



GAIUS
OCTAVIUS, später AUGUSTUS, steht
als erster römischer Kaiser für den Beginn einer Jahrhunderte währenden
Kaiserzeit, die erst mit der Zerstörung Konstantinopels und dem Niedergang
des Oströmischen Reiches im Jahr 1453 endete.
Kindheit und Jugend
GAIUS
OCTAVIUS wurde am 23. September 63 v. Chr. in Rom geboren.
Sein Vater GAIUS OCTAVIUS stammte aus dem Geschlecht der Octavier, seine Mutter
ATIA war eine Nichte des GAIUS JULIUS CAESAR. Beide Eltern starben, als OCTAVIUS
noch ein Kind war.
Bereits mit 16 Jahren wurde OCTAVIUS als Pontifex in
das einflussreiche Priesterkollegium aufgenommen. Seitdem hielt er sich im Umkreis
seines Großonkels CAESAR auf, den er mit 17 und mit 18 Jahren auf
Feldzügen nach Afrika und Spanien begleitete.
CAESAR
adoptierte OCTAVIUS im Jahr 45 v. Chr.
und setzte ihn zum Erben ein. Als CAESAR 44
v. Chr. ermordet wurde, hielt sich OCTAVIUS in Vorbereitung auf einen Feldzug
gegen die Parther in Apollonia (Griechenland) auf. Dort erfuhr er vom Tode CAESARS
und gleichzeitig von seiner Adoption und kehrte umgehend nach Rom zurück,
um das Erbe anzutreten. Von nun an hieß er GAIUS
JULIUS CAESAR OCTAVIANUS, ließ sich aber nur CAESAR nennen (um Verwechslungen
mit seinem Adoptivvater CAESAR zu vermeiden, wird im Folgenden von OCTAVIAN
gesprochen, der deutschen Schreibung von OCTAVIANUS).
Der
Nachfolgestreit
In Rom aber hatte nach CAESARS Ermordung der Senat
die Staatsführung übernommen. Vor allem die Republikaner
im Senat erhofften sich nun die Wiederherstellung der alten Republik. Gegen den
Senat stand der Konsul MARCUS ANTONIUS, ein
treuer Weggefährte CAESARS. Er verstand sich selbst als dessen Nachfolger,
brachte die politische Macht an sich und verweigerte die Erb- und Nachfolgeansprüche
OCTAVIANS.
OCTAVIAN sammelte eine Privatarmee
aus den Soldaten CAESARS um sich und gewann den Senat für sich. Ohne die
reguläre Ämterlaufbahn - die unbedingte Voraussetzung für
das Amt eines Senators - vorweisen zu können, wurde er in den Senat
aufgenommen. Dieser legitimierte OCTAVIANS privates Heer und seine Nachfolgeansprüche.
Als
ANTONIUS mit DECIMUS
BRUTUS, einem der Caesar-Mörder, wegen der Provinz Gallia Cisalpina
in einen Streit geriet und ihn in Mutina (heute Modena) belagerte, erhielt OCTAVIAN
vom Senat den Auftrag, gegen ANTONIUS militärisch vorzugehen. Durch den nun
folgenden Mutinesischen Krieg (44-43 v.
Chr.) war ANTONIUS gezwungen, nach Gallien ausweichen.
OCTAVIAN forderte
das Amt des Konsuls, um sich an den Caesarmördern auf legalem Weg zu rächen.
Als der Senat dieses Ansinnen ablehnte, erzwang OCTAVIAN mit militärischer
Gewalt seine Wahl zum Konsul.
2. Triumvirat
43 v. Chr. einigten sich ANTONIUS
und OCTAVIAN darauf, sich mit MARCUS
AEMILIUS LEPIDUS zum 2. Triumvirat
zusammenzuschließen, ein staatliches Amt auf fünf Jahre (Triumvirat =
Dreimännerbündnis, von lat. "tres" = drei und "viri" =
Männer).
Die drei Staatsmänner erließen zunächst Proskriptionslisten,
das sind Listen von Geächteten, die für "vogelfrei" erklärt
wurden und von jedermann gegen Belohnung umgebracht werden durften. Die Proskriptionen
nutzten die Triumvirn dazu, nicht nur politische Gegner (200 Senatoren und 2 000
Ritter), sondern auch persönliche Feinde umzubringen. 42 v. Chr.
gingen sie gegen die Caesarmörder
MARCUS IUNIUS BRUTUS und GAIUS CASSIUS LONGINUS vor, die sie bis nach Makedonien
verfolgten und in den Freitod trieben.
OCTAVIAN war bei der Ansiedlung der
Veteranen sehr rücksichtslos vorgegangen und hatte kaltblütig 300 Senatoren
und Ritter in Perusia (heute Perugia) ermorden lassen (Perusinischer Krieg, 41 bis
40 v. Chr.). Die daraus erwachsenen Spannungen zwischen ihm und ANTONIUS
konnten 40 v. Chr. in der Verständigung
von Brundisium beigelegt werden. Das Reich wurde neu aufgeteilt: OCTAVIAN
erhielt die westlichen Provinzen, ANTONIUS die östlichen, LEPIDUS erhielt
nur Nordafrika. Zur Festigung des Bündnisses heiratete ANTONIUS OCTAVIANS
Schwester OCTAVIA.
OCTAVIAN war zuerst mit CLAUDIA
verheiratet gewesen, dann mit SCRIBONIA, die
ihm sein einziges Kind, die Tochter JULIA,
geboren hatte. Doch als OCTAVIAN Ende 39 v. Chr. die bereits verheiratete
LIVIA DRUSILLA kennenlernte, entfachte
seine Liebe zu ihr augenblicklich. Er ließ sich von SCRIBONIA scheiden und
zwang auch den Gatten der LIVIA zur Scheidung. Die 38 v. Chr. geschlossene
Ehe zwischen OCTAVIAN und LIVIA blieb bis zu seinem Lebensende bestehen. LIVIA
übte großen Einfluss auf ihn aus.
Das Ende des 2. Triumvirats und der Bürgerkrieg
Trotz aller
Bemühungen entfernten sich ANTONIUS und OCTAVIAN immer mehr voneinander,
selbst nachdem das 2. Triumvirat 37 v. Chr. um weitere fünf
Jahre verlängert wurde. 36 v. Chr. wurde LEPIDUS
entmachtet und auf das Amt des Pontifex maximus
zurückgedrängt - damit war das 2. Triumvirat
beendet.Im selben Jahr eskalierten die Spannungen zwischen OCTAVIAN
und ANTONIUS. ANTONIUS hatte sich mit KLEOPATRA,
der ägyptischen Königin und ehemaligen Geliebten des CAESAR, zusammengetan.
Obwohl ANTONIUS mit OCTAVIANS Schwester verheiratet war, lebten sie schon seit
41 v. Chr. offen zusammen und bis 36 v. Chr. wurden drei gemeinsame
Kinder geboren. ANTONIUS neigte immer stärker Ägypten zu, überließ
KLEOPATRA und den gemeinsamen Kindern römisches
Reichsgebiet und setzte sie zu seinen Erben ein. Als ANTONIUS sich von OCTAVIA trennte und KLEOPATRA heiratete, war der Höhepunkt
der Spannungen erreicht. OCTAVIAN veröffentlichte das Testament des ANTONIUS, aus dem seine politischen Absichten hervorgingen, und rief damit
eine Empörung im Volk hervor - selbst unter den noch verbliebenen Anhängern
des ANTONIUS.
Der Senat von Rom beschloss daraufhin
32 v. Chr. den Krieg gegen Ägypten (Ptolemäischer Krieg)
- der eigentlich heraufbeschworene Bürgerkrieg zwischen OCTAVIAN und
ANTONIUS wurde damit umgangen. Bei der entscheidenden Seeschlacht
von Actium 31 v. Chr. siegte OCTAVIANS Feldherr und Freund MARCUS
VIPSANIUS AGRIPPA über die
ägyptische Flotte und das sich freiwillig ergebende Landheer. ANTONIUS und
KLEOPATRA flohen nach Ägypten. Als OCTAVIAN in Alexandria 30 v. Chr.
einrückte, nahm sich zuerst ANTONIUS, dann auch KLEOPATRA das Leben. OCTAVIAN
ließ auch CAESARION ermorden, den illegitimen
Sohn von KLEOPATRA und CAESAR, der weitreichende Erb- und Nachfolgeansprüche
hätte stellen können. Ägypten wurde römische Provinz.
Prinzipat
Nach Beendigung des Krieges 30 v. Chr. hatte OCTAVIAN
die alleinige Macht im Staat und der Senat akzeptierte alle seine Verfügungen.
Doch er hatte aus dem Mord an CAESAR gelernt und ging äußerst vorsichtig
dabei vor, seine Alleinherrschaft unter Beibehaltung der althergebrachten Formen
auszuüben.
Zunächst verkündete er den vom Volk ersehnten
Frieden und schloss 29 v. Chr. den Janus-Tempel als Zeichen dafür, dass der Krieg nun beendet sei. Die Machtfülle, die
er durch das immer noch formell bestehende Triumvirat innehatte, gab er im Januar 27 v. Chr. an den Senat zurück. Damit war die alte Republik offiziell wiederhergestellt - OCTAVIAN war formal
nur ein Konsul neben einem anderen. Doch der
Senat bat ihn zum Schutz des Reichs eindringlich, den Staat in der Innen- und
Außenpolitik weiterhin allein zu lenken und die Verantwortung für die
noch nicht endgültig befriedeten Provinzen (Gallien, Spanien, Kilikien, Syrien
und Ägypten) zu übernehmen. Dazu übertrug er ihm das Imperium
proconsulare, dem der Oberbefehl über das gesamte römische Heer
gleichkam. Zum Dank wurde ihm der Ehrenname AUGUSTUS (= der Erhabene, im Sinne von ehrwürdig) verliehen. Als Kaiser AUGUSTUS
ging OCTAVIAN in die Geschichte ein.
AUGUSTUS, der Princeps
AUGUSTUS
- wie er nun im weiteren Text genannt wird - hatte das Konsulat
seit 31 v. Chr. jährlich inne, denn die republikanische Verfassung mit
ihren Institutionen (Senat, Magistrat, Volksversammlung) bestand ja weiterhin.
Im Jahr 23 v. Chr. legte er dieses Amt nieder, erhielt stattdessen aber die
vollen Rechte eines Volkstribuns auf Lebenszeit,
das bedeutete vor allem das Recht der Gesetzgebung und das Vetorecht. Außerdem
wurde das bisherige Imperium proconsulare erweitert zu einem Imperium
maius, ein Amt, das AUGUSTUS die höchste Befehlsgewalt auch über
die befriedeten senatorischen Provinzen sowie die Verfügungsgewalt über
die Statthalter einbrachte. AUGUSTUS erhielt in den folgenden Jahren weitere Ämter
wie die Oberaufsicht über die Getreideversorgung Roms und über die Straßen.
Die letzte institutionelle Festigung
seiner Macht brachte AUGUSTUS das Imperium
consulare, das ihn über die beiden regulären Konsuln stellte und
ihm die konsularische Gewalt auf Lebenszeit verlieh. Mit dem Tod des LEPIDUS 12
v. Chr. wurde er schließlich Pontifex maximus und hatte damit die Entscheidungsgewalt auch über alle religiösen Fragen.
Im Jahr 2 v. Chr. wurde ihm der Titel Pater
patriae (= Vater des Vaterlandes) verliehen.
AUGUSTUS vermied
jedoch jeden Anklang an eine Diktatur oder an eine Monarchie. Er ließ sich
nicht "König" nennen, sondern "Princeps", der "Erste" im Staat. Damit hatte AUGUSTUS das Prinzipat geschaffen - eine Herrschaftsform, die es bisher noch nicht gab und mit der
AUGUSTUS der Balanceakt gelungen war, seine Alleinherrschaft und die republikanische Verfassung miteinander
zu vereinen: Der Senat wurde mit Respekt behandelt und behielt seine Zuständigkeit
in der Gesetzgebung und in der Wahl der Konsuln.
AUGUSTUS bestimmte aber seinerseits die Senatoren, die Gesetzesanträge kamen
von ihm selbst, und er stellte auch die Konsuln zur Wahl. Der Senat hatte seinen
tatsächlichen Einfluss weitgehend verloren, die republikanischen Elemente
rückten in den Hintergrund, ohne ganz zu verschwinden.
Pax Augusta
AUGUSTUS gab sich als Förderer sämtlicher öffentlicher
Belange und verhieß den Bewohnern seines Reiches ein Zeitalter des Friedens
und der Ordnung: die Pax Augusta (= Augusteischer
Frieden, auch "Kaiserfrieden" genannt). Die Zeit der Konsolidierung des römischen Imperiums setzte ein und Rom entwickelte sich zum größten Finanz- und Handelszentrum des Mittelmeerraumes.
AUGUSTUS versorgte die Bevölkerung mit Getreide, wo es nötig war, auch kostenlos. Er setzte die Steuern fest und ließ
die staatlichen Gelder durch eigens ausgebildete kaiserliche Beamte verwalten. Aus seinem unermesslichen
Privatvermögen zahlte er selbst freiwillige Zuschüsse. Für die
Versorgung der Soldaten und Veteranen errichtete er eine Militärkasse, die ihnen feste Gehälter garantierte (Berufsarmee). Die Veteranen erhielten Land, indem er sie in neu gegründeten Kolonien ansiedelte. Das Münzwesen entwickelte
und verbreitete sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß.
Durch zahlreiche Gesetze garantierte AUGUSTUS ein einheitliches
Recht im ganzen Reich - seine strengen Ehe- und Sittengesetze blieben
allerdings recht erfolglos. Er förderte die altrömische
Religion und Tradition, indem er alte Riten wieder einführte. Zudem
veranstaltete er zahlreiche Spiele und Feste (Wagenrennen, Gladiatorenspiele und Schauspiele).
Kunst und Literatur erlebten eine nie gekannte Blütezeit: Dichter wie VERGIL, HORAZ und OVID sowie der Geschichtsschreiber LIVIUS verfassten ihre bedeutenden Werke in dieser Zeit. GAIUS MAECENAS, einer der vertrautesten Freunde des AUGUSTUS, sammelte die bekanntesten Dichter und Literaten um sich und förderte und unterstützte sie auch finanziell. (Nach MAECENAS wird ein Förderer von Kunst und Wissenschaft "Mäzen" genannt.)
Vor allem die ausgedehnte Bautätigkeit des Princeps, besonders in der Hauptstadt selbst, bereicherte den Staat. Er ließ
alte Bauwerke restaurieren (innerhalb eines Jahres sollen es 82 Tempel gewesen
sein) und prachtvolle neue Bauten entstehen. Zu erwähnen sind besonders die
Forumsbauten, der Apollo-Tempel, der Ara Pacis Augustae (= Altar des Augustus-Friedens),
das Horologium (eine riesige Sonnenuhr auf dem Marsfeld mit einem Obelisken als
Mittelpunkt) und das Mausoleum. Auch AUGUSTUS' enger Freund AGRIPPA betätigte sich in Bauprojekten - darunter sind das Pantheon und funktionale
Bauten wie Wasserleitungen und öffentliche Thermen zu nennen.
AUGUSTUS
war darauf bedacht, keine göttlichen Ehrungen in Anspruch zu nehmen; allerdings legte er Wert auf seine göttliche
Abstammung - seit der Vergöttlichung CAESARS nannte sich AUGUSTUS
"Imperator CAESAR divi filius AUGUSTUS" ("divi filius" =
Sohn des Gottes). Teilweise wurde er dennoch kultisch verehrt, etwa im Heer oder
in den östlichen Provinzen, wo es üblich war, Herrscher religiös
zu verehren. Ihm wurden aber auch andere Ehrungen zuteil: So wurde der Monat Sextilis
nach ihm benannt, der bis heute August heißt.
In
den Provinzen setzte durch AUGUSTUS'
Maßnahmen ebenfalls eine Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs
ein: Er erließ strenge Gesetze gegen die bisher übliche Ausbeutung
der Provinzen und stellte Erpressung unter Strafe. Den Statthaltern zahlte er
stattdessen feste und hohe Gehälter. Weitreichende Bauprogramme wie auch
die religiöse und kulturelle Eigenständigkeit der Provinzen trugen zur
kulturellen Entfaltung bei und begünstigten - vor allem in den westlichen
Reichsgebieten - die Romanisierung auf
friedlichem Wege.
Außenpolitisch beschränkte sich AUGUSTUS weitestgehend auf die Sicherung der Grenzen. 20 v. Chr. gelang es ihm auf diplomatischem Wege, dass die Parther die römischen Feldzeichen zurückgaben, die sie bei ihrem Sieg über Crassus 53 v. Chr. erobert hatten. Während AUGUSTUS im Osten auf weitere Eroberungen verzichtete, unterwarf er im Westen das nördliche Spanien, die Alpen, das Alpenvorland und den Balkan bis zur Donau. Der jahrelange Versuch, Germanien zwischen Rhein und Elbe zu erobern, scheiterte schließlich an der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. Der römische Feldherr PUBLIUS QUINCTILIUS VARUS war in einen Hinterhalt der Germanen unter Führung des ARMINIUS geraten. Dabei waren drei Legionen vollständig vernichtet worden - eine der schwersten Niederlagen in der römischen Geschichte. "Quinctili Vare, legiones redde!", soll AUGUSTUS ausgerufen haben, als er von dem immensen Verlust hörte und daraufhin auf die Eroberung Germaniens verzichtete. (Noch heute wird sein Ausruf in abgewandelter Form gebraucht - "Gib mir (meine) Legionen wieder!" -, wenn man jemanden scherzhaft dazu auffordert, einen angerichteten Schaden wiedergutzumachen.)
Augusteisches Zeitalter
Während der junge OCTAVIAN noch teilweise
sehr rücksichtslos um seine Macht gekämpft hatte, bemühte er sich
doch als Kaiser AUGUSTUS um eine gerechte und förderliche Regierung. Seine Herrschaft als Princeps war durch Frieden, Stabilität, Wohlstand und kulturelle Blüte auf Jahrhunderte
hinaus gekennzeichnet und ging als Goldenes Zeitalter ("Augusteisches
Zeitalter") in die Geschichte ein. Bis ins Mittelalter betrachteten
nachfolgende Kaiser die Herrschaft des AUGUSTUS als ihr Ideal.
AUGUSTUS' Regierungszeit währte mehr
als ein halbes Jahrhundert. Von seinem Erfolg zeugt, dass er weder durch einen
Staatsstreich noch durch ein Attentat von seinen Rivalen verdrängt wurde,
sondern im Jahr 14 n. Chr. im hohen Alter von 76 Jahren eines natürlichen Todes in Nola (bei Neapel)
starb. Am Sterbebett soll er die umstehenden Angehörigen gefragt haben, ob
er das Schauspiel seines Lebens gut gespielt habe, und sie gebeten haben, ihm
Beifall zu spenden.
Wenige Wochen nach seinem Tod wurde AUGUSTUS auf Beschluss
des Senats zum Gott erhoben.
Nachfolge
Um die neue Herrschaftsform des Prinzipats auch über
seinen Tod hinaus zu erhalten, bemühte sich AUGUSTUS intensiv um eine Nachfolgeregelung.
Diese erwies sich jedoch als äußerst schwierig: Zum einen war das Kaiserpaar
AUGUSTUS und LIVIA DRUSILLA kinderlos geblieben - allerdings hatte AUGUSTUS
seine Tochter JULIA aus der vorherigen Ehe.
Zum anderen starben sämtliche erwählten Anwärter, die nacheinander
mit Julia verheiratet worden waren, noch vor ihm: sein Neffe MARCELLUS (erster
Ehemann der JULIA), sein Freund AGRIPPA (zweiter Ehemann der JULIA) und dann auch
seine Enkel GAIUS und LUCIUS CAESAR aus der Ehe zwischen JULIA und AGRIPPA. Schließlich
wurde TIBERIUS sein Nachfolger, der Sohn
aus der ersten Ehe seiner Frau LIVIA. Auch TIBERIUS war mit JULIA verheiratet
worden und wurde im Jahre 4 n. Chr. von AUGUSTUS adoptiert.AUGUSTUS führte
damit die Regelung ein, dass stets ein vom Herrscher ausgewählter Verwandter
die Thronfolge antrat. Dabei entstanden Herrscherfamilien, die über mehrere Generationen
hinweg regierten (= Dynastien). TIBERIUS gehörte wie AUGUSTUS der julisch-claudischen
Dynastie an.
