
Verfilmungen
Die Werke TENNESSE WILLIAMS regten viele bedeutende Regisseure zu
Verfilmungen an. Zu den bekanntesten
zählen:
Werken (Auszug)
Romane
The Roman Spring of Mrs. Stone (1950, dt.
Mrs. Stone und ihr römischer Frühling)
Moise and the World of Reason (1975, dt. Moise
und die Welt der Vernunft)
Erzählungen
Three Players of a Summer Game (1960, dt. Sommerspiel
zu dritt)
Dramen
Battle of Angels (1958 unter dem Titel Orpheus
descending, dt.
Orpheus steigt herab)
Suddenly Last Summer (1958, dt. Plötzlich
letzten Sommer)
Sweet Bird of Youth (1959, dt. Süßer
Vogel Jugend)
The Milk Train Doesn't Stop Here Anymore (1964;
dt. Der Milchzug hält hier nicht mehr)
In the Bar of a Tokyo Hotel (1969, dt. In
einer Hotelbar in Tokio)
Small Craft Warnings (1972, dt. Sturmwarnung
für kleine Schiffe)
Vieux Carré (1979)
Autobiographie
Memoirs (1975, dt. Memoiren)