"Die Sozialistische Aktion ist eine überparteiliche Volksbewegung zur Rettung Deutschlands. Sie kämpft für die Befreiung des deutschen Volkes von der Hitlerdiktatur, für die Wiederherstellung seiner durch die Verbrechen des Nazismus niedergetretenen Ehre und für seine Freiheit in der sozialistischen Ordnung. Den Aktionsausschuss bilden Vertreter der christlichen Kräfte, der sozialistischen Bewegung, der kommunistischen Bewegung und der liberalen Kräfte als Ausdruck der Geschlossenheit und Einheit."
CARLO MIERENDORF entwickelte ein Programm für die Rettung des deutschen Volkes
vor dem politischen, moralischen und wirtschaftlichen Verfall.
Die in den konspirativen Zusammenkünften erarbeiteten und schriftlich
niedergelegten Gedanken zur demokratischen Neuordnung Deutschlands nach
der Überwindung des Nationalsozialismus zählen zu den Schlüsseldokumenten
des deutschen Widerstandes. Auf der Basis von
sollten folgende Punkte das Fundament der antifaschistischen Erneuerung bilden: Innenpolitisch
waren entscheidende Forderungen der Mitglieder des Kreisauer Kreises.
Im Mittelpunkt der außenpolitischen Zielsetzungen stand
im Hinblick auf ein vereintes Europa. Umstritten blieb bei den Mitstreitern
des Kreisauer Kreises wie die NS-Diktatur überwunden bzw. beseitigt
werden sollte. Ein Attentat auf HITLER oder
ein gewaltsamer Sturz des Regimes lehnte die
Mehrheit des Kreises ab. In einem Gespräch mit einem norwegischen
Bischof erklärte HELMUT JAMES VON MOLTKE im Frühjahr 1943, dass
er seine Hauptaufgabe im Neuaufbau der Verwaltung sehe, dass er aber auch an der Tötung
HITLERs mitwirken würde, wenn dies absolut notwendig sei.
Einig waren sich alle Kreisauer Hitlergegner in der Ansicht, dass HITLER
von der Macht entfernt werden müsse. Da die Generäle
in ihren Augen versagt hatten, sahen die meisten von ihnen die einzige
Möglichkeit für den demokratischen Neubeginn im militärischen
Zusammenbruch Deutschlands und in der Aufnahme von Kontakten zu
den Staaten der Antihitlerkoalition.
Die Verhaftung HELMUT JAMES VON MOLTKEs im Januar 1944 führte zum Stillstand der illegalen Arbeit des Kreisauer Kreises. Einige seiner Angehörigen schlossen sich der militärischen Widerstandsgruppe um den Oberst CLAUS SCHENK GRAF VON STAUFFENBERG (1907-1944) andere der Gruppe um CARL GOERDELER (1884-945) an. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurden viele Mitglieder des Kreisauer Kreises verhaftet und hingerichtet.