

Ur- und Frühgeschichte
Die Menschen lebten
ca. 30000 Jahre als steinzeitliche Jäger
und Sammler. In dieser Zeit bestanden ihre Siedlungen vorwiegend aus Hütten und Zeltlagern, oder die Wohnstätten befanden
sich in Höhlen oder unter Felsüberdachungen. Um 8000 v. Chr. begannen
die Menschen Fischfang, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Sie wurden
sesshaft und bauten die ersten Dörfer.
Die Einführung von Bewässerungstechniken ermöglichte nicht
nur die Ernährung größerer Menschengruppen sondern auch
die Arbeitsteilung, die einem Teil der Menschen spezielle Beschäftigungen
mit religiösen Aufgaben, dem Bau oder der Kunst ermöglichten.
Es entstanden die frühen
Hochkulturen, u. a. in Mesopotamien, Vorderasien und Kleinasien, in
Ägypten, China, Indien, auf der Kreta und in Mittel- und Südamerika,
und die ersten Städte.
Um 3000 v. Chr. gab es 15 uns heute
bekannte Städte auf der Erde.
Dazu gehörte die wahrscheinlich älteste Stadt der Erde, Jericho in der Jordansenke. Sie ging aus einer Siedlung aus dem 9. Jahrtausend
v. Chr. hervor und wurde etwa 7000 v. Chr. befestigt. Weitere
Städte dieser Zeit sind Uruk,
die älteste Stadt des Volkes der Sumerer in Mesopotamien, und die
Stadt Susa im Iran.
In den folgenden 1500 Jahren verdoppelte sich die Erdbevölkerung
auf ca. 67 Mio. Menschen, während sich die Anzahl der Städte
sogar versechsfachte. So gab es um 1500 v.
Chr. ungefähr 100 Städte, vorwiegend in einem Streifen
zwischen dem 20. und dem 40. Breitengrad nördlicher Breite in Europa
Asien und Afrika, die meist an Meeresküsten oder Flüssen lagen.
Erst 1500 Jahre später wurden Städte in Europa nördlich
dieses Gebietes gebaut.
Der Grundriss der frühen Städte in Mesopotamien zeigt schon eine gewisse Planung. Die Ausrichtung nach den Hauptwindrichtungen,
die Befestigung mit Mauern, der Schutz durch Kanäle, ein rechteckig
ummauerter Tempelbezirk mit dem Zikkurat (Stufenturm) und die Lage des
größten Palastes am Meer sind übereinstimmende Merkmale
dieser Städte. Oft wurden die Hauptstraßen rechtwinklig angelegt.
Im Industal wurden zwei Städte
ausgegraben, deren Bauwerke schon zwischen 2500 und 2100 v. Chr. aus gebrannten
Ziegeln erbaut wurden, die Städte Harappa und Mohenjo-Daro im heutigen Pakistan.
Sie waren zu ihrer Zeit mit einem Umfang der Stadtmauern von mehr als
5 km neben Uruk die größten Städte der Welt. Der Grundriss
der Städte war quadratisch, und das Straßennetz war gitterförmig
angelegt. Ein höher liegender Bezirk der Stadt trug die Zitadelle
mit verschiedenen städtischen Einrichtungen.
Die Griechen und Römer der Antike bauten auf den Erfahrungen
dieser frühen Kulturen beim Städtebau auf und entwickelten sie
fort.
Antike
Die Griechen nutzten Jahrhunderte
später die vorhandenen Städte, gestalteten sie aber zumeist
um: Zentrum wurde die Agora, der Marktplatz,
den es in allen griechischen Städten gab und in dessen Nähe
sich der Tempel und andere öffentliche Gebäude befanden. Schulen,
Theater und das Stadion lagen dagegen etwas abseits, aber noch innerhalb
der Stadtmauern. Ab 479 v. Chr. wurden dem Bau neuer Städte
dann die städtebaulichen Grundsätze von HIPPODAMOS, einem Baumeister
aus der Stadt Milet, zugrunde gelegt: Als Grundriss der Stadt wurde zunächst
ein Rechteckraster des Straßennetzes festgelegt. Bestimmte Teile
dieses Rasters erhielten dann eine spezifische städtische Funktion
mit den entsprechenden Bauten (Tempelbezirk, Markt usw.).
Die Römer prägten
über 500 Jahre mit den von den Griechen übernommenen Grundrissen
ihrer Städte die eroberten Gebiete. Das Castrum, das Kastell, ist durch einen rechteckigen oder quadratischen Grundriss
mit genauer Ausrichtung der Seiten nach den Haupthimmelsrichtungen gekennzeichnet. Das Forum (entspricht der griechischen Agora) und die öffentlichen
Gebäude lagen am Schnittpunkt der Hauptstraßen. In einigen
ehemaligen römischen Städten kann man die Lage des Castrums
noch heute im Stadtgrundriss erkennen,
z. B. in Regensburg.
Die Stadt Rom selbst wurde durch
den Zusammenschluss mehrerer Siedlungen um 650 v.Chr. gegründet und
in den folgenden Jahrhunderten durch Bauten aus allen folgenden Bauepochen
geprägt.
Die römische Zeitrechnung begann allerdings schon am 21.
April 753 v. Chr. An diesem Tag soll die Gründung der Latinersiedlung
"Roma quadrata" auf dem Palatin-Hügel erfolgt sein,
die als Keimzelle Roms betrachtet wird.
