




VASCO DA GAMA wurde um 1469 in Sines, einem Seehafen südlich der Hauptstadt Lissabon, als zweiter Sohn von ESTEVÃO DA GAMA, eines Beamten in Diensten DON FERNANDOS geboren und starb am 24.12. 1524 in Cotchin (Ost-Indien). Er entstammte wie viele portugiesische Entdecker und Eroberer dem kleinen Adel. Er wuchs in Evora auf. Mit 15 Jahren wurde er bereits Seemann. In den 1480er-Jahren wurde er in den Orden des Heiligen Jakob aufgenommen. Er studierte Astronomie und Navigation und nahm als Jugendlicher an den Auseinandersetzungen mit Kastillien teil. Seit 1492 war er Navigationsoffizier in Diensten Königs JOÃO II. von Portugal (1481-1495). Da war er gerade 23 Jahre alt. Er machte sich einen Namen als Verteidiger der portugiesischen Besitzungen an der Küste des heutigen Guinea und der Algarve vor den Franzosen.
Portugal
auf dem Weg nach Indien
Bereits Mitte des 14. Jh. war nach der Vertreibung der Mauren rund 250 Jahre
vor Spanien das Königreich
Portugal entstanden. In den aufblühenden Städten des Königreiches
entwickelte sich bald im Bündnis mit der aufsteigenden absolutistischen
Monarchie ein wirtschaftlich starkes, Handel
treibendes Bürgertum. Die reichen Kaufleute entwickelten bald das
Bestreben, über die Grenzen des Landes hinaus zu expandieren.
Für die Expansion Portugals war auch die
zielstrebige finanzielle und organisatorische Planung und Vorbereitung entsprechender
Unternehmungen, die HEINRICH
DER SEEFAHRER leistete, von wesentlicher Bedeutung. HEINRICH gilt deshalb nicht zu Unrecht als "Vater des Entdeckungszeitalters".
Der portugiesische Handelsexpansionismus war zunächst auf Afrika gerichtet,
wo u. a. das Gold aus dem westlichen Sudan lockte. Im Jahre 1415 wurde Ceuta an der Nordspitze Afrikas (heute
Marokko) von den Portugiesen erobert. Von Ceuta aus drangen die Portugiesen
dann kontinuierlich entlang der afrikanischen
Westküste (Bild 2) von Kap zu Kap und Insel zu Insel bis zur Südspitze
Afrikas, dem Kap der Guten Hoffnung, vor (Bild 3).
Auf diesem Weg, der deshalb auch als Kap-
und Inselspringen bezeichnet wird, wurde der Zugang zu den reichen
afrikanischen Goldmärkten geöffnet,
die bis zur Entdeckung Amerikas die Hauptquellen für europäisches
Gold waren. Die Seefahrer brachten aber auch andere Reichtümer ins
Land, woran die Namen vieler Küstenbereiche Afrikas noch heute erinnern,
z. B. Pfefferküste, Sklavenküste, Goldküste, Elfenbeinküste.
Nach dem Vordringen von BARTOLOMEU
DÍAZ bis zum Kap der Guten Hoffnung im Jahre 1488 und später an der Ostküste Afrikas richtete sich
das Augenmerk der Portugiesen bald auf die Schätze Indiens und des
Fernen Ostens. Den Auftrag, den Seeweg zu diesen Schätzen zu finden,
erhielt aber nicht DÍAZ, sondern ein anderer Seefahrer.
VASCO DA GAMA entdeckt den Seeweg
Vielmehr sollte VASCO DA GAMA,
ein eher unerfahrener Seemann, im Auftrag von König MANUEL I. herausfinden,
ob ein solcher Seeweg nach
Indien wirklich existierte. Denn dieser Seeweg war auf keiner Karte
zu finden, da keine Karte dieser Zeit die geografische Situation um den
Indischen Ozean auch nur annähernd richtig abbildete.
Das Geburtsdatum von VASCO DA GAMA (Bild 1) ist nicht genau bekannt. Sicher ist nur, dass er um 1469 in
Sines, einem Seehafen im Süden Portugals, geboren wurde und 1524
in Cotchin (Ost-Indien) starb. Er entstammte wie viele portugiesische
Entdecker und Eroberer dem kleinen Adel.
Im Juli 1497 stach DA GAMA mit 4 Schiffen
und mit 170 Männern von Lissabon aus in See. Eine der in jener Zeit
gefürchtetsten Krankheiten, der durch Vitaminmangel hervorgerufene
Skorbut, traf jedoch so viele Männer seiner Schiffsbesatzungen, dass
er bald eines seiner Schiffe aufgeben musste.Nachdem er im weiten Bogen das Kap der Guten
Hoffnung umfahren hatte,
gelangte er nach gelegentlichen Zwischenlandungen an der Ostküste
Afrikas ins heutige Mosambik.
In der Hafenstadt Kilwa geriet VASCO DA GAMA mit seiner Mannschaft in
Gefangenschaft der Einheimischen. Es gelang ihnen aber, auf ihren Schiffen
die Flucht zu ergreifen und Indien anzusteuern.
In nur 23 Tagen überquerten die
Schiffe unter Führung eines arabischen Lotsen und unter Ausnutzung
des Südwestmonsuns den Indischen Ozean.
Die kleine Flotte landete schließlich im südindischen Calicut.
DA GAMA wurde zwar mit Ehren von einem indischen Prinzen aufgenommen.
Doch die Handelswaren, die er mitführte, nahmen sich eher bescheiden
neben den Reichtümern des Landes aus. Auch ein politischer Erfolg
war ihm nicht beschieden: Das Zusammentreffen mit dem Herrscher von Calicut
sowie mit den dort den Handel beherrschenden arabischen Händlern
vollzog sich alles andere als friedlich.
Deshalb trat er drei Monaten später mit einer kleinen Ladung Gewürzen
die Rückreise nach Portugal an,
die etwa ein Jahr dauerte und außerordentlich strapaziös war. Dem Bordbuch DA GAMAS kann dazu entnommen werden:
"Für diese Überfahrt brauchten wir ... drei Monate weniger drei Tage, bis wir wieder Land sahen. Die Ursache dafür waren häufige Windstillen und Gegenwinde, die unser Vorankommen so behinderten, dass uns die ganze Mannschaft krank wurde. Das Zahnfleisch wucherte ihnen so über die Zähne, dass sie nicht mehr essen konnten; außerdem schwollen ihnen die Beine an, und sie bekamen auch sonst am ganzen Körper große Geschwüre, die einen Mann so herunterwirtschafteten, bis er starb ... Auf diese Weise starben uns währen der Überfahrt dreißig Leute, unerachtet derselben Zahl, die bereits gestorben waren, ehe wir unsere Rückreise angetreten hatten."
In der Heimat wurde VASCO DA GAMA ein triumphaler Empfang bereitet.
Im Dienste der portugiesischen Krone
Nach der Rückkehr DA GAMAS setzte
die portugiesische Krone alles daran, die Vorherrschaft im Handel mit
Indien und im Fernen Osten zu erringen.
Zwei Jahre nach der Indienfahrt von PEDRO
ALVARES CABRAL mit bereits 13 Schiffen und 1500 Mann landete VASCO
DA GAMA 1502 an der Spitze einer Flotte von 21 Schiffen wieder in Indien.
Durch Überfälle und Seeraub legte er den Grundstein für
die portugiesische Seeherrschaft im Indischen Ozean. Auch in Indien
selbst versuchten DA GAMA und seine Männer größere Gebiete
an der Küste für die portugiesische Krone in Besitz zu nehmen.
Aber erst nach verlustreichen Kämpfen konnte in einem Vertrag mit
dem König von Cotchin die Anerkennung der portugiesischen
Oberhoheit über einen Teil der indischen Küste festgeschrieben
werden, aus dem auch die arabischen Händler vertrieben wurden. Von
da ab überquerten immer mehr Schiffe mit Gewürzen und anderen
Produkten des Orients, die in Europa z. T. mit Gold aufgewogen wurden,
den Indischen Ozean via Portugal.Portugal war auf dem Sprung zur Weltmacht.
Der portugiesische König nannte sich
fortan:
"König von Portugal und Algarve diesseits und jenseits des Meeres, Herr von Guinea und der Eroberung, Schifffahrt und des Handels von Äthiopien, Arabien, Persien und Indien".
Bereits 1503 wurde VASCO DA GAMA für seine Entdeckungs- und Eroberungsfahrten vom König in den Grafenstand erhoben. 20 Jahre später reiste er als Vizekönig der Krone ein letztes Mal in die portugiesischen Besitzungen nach Indien.
Seine Leistungen
Durch die Reisen des VASCO DA GAMA wurden den Europäern die Umrisse
Afrikas endgültig bekannt, und der
Indische Ozean wurde als Weltmeer entdeckt.
Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien konnte sich der
Handel zwischen Europa und Südostasien entfalten. Die Vormachtstellung
der Araber im Orienthandel, die bis dahin auf der Beherrschung des Landweges
beruhte, war beendet. Portugal konnte
sich neben Spanien zum größten Kolonialstaat des 16. Jahrhunderts entwickeln.