



Deutscher Überfall auf Polen - Beginn
des Zweiten Weltkrieges
Mit dem Überfall auf Polen durch das Deutsche
Reich begann am 1. September 1939 der
Zweite Weltkrieg. Dabei hatte es die deutsche Führung zunächst so
aussehen lassen wollen, als ob Polen den deutschen Angriff provoziert hätte.
Hinterlistig hatten Angehörige der nationalsozialistischen SS am 31. August
einen polnischen Überfall auf einen deutschen Sender im oberschlesischen Gleiwitz vorgetäuscht. Mit dieser
angeblich polnischen Provokation begründete HITLER dann den Angriff auf den
Nachbarn.
Dass der deutsche
Überfall aber von langer Hand vorbereitet war, bestätigte schon
der Verlauf des nachfolgenden kurzes Krieges. Von Norden, Westen und Süden
aus rückten deutsche Truppen gegen die insgesamt unterlegene polnische Armee
in einem sogenannten Blitzkrieg vor.
Solche sehr kurzen deutschen Feldzüge bestimmten insgesamt weitgehend das
Geschehen in den ersten beiden Kriegsjahren bis in die zweite Jahreshälfte
1941 hinein.
Aus den verlustreichen Stellungskriegen des Ersten Weltkrieges hatte man den Schluss gezogen, dass das Deutsche Reich
in der Mitte Europas liegend und somit von allen Seiten aus angreifbar nur in zeitlich und räumlich
begrenzten Feldzügen letztlich erfolgreich sein könne.
Gemäß
dieser Planung standen deutsche Truppen im Polenfeldzug dann schnell vor Warschau, das HITLER, als es nicht ergeben wollte, drei Tage
lang rücksichtslos aus der Luft bombardieren ließ. Am 27. September
1939 gab die polnische Hauptstadt dann auf.
Einen Tag später, am 28. September,
einigten sich die deutschen Sieger mit der Sowjetunion auf eine gemeinsame Grenzlinie
entlang des Flusses Bug. Schon vor Kriegsbeginn, am 23. August 1939, hatten
sich beiden Seiten in einem geheimen Zusatzprotokoll zum sogenannten Hitler-Stalin-Pakt auf eine Aufteilung Polens verständigt, nach dem sich die UdSSR einige der
östlichen und das Deutsche Reich einige seiner westlichen Teile einverleiben
sollte.
Der große Mittelteil Polens aber wurde am 12. Oktober
1939 von der deutschen Führung zu einem sogenannten Generalgouvernement erklärt. Fortan übten die Deutschen hier eine brutale
Besatzungspolitik aus. So sollte durch Ausschaltung und Vernichtung der
heimischen Intelligenz das polnische Volk führerlos und damit willfährig
gemacht werden. sogenannte Einsatzgruppen aus Angehörigen der Gestapo, des Sicherheitsdienstes (SD) und der SS führten grausame Terror und Vernichtungsaktionen durch. Besonders hatten darunter auch die Juden zu leiden.
Insgesamt starben
bis 1945, dem Ende der deutschen Besatzung, über 6 Millionen Polen,
davon über 3 Millionen Juden.
Blitzkriege
im Westen
Nur drei Tage nach dem deutschen Überfall auf Polen,
am 3. September 1939, hatten die mit Polen verbündeten europäischen Westmächte Frankreich und Großbritannien
dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Damit lag es für Deutschland schon aus kriegsstrategischen Erwägungen
heraus nahe, das Augenmerk, wie allerdings schon geplant, nun nach Westen zu richten.
Für den Herbst 1939 hatte man daher zunächst einen deutschen Angriff
auf Frankreich anvisiert. Dieser wurde aber aus verschiedenen Gründen
mehrfach verschoben.
Einer der Gründe war, dass am 9. April
1940 zunächst Dänemark und Norwegen angegriffen wurde. Man wollte einerseits einer britischen Besetzung Norwegens
zuvorkommen und damit gleichzeitig den Transportweg für wichtige schwedische
Erzvorkommen sichern, auf die Deutschland angewiesen war. Auch diese Aktionen
im Norden führte zu einem Blitzsieg der deutschen Armee. Der dänische König ergab sich kampflos, Norwegen
kapitulierte am 10. Juni 1940.
Die Expansion
im Westen begann am 10. Mai 1940. Nach einem brutalen Luftangriff auf Rotterdam kapitulierte zunächst die Niederlande am 15. Mai 1940, ehe am 28. Mai auch Belgien folgte.
Der Angriff gegen die Benelux-Staaten (betroffen von diesen deutschen
Angriffen war auch noch Luxemburg) stand aber vor allem im Dienst eines gegen Frankreich gerichteten Kriegsplans.
Anstatt, wie es nahelag, den großen Nachbarn von Westen aus anzugreifen,
wo er mit der sogenannten Maginot-Linie allerdings
über einen gut gesicherten Verteidigungswall verfügte, wählte man überraschend den nordwestlichen Weg durch
die als unwegsam geltenden Ardennen in Belgien.
Schnell kamen die deutschen Truppen
hier voran und standen am 20. Mai bei Abbéville an der Kanalküste.
Damit hatte man die Verbindung von starken, in Flandern stehende britischen, französischen
und belgischen Truppenteilen nach Frankreich hin abgeschnitten. Da die Deutschen
ihren Panzerverbänden nun aber zunächst
ein paar Tage Ruhe gönnten, konnten die britischen und ein Teil der französischen
Truppen, insgesamt über 338 000 Mann, in einer groß angelegten
Rettungsoperation von Dünkirchen aus per
Schiff nach England evakuiert werden.
Der eigentliche Angriff
auf Frankreich erfolgte dann am 5. Juni 1940. Auch dabei gelang den deutschen
Truppen ein Blitzsieg. Am 14. Juni wurde Paris kampflos erobert und am 22. Juni mussten die Vertreter Frankreichs einen Waffenstillstandsvertrag unterzeichnen.
Erste Rückschläge
Da Deutschland mit Italien und Spanien verbündet war, verblieb als große
gegnerische Macht im Westen einzig Großbritannien.
Um für einen weiteren Feldzug im Osten den Rücken im Westen letztlich
frei zu haben, musste es einerseits als Gegner ausgeschaltet werden. Nicht nur
aus rasseideologischen Gründen - HITLER sah in den Engländern den
Deutschen rassisch Verwandte -, sondern auch aus strategischen Erwägungen
heraus, hätte man einen Krieg gegen die Inselmacht aber andererseits lieber
vermieden.
So fürchtete Deutschland etwa, dass sich als Konsequenz
eines solchen Krieges ein mächtiges, gegen Deutschland gerichtetes amerikanisch-britisches
Kriegsbündnis im Westen ergeben könnte. Man sah auf lange Sicht
hin sowieso die Amerikaner als eigentliche Gegner im Kampf nicht nur um Europa,
sondern um die langfristig angestrebte Weltherrschaft an. Eine Auseinandersetzung zu diesem frühen Zeitpunkt aber sollte vermieden
werden. Es sprachen also verschiedene, im Laufe des Geschehens variable Gründe
für ein Arrangement mit Großbritannien.
In
London aber war mit dem neuen Premierminister WINSTON
CHURCHILL am 10. Mai 1940 ein unbeugsamer Gegner des nationalsozialistischen
Deutschland an die Macht gekommen.
Ein deutsch-englisches Bündnis oder
auch nur Auskommen war damit unmöglich. Ein Krieg gegen die britische Insel
war aber auch schwierig. Vorhandene deutsche Invasionspläne für die britische Insel wurden letztlich nicht verwirklicht.
Das lag auch daran, dass trotz
der sogenannten Luftschlacht
um England, die von August 1940 bis ins Frühjahr 1941 andauerte, die
dafür wichtige Lufthoheit über England nicht gewonnen werden konnte. Zwar richteten Angriffe auf London und weitere englische
Städte - so wurde die Industriestadt Coventry am 14. November 1940 fast vollständig
zerstört - große Schäden an. Trotz vieler Toter und Verletzter
blieb aber die britische Bevölkerung ebenso unbeugsam wie ihr Premierminister.
Auch schwere deutsche Verluste trugen dazu bei, dass dieser Luftkrieg schließlich erfolglos blieb.
Sehr
zwiespältig war auch der Blitzsieg im sogenannten Balkanfeldzug im Frühjahr 1941.
Im Herbst 1940 hatte zunächst das mit Deutschland verbündete Italien ohne Absprache mit
Berlin Griechenland angegriffen und besetzt.
Daraufhin intervenierten die Briten militärisch.
Eine britische Präsens im Südosten Europas aber konnte Deutschland angesichts
schon weit gediehener Planungen eines Angriffes auf die Sowjetunion nicht zulassen.
So kam es am 6. April 1941
zum Krieg auf dem Balkan, in
dem Jugoslawien am 17. April und Griechenland am 21. April kapitulierten und die britischen
Verbände zunächst wieder aus Südosteuropa vertrieben wurden.
Dieser Krieg und diese Besatzung aber band nicht nur viele deutsche Kräfte
in dieser Region, sondern verzögerte auch den Termin des lange geplanten
Angriffes auf die große Macht im Osten, die Sowjetunion.
Das Ende der Blitzkriege - die Wende im Krieg
Unter dem Namen "Unternehmen
Barbarossa" wurde der Angriff auf
die Sowjetunion daher erst am 22. Juni 1941 gestartet. Auch dieser Krieg
war als ein Blitzkrieg geplant. Er sollte aber zur Wende
für den Zweiten Weltkrieg insgesamt werden. Obwohl die Deutschen auch
hier anfänglich in großer Geschwindigkeit vorrückten, blieb ihre
Offensive dann im Herbst 1941 vor Moskau buchstäblich im Schlamm stecken
und kam mit dem einsetzenden harten russischen Winter gänzlich zum erliegen.
