Spanien
1936 - Bürgerkrieg
In Spanien fanden im Februar 1936 Parlamentswahlen
statt. Aus denen ging eine Volksfront
aus Republikanern, Sozialisten und Kommunisten als
Sieger hervor und bildete die Regierung.
Die Volksfrontregierung
hatte die Umformung Spaniens zu einem demokratischen
Staat auf die Tagesordnung gesetzt. Unter anderem sollten die spanischen
Regionen mehr Autonomie erhalten, Staat und Kirche getrennt und die riesigen
Gegensätze zwischen Großgrundbesitzern und Unternehmern auf der
einen sowie Bauern und Arbeitern auf der anderen Seite gemildert werden.
Das rief die konservativ-traditionalistischen
Kräfte unter Führung des spanischen Miltärs auf
den Plan:
Im Juni 1936 kam es im (spanischen) Marokko
zu einer Militärrevolte nationalistisch
und autoritär denkender Militärs unter Führung des Generals
FRANCISCO FRANCO.
Der Aufstand stützte sich militärisch auf die spanische Fremdenlegion
und marokkanische Truppen. Er griff bald auf das spanische Festland
über, wo er von den Gegnern der Volksfrontregierung
unterstützt wurde und bald als Spanischer
Bürgerkrieg das ganze Land ergriff.
Bis September gelang es den aufständigen Rebellen, große Teile
Spaniens unter ihre Kontrolle zu bringen. Dort bildeten sie eine Gegenregierung,
die General FRANCO zu ihrem Chef ausrief.
Im republikanischen Teil Spaniens ließ die von der Volksfront getragene
Regierung an demokratisch gesinnte Zivilisten Waffen verteilen, weil der größte Teil der Armee zu den Aufständischen
übergelaufen war. Diese bildeten bis zum Aufbau der regulären
republikanische Armee Milizen zur Verteidigung
der Republik.
Mit Beginn des Bürgerkriegs wandten sich beide gegnerische Seiten
um Hilfe an das Ausland, stießen
dabei aber auf sehr unterschiedliche Reaktionen.
Die Westmächte halten sich heraus
Viele europäischen Mächte, vor allem Großbritannien und Frankreich, sympathisierten mit
der republikanischen Volksfrontregierung. Andererseits hielten sie sich
an das Prinzip der Nichteinmischung. Sie hielten sich folglich weitgehend aus dem Bürgerkrieg heraus und
mit direkter militärischer Hilfe und Unterstützung zurück.
Nur die Sowjetunion unterstützte
zumindest am Anfang die spanische Republik wirtschaftlich und militärisch,
u. a. mit Waffen und Gerät.
Unterstützung erhielt die spanische Republik aber durch Internationale
Brigaden. Das waren militärische Verbände, die sich aus
Freiwilligen vieler Länder Europas rekrutierten. Deutsche Freiwillige
kämpften z. B. im Thälmann-Batallion, das nach dem Führer
der deutschen Kommunisten benannt war.
Die Brigaden kämpften an
der Seite der republikanischen Armee und trugen wesentlich zu deren Anfangserfolgen bei. So scheiterte der Angriff der
Aufständischen auf Madrid im November
1936 auch am entschlossenen Widerstand der Internationalen Brigaden.
FRANCO erhält militärische
Unterstützung
Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien unterstützen
die Aufständischen von Anfang an. Deutschland stellte FRANCO Truppen,
die Legion Condor und schweres
Kriegsgerät zur Verfügung. Die Legion bestand u. a. aus
Luftwaffen-, Panzer-, Nachrichten- und Transporteinheiten. Sie spielte
mit ihren modernen Waffen in den Kämpfen um Madrid und Bilbao, die
zur Kriegsentscheidung beitrugen, die tragende Rolle.
Das militärische Eingreifen Deutschlands an der Seite Italiens hatte militärische, wirtschaftliche und nicht
zuletzt ideologische Gründe.
"Bild bringe ich deutlich meinen Abscheu vor der militärischen Kaste zum Ausdruck, die Spanien in einem Ozean von Leid und Tod versenkt hat".
Das Ende des Spanischen Bürgerkriegs
Nach wechselhaftem Verlauf des grausam geführten und von unversöhnlichen
Hassgefühlen bestimmten Bürgerkrieges brachten die Aufständigen
bis Ende 1938 Stück um Stück des spanischen Territoriums unter
ihre Kontrolle. Der Aktionsradius und das Hinterland der republikanischen
Armee schrumpften immer mehr.
Zwischen Dezember 1938 und März 1939 erlitten die republikanischen
Truppen dann ihre endgültige Niederlage. Die Truppen FRANCOs nahmen nun auch Katalonien mit seiner Hauptstadt Barcelona
ein, die letzte Bastion der spanischen Republik, und eroberten Ende März
Madrid.
Am ersten April 1939 verkündete FRANCO das Ende des Bürgerkrieges.
Dieser hatte 600 000 bis 800 000 Menschenleben gefordert. Etwa
die Hälfte von ihnen waren Zivilisten.
Auch die Rache der Sieger war grausam.
Nach seinem Sieg ließ FRANCO noch Tausende Anhänger der republikanischen
Seite ermorden und einkerkern. Viele Spanier und auch die überlebenden
Kämpfer der Internationalen Brigaden versuchten nach Frankreich zu
fliehen. Nicht wenigen wurde dabei an der stark bewachten Grenze die Flucht
verwehrt. Spanien versank für Jahrzehnte in der Finsternis der Franco-Diktatur.